Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 5 (23.5.1927)
- Article
- Vorstandssitzung des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands : am Sonntag, dem 3. April, in Düsseldorf
- Date
- 1927-05-23
- Page
- Seite 164 (sequence 1)
- Language
- German
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164 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 5 Vorstandssihung des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands am Sonntag, dem 3. April, in Düsseldorf Zum erstenmal nach seiner Wiederaufrichtung hielt der Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands eine Sitzung des Gesamtvorstandes ab, die wegen des Stiftungsfestes des Jüdischen Jugendvereins Düsseldorf am Sonntag, dem 3. April, in Düsseldorf stattsand. Von den zum Verband gehörenden 11 Landesverbänden hatten 8 Landesverbände Vertreter entsandt. Außerdem waren fast alle Mitglieder des engeren und eine Anzahl Mitglieder des weiteren Vorstandes zugegen. Aus dem Arbeitsbericht des Verbandsvorsitzenden, Rabbiner Dr. Klein (Düsseldorf), ist zu erwähnen, daß im Laufe des verflossenen Jahres 28 Vereine dem Verband neu angeschlossen, resp. wieder aufgerichtet worden sind. Neuerdings ist auch der Landesverband Bayern wieder erstanden. Unter dem Vorsitz von Rabbiner Dr. Rüls (Bamberg) sind ihm zunächst 6 Vereine angeschlossen. — Die Arbeit im Verband geht in erfreulicher Weise vorwärts. Es ist der Verbandsleitung gelungen, die Organisation nach innen und außen wieder zu einer achtunggebietenden Höhe zu führen. Nach einer längeren Aussprache über Organisationssragen wurde vor allen Dingen eingehend über die Stellung zu den jüdischen und nichtjüdischen Organisationen gesprochen. Entsprechend den Grundbestrebungen des Verbandes wurde festgelegt, daß zu allen jüdischen Organisationen ein freundschaftliches Verhältnis erreicht werden müsse. Die Beziehungen zu der Weltorganisation der jüdischen Jugend, der Union universelle äs la Jeunesse Juive, Paris, sind ausgenommen worden. Auf Grund eines Referates von Rabbiner Dr. Hahn (Essen) wurde die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit anderen konfessionellen Jugendorganisationen anerkannt. Es soll durch gegenseitigen Zeitungs- und Broschürenaustausch, durch den Austausch von Rednern und die Beschickung der Bundestage durch geeignete Führer das gegenseitige Verständnis gefördert werden. Da der Verband der jüdischen Jugendoereine Deutschlands die Hauptvertretung der jüdischen Jugend im Reichsausschuß der deutschen Jugendverbände darstellt, so wurde es als dringend notwendig anerkannt, die Mitarbeit innerhalb dieses Reichsausschusses stärker als bisher zu gestalten und insbesondere die Eigenart des Verbandes bei der Ausstellung „Das junge Deutschland", die im Sommer in Berlin stattsinden soll, in geeigneter Form zum Ausdruck zu bringen. Die Verbandszeitschrift, „Der Jugendbund", soll weiter ausgebaut und geeignete Vorschläge hierzu von einer Redaktionskommission ausgearbeitet werden. Es wurden ferner Kommissionen für Landarbeit und für Schüler- und Jugendgruppen zusammengestellt. Führerkurse sollen möglichst bald in den einzelnen Landesverbänden durchgeführt werden, da ein solcher von Verbands wegen ursprünglich vorgesehener Kurs vorläufig wegen des Mangels an Mitteln zurückgestellt werden muß. Wegen der rasch vorwärtsschreitenden Entwicklung des Verbandes und der damit verbundenen vermehrten Verbandsarbeit wurde beschlossen, baldigst zur Anstellung eines hauptamtlichen Geschäftsführers zu schreiten. Die Sitzung gipfelte in dem starken Bekenntnis der einzelnen Führer zum Verband und in dem Versprechen, in allen Landesteilen für die Intensivierung der Arbeit und die Erziehung der Jugend zur jüdischen Gemeinschaft und zur Überwindung alles trennenden Parteigeistes bei voller Wahrung der persönlichen Stellungnahme einzutreten. Jüdischer Iugendverem München. Am Donnerstag, dem 7. April, hielt Rechtsanwalt Dr. Eugen Schmidt in den Räumen der Gesellschaft „Concordia" einen Vortrag über das Thema „Jugend und Politik". Die Politik verfolgt nicht nur materielle Ziele und sie entspringt auch nicht nur aus materiellen Erwägungen, sondern Erlebnisse und Ideale sind nicht zuletzt Triebfeder und Endzweck der Politik. Am Anfang der Politik steht aber Not und Verzweiflung, deshalb wird naturnotwendig die Jugend durch ihren Optimismus zur Politik getrieben. Jugend soll und muß politisch sein, sie darf den Strömungen ihrer Zeit nicht indifferent gegenüberstehen. Politik erhält jung. An die klaren Ausführungen des Herrn Dr. Schmidt schloß sich eine rege Diskussion, die vor allen Dingen die Notwendigkeit jüdischer Politik für die jüdische Jugend hervorhob. Im allgemeinen wurde die Frage, ob die Jugend sich mit Politik befassen soll, mit Ja beantwortet. Weiterhin wurde der Wunsch nach praktischen Vorschlägen für politische Arbeit im Jugendverein laut. Wie wir hören, war dieser Abend der Auftakt zu einer Reihe von Vortrags- und Diskussionsabenden, die der Jüdische Jugend- Verein zu veranstalten gedenkt. Der Jüdische Jugendoerein will dadurch eine neutrale Basis zum freien Meinungsaustausch der verschiedenen politischen Richtungen schaffen und die jüdische Jugend anregen, zu den wichtigen Fragen und zu den geistigen Strömungen ihrer Umgebung Stellung zu nehmen. E. K. Jüdischer Iugendverem München. Am Donnerstag, dem 19. Mai, abends 8V2 Uhr, fand im Saale der „Concordia", Prannerstraße 4/0, der letzte musikalische Abend der Saison unter Leitung des Herrn Dr. Waldner statt. Die Freitag-Abende finden noch im Monat Mai statt und zwar Herzog-Max-Straße 5/1; Beginn 9 Uhr. Über das Programm der Sport - und Wandergruppen wird Näheres noch an dieser Stelle bekanntgegeben. Voraussichtlich findet noch in diesem Monat die erste Treffahrt statt. Kameraden. Deutschjüdischer Wanderbund Die Ortsgruppenleitung hat nunmehr Walter Neu, Hohenzollernplatz 1/1. Jüdischer Frauenbund Das Heim des Jüdischen Frauenbundes in Wyk a. Föhr, für tuberkulösgefährdete Kinder und weibliche Jugendliche, wird am 15. Juni eröffnet. Einige Anmeldungen sind noch umgehend zu richten an die „Anmeldestelle für Wyk", per Adresse: Geschäftsstelle des Jüdische Frauenbundes, Berlin 0 2, Rosenstraße 2—4. OJorZellaix -Dfämjf' CfäoäenfEaltforzellaii Niederlage 'Jnfx.ZKarl (ßaa tyfEundEierL, (JKeafhierJfrajäe 23