Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 6 (22.6.1927)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1927-06-22
- Page
- Seite 209 (sequence 1)
- Language
- German
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Nr. 6 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 209 Seit 20 Jahren ist der Blick der Judenheit wieder auf die Falaschas gerichtet, jenem Stamm im schwer zugänglichen abessinischen Hochland, 'der mit vorbildlicher Treue an der jüdischen Religion festhält. Obwohl seit 2000 Jahren ohne Verbindung mit der Gesamtheit der Juden, haben die Falaschas allen Bekehrungsversuchen christlicher Missionäre zähesten Widerstand entgegengesetzt. Erst als um 1870 die in ihnen erweckte Hoffnung auf eine Verbindung mit der Judenheit sich nicht verwirklichte, hatte die Mission Erfolge — aber kaum war 1903 diese Verbindung durch Dr. I. Faitlovich wirklich angeknüpft, als die Falaschas wieder Mut schöpften und mit ihrer erprobten Festigkeit den alten Glauben vertraten. Seitdem hat Dr. Faitlovich wiederholt ihr Land bereist, die Schwankenden befestigt, ihnen Belehrung und Bücher gebracht. Junge Falaschas wurden in Italien, in Deutschland und neuerdings in Palästina als Lehrer der jüdischen Religion ausgebildet, die, in die Heimat zurückgekehrt, die Lehre der Väter verbreiten und bereits viele Abtrünnige wieder zu ihr zurückgeführt haben. Um die Lehrtätigkeit intensiver und weniger kostspielig gestalten zu können, ist neuerdings in Addis Abeba unter Leitung eines gut vorgebildeten Falaschas ein Lehrerseminar eingerichtet. Es ist geplant, einen tüchtigen Fachmann aus Deutschland dorthin zu schikken, der insbesondere den hebräischen Unterricht übernehmen soll. Der deutsche Gesandte in Addis Abeba bringt diesem Plan das wärmste Interesse entgegen und beabsichtigt, dem Herrn auch den Unterricht an der dortigen deutschen Schule zu übertragen — wodurch die Kosten für seinen Unterricht sich vermindern, überdies sind einige junge Falaschas in Deutschland, die eine bessere jüdische und allgemeine Erziehung erhalten und zu Handwerkern ausgebildet werden; alle Stellen, die mit ihnen in Berührung kommen, rühmen ihren Ernst und ihren sympathischen Charakter. Die Hauptkosten des jüdischen Missionswerks unter den Falaschas werden von Amerika getragen. Für uns in Deutschland ist es eine Ehrenpflicht, diejenigen Beträge aufzubringen, die zur Erhaltung der Falaschas in Deutschland und zur Entsendung des deutschen Lehrers erforderlich sind. Sie sind nicht sehr groß und wir müssen unserer Religion zuliebe dieses Opfer bringen. Nichts fordern jene Glaubensgenossen von uns als religöse Festigung und Belehrung, wir dürfen ihnen diese nicht versagen! Rabbiner Dr. Leo Baeck (Berlin), Justizrat Dr. Julius Blau (Frankfurt a .M.), Prof. Dr. Rudolf Cohn (Königsberg i. Pr.), Eh. Eitingon (Leipzig), Dr. M. Eitigon (Berlin), Prof. Dr. I. Elbogen (Berlin), Landrabbiner Dr. Freund (Hannover), Bankier Bruno Galewski (Berlin), Handelsrichter Max Gins (Breslau), Rabbiner Dr. Goldmann (Leipzig), Julius Goldschmidt (Frankfurt a.M.), Ministerialrat Hans Goslar (Berlin), Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer (Berlin), Fabrikbesitzer Dr. Emil Hirsch (Halberstadt), Justizrat Hirschberg (Breslau), Justizrat Holz (Königsberg i. Pr.), Rechtsanwalt Dr. Horovitz (Frankfurt a.M.), Rechtsanwalt Dr. Katzenstein (Kassel), Rechtsanwalt Dr. Klee (Berlin), Justizrat Kochmann (Gleiwitz), Rabbiner Dr. Sali Levi (Mainz), Dir. Dr. F. Lazarus (Kassel), Alfred Lisser (Hamburg), Dr. Meno Lissauer (Köln), Justizrat Felix Makower (Berlin), Bankdirektor Hermann Marx (Königsberg i. Pr.), Universitätsprofessor Dr. Eugen Mittwoch (Berlin), Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer (München), Universitätsprofesior Dr. Felix Rosenthal (Breslau), Henry Rotschild (Frankfurt a.M.), Dr. Albert Sondheimer (Frankfurt a.M.), Distriktsrabbiner Dr. Stein (Schweinfurt), Prof. Dr. N. Stein (Karlsruhe i. Baden), Landgerichtsdirektor Ludwig Stern (Stuttgart), Rabbiner Dr. Weiße (Berlin), Kommerzienrat A. Wolf (Stuttgart), Kammergerichtsrat Leo Wolfs (Berlin), Sanitätsrat Dr. Zimmermann (Dresden). Geldsendungen für das Falafchawerk nimmt die Fa. Gebrüder Oppler, Bankkommandite, Berlin W 15, Kurfürstendamm 167/168, Postscheckkonto 110 38, Berlin, entgegen. Alte Versicherungs-Gesellschaft sucht tüchtige zu festen Bezügen und hohen Provisionen für die Branchen Feuer, Einbruch-Diebstahl, Haftpflicht, Unfall,Äuto-Kasko,Finanzierung, Groß- und Kleinleben, Kranken-, Transport- und Vieh-Lebensversicherung. Bewerbungen erbeten unter Nummer 449 an die Änzeigen-Äbteilung des Blattes 3 tut Milli, soinigt Zimmer mit Bad und Kächenbenützung bei einzelner Dame ab 1. Juli zu vermieten. Klenzestraße 1811 Epaiinn Dntrtllhl in der Hauptsynagoge billig zu verkaufen. rrQuuuDulultllli Offerten unter Nr. 453 an die Anzeigen- Abteilung dieses Blattes. Travemünde / Pension Gchickler Kaiserallee 19 / Fernsprecher 82 Vorsaison Pension RM. s.-, Zimmer von RM.1.S0 Unter Aufsicht S. Ehrw. Rabbiner Dr. Winter, Lübeck Bahnhofswirtschaft Memmingen Bekannt gute Küche Inhaber: JOH. SCHNEIDER Jiid.Kinderheim, Wolfratshaussn IM ISARTAL / 570 METER ÜBER DEM MEERE Älpines, sonnenreiches, nebelfreies Klima Anmeldungen für die Sommerferien baldigst erbeten Prospekte kostenfrei