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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1927-09-19 · 9 (19.9.1927) · p. Seite 282

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
3 (1927)
Issue
9 (19.9.1927)
Article
Mehrwert eines jüdischen Friedhofes
Date
1927-09-19
Page
Seite 282 (sequence 2)
Language
German
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282 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 9 MÜNCHEN QrafJlrco Talais Th eatin erj tr.7 7,’.' MM nicht ein Kostenbeitrag auferlegt werden. Der Referent des Obergerichtes erinnerte übrigens an die Tatsache, daß die Stadt Zürich den alten Judenfriedhos am Wolfbach, der 1424 infolge der Vertreibung der Juden aus der Stadt eingegangen war, auf eigenem Grund und Boden hatte erstellen lassen und deshalb ohne weiteres über ihre Liegenschaft verfügen konnte, wogegen heute das Eigentum am Friedhofland der jüdischen Gemeinde zustehe. Berichtigung. In dem Aussatz „Mustersatzungen für die Gemeinden", abgedruckt in Nr. 8 unserer Zeitung, sind auf Seite 243 im zweiten Absatz die Worte „oder zweiten" zu streichen. Die Schriftleitung. kus dem Verbände Pirmasens. Am 31. Juli 1927 starb zu Heidelberg, wo er von schwerem Leiden Genesung suchte, Herr Fabrikant Moritz Neu, Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Pirmasens, im 62. Lebensjahr. Der leider allzufrüh Dahingegangene, der schon seit Jahren als Mitglied der Gemeindeverwaltung Pirmasens den Verbandsarbeiten seine Aufmerksamkeit schenkte, gehörte seit 1923 dem Vorstand des Verbandes der Israelitischen Kultusgemeinden der Pfalz und seit 1926 der Tagung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden als Mitglied an. Von warmer Liebe zum Judentum erfüllt, brachte er der Verbandsarbeit das regste Interesse entgegen. Txotz seines leidenden Zustandes versäumte er keine Verbandssitzung und seine von tiefer Sachkunde getragenen Ausführungen fanden stets ein williges Ohr. Um so schmerzlicher wird die Lücke empfunden, die sein Tod in unsere Reihen gerissen hat. Herr Ludwig Strauß aus Bad Dürkheim, der beide Verbände bei der Beerdigung vertrat, brachte in seiner Rede zum ergreifenden Ausdruck, was wir alle empfinden: Daß wir an dem Verstorbenen einen aufrechten Menschen und einen lieben Freund verloren haben, den wir nicht vergessen werden. 6indenburg-Spende Am 2. Oktober feiert der Reichspräsident von Hindenburg seinen 80. Geburtstag. An diesem Tage soll nach dem Wunsche des Herrn Reichspräsidenten, entsprechend dem Ernst der Zeit und der Rot des Volkes, von kostspieligen und geräuschvollen Feiern abgesehen werden. Alle Ehrungen und Gaben, die dem Reichspräsidenten zugedacht sind, sollen in der Hindenburg-Spende zusammengefaßt werden, deren Ertrag Armen und Hilfsbedürftigen, insbesondere den Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen, zugute kommen soll. ‘ Wir möchten auf diese Sammlung, an der auch die jüdische Wohlfahrtspflege mit ihrer Zentralstelle beteiligt ist, mit allem Nachdruck Hinweisen und der Hoffnung Ausdruck geben, daß aus der Verehrung und Dankbarkeit des ganzen deutschen Volkes für den Reichspräsidenten reiche Wittel zur Linderung der Rot fließen werden. Spenden nimmt neben den anderen Annahmestellen auch das Wohlfahrtsamt des Verbandes und der Kultusgemeinde München (Postscheckkonto Rr. 27011) entgegen. München, den 12. September 1927. Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden Dr. Neumeyer (München), Oberlandesgerichtsrat Dr. Freudenthal (Nürnberg), Rabbiner Dr. H o m m e l (Schweinfurt), Justizrat Ludwig Rosenzweig (Nürnberg) Albert Joseph (Landau, Pfalz), Kommerzienrat Dr. Silberschmidt (München), Oberstlandesgerichtsrat und Professor. Änderung der Vorschriften über die Zeit der Beerdigung Der Vorstand des Israelitischen Vereins für Krankenpflege, Bestattungswesen und religiöse Belehrung in München, Herr Justizrat Leo Oppenheimer (München), teilt uns zu den im amtlichen Teil bekanntgegebenen Änderungen der Oberpolizeilichen Vorschriften über die Leichenschau und die Zeit der Beerdigung folgendes mit: „Ich möchte der Meinung Ausdruck geben, daß auch bei der Beerdigung jüdischer Leichen trotz der Sonderbestimmung des Abs. III in Ziffer 1 des § 10 der Oberpolizeilichen Vorschriften auch der Tendenz der Staatsregierung, Beerdigungen an Sonntagen, ersten und alleinstehenden Feiertagen vermieden zu sehen, wie sie zur Änderung des Abs. II der Oberpolizeilichen Vorschriften geführt hat, wenn irgend möglich Rechnung zu tragen sei." Wir halten auch unsererseits diesen Hinweis für beachtenswert. Bad kissmgen, 30. Juli. Kürzlich fand hier, wie gemeldet, unter Beteiligung von staatlichen, städtischen und kirchlichen Behörden sowie einer stattlichen Anzahl geladener Gäste die Einweihungsfeier des israelitischen Kurhospizes statt. Den Höhepunkt der von musikalischen Darbietungen würdig umrahmten Feier bildete die eindrucksvolle und inhaltreiche Weiherede des Distriktsrabbiners Dr. Bamberger, der zunächst mit herzlichen Dankesworten all derer gedachte, die zum Gelingen des edlen Werkes beigetragen hatten, dann einen interessanten Rückblick über Werden und Entwicklung des israelitischen Kurhospizes gab und seine gehaltvolle Rede schließlich in ein frommes Weihegebet für das neue Haus ausklingen ließ. Aus den Worten Dr. Bambergers war zu entnehmen, mit welch großen Schwierigkeiten und Anstrengungen die Schöpfung dieser prächtigen Erholungsstätte verbunden war, mit welch unermüdlichem Eifer aber auch — unter Aufwand vieler Mühen und Opfer — alle diese Schwierigkeiten bis zur Erreichung des großen Zieles überwunden wurden. Das neue Heim, das über etwa 30 Betten verfügt und in jeder Hinsicht aufs vorzüglichste ausgestattet ist, bildet ein unvergängliches Ruhmesblatt für die israelitische Gemeinde Kissingens und für ihren unermüdlichen geistlichen Führer. Möge es recht vielen Erholungsbedürftigen Wiederherstellung ihrer Gesundheit gewähren und möglichst weiten Kreisen Segen bringen! Fortsetzung auf Seite 286

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