Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern
- Journal
- Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern
- Volume
- 1927
- Issue
- 4 (15.4.1927)
- Article
- Kirschners Dank
- Date
- 1927-04-15
- Page
- Seite 10 (sequence 2)
- Language
- German
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10 Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern Nr. 4 zu wollen. Der Allmächtige aber verleihe mir die Kraft, für die ideellen und materiellen Interessen unseres Standes, wie» bisher so auch in Zukunft zu wirken und zu kämpfen. Zur Bekräftigung dessen bitte ich, für unsere Witwen und Waisen beiliegende .il 500.— freundlich entgegenzunehmen. Mit vorzüglicher Hochachtung zeichnet ganz ergebenst Emanuel Kirschner. Die Vereinsleitung hat dem verehrten Kollengen ihren einstweiligen Dank ausgesprochen, auch hier sei erneut de,n Gefühlen herzlichsten Dankes fiir das Treugelöbnis, „unseres" Kirschners, wie für seine hochherzige Zuwendung Ausdruck gegeben. Beamtenfragen auf der Verbandslagung. Nach teilweise sehr lebhafter Debatte wurden aus der Fürther Tagung folgende Zusatzanträge zur Beamten- bzw. Besoldungsordnung angenommen. 1. In die Besoldungsordnung wird eingefügt: In den Gehalt des Beamten kann der Ertrag der Kasualien eingerechnet werden. Das gleiche gilt vom Unterrichtshonorar an Volks-, Fortbildungs- und Mittelschulen, Schächtgebühren und ähnlichen Nebeneinkünften, sowie von der Dienstwohnung in dem festgesetzten Anschlag (§ 23 BO), soferne dem Beamten nicht infolge Vereinbarung eine freie Wohnung zusteht. Den Rabbinern verbleiben die Kasualien als Entschädigung für den Dienstaufwand, sofern derselbe nicht von der Gemeinde getragen wird oder eine Ablösung der Kasualien durch die Gemeinde im Benehmen mit dem Rabbiner erfolgt. 2. In Zuschußgemeinden erfolgt die Vorrückung seminaristisch gebildeter Lehrer mit Anstellungsprüfung nach Gruppe IX, sobald sie 25 Dienstjahre, vom Tage der Ablegung der Anstellungsprüfung an gerechnet, in bayerischen Gemeinden zurückgelegt haben. 3. Ein Beamter, der eine Mischehe eingeht oder seine Kinder vor Erreichung des gesetzlich vorgeschriebenen Selbsibesiimmungsalters aus der jüdischen Religionsgemeinschaft austreken läßt, geht seiner Stellung und aller daraus hervorgehenden Ansprüche, insbesondere auf Gehalt, Alters- und Hinterbliebenenfürsorge, verlustig. 4. Das Dienstverhältnis eines widerruflich angesiellten Beamten kann von der Gemeinde jederzeit aufgehoben werden, wenn die Gemeinde sich gleichzeitig verpflichtet, dem Beamten bis zum Eintritt der Dienstunfähigkeit das volle Gehalt einschließlich der nach der Befoldungsordnung vorgeschriebenen Vorrückungsvorschüsse zu gewähren. Die Gemeinde ist zur Weiterzahlung nicht mehr verpflichtet, wenn der pensionierte Beamte in anderweitige öffentliche Dienste eingetreten ist. In einem Zusatzantrag wurde noch bestimmt, daß zur Festlegung der näheren Modalitäten die Vertretung der Beamten einzuvernehmen sei. Die beiden letztangeführten Anträge waren von der Jüdischen Volkspartei eingebracht worden. Israel. Lehrerbildungsanstalt Würzburg. Würzburg. Heute fand die am 7. März 1927 begonnene Seminarabschlußprüfung an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg ihren Abschluß. Vorsitzender der gesamten Prüfung war Herr Oberregierungsrat Blaß, Leiter des schriftlichen Teiles Herr Regierungsschulrat Dr. Schmidt, des mündlichen Teiles Herr Oberstudiendirektor Dr. Abb. An der Prüfung 1. Abschnittes beteiligten sich die 8 Schüler der 5. Klasse, an der Prüfung 2. Abschnittes die 4 Schüler der 6. Klasse. Sämtliche Prflinge bestanden, alle — soweit nach den bestehenden Bestimmungen möglich — unter Dispens vom Mündlichen. (Nach den bayerischen Prüsungsvorschristen müssen alle Prüflinge 2. Abschnittes Proben ihres Könnens im Schulhalten, im Turnen und in der Musik einschließlich Synagogengesang und Synagogendiensttheorie ablegen). Der Prüsungsvorsitzende beglückwünschte! das Seminar und seine Vertreter zu dem außerordentlich erfreulichen Ergebnis und sprach dem Lehrkörper Dank und Anerkennung aus. Von der anschließenden Besichtigung der Anstaltsräume und der zahlreichen vorgenommenen Verbesserungen und Verschönerungen hochbefriedigt, erregten scin besonderes Interesse die durch verstärkten Schülerzugang notwendigen Erweiterungs- und Synagogenneubau-Arbeiten und er sprach der Anstalt beste Wünsche aus für weitere gedeihliche Entwicklung. Aus den Bezirkskonferenzen Sihingen, den 20. März 1927. Die 3. Bezirkskonferenz des Rabbinatsbeziks Kitzingen tagte, am 30. Januar 1927 in Würzburg. Tagesordnung: 1. Gemoroh. 4. Perek aus dem Traktat Rofch-hafchonoh. (Vortragender: Bezirksrabbiner Dr. Wohlgemut.) 2. Zusammenfassende, wiederholende Darbietung der religionsgesetzlichen Bestimmungen von Mesusoh, Tephillin, Zizis und Schabbos, im Lichte des Midrasch betrachtet. Referent: Hauptlehrer Einstädter. Die 4. Vezirkskonferenz fand am 27. März 1927 in Würzburg statt. Tagesordnung: 1. Gemoroh. 4. Perek aus dem Traktat Rosch-haschonoh. Vortragender: Dr. Wohlgemut. 2. Referat von Lehrer Bamberger (Kitzingen). Thema: Die Verwendung des Midrasch im Religionsunterrichte der Volksschule bei Besprechung der religionsgesetzlichen Vorschriften von Sukkaus. 3. Referat von Oberlehrer Wechsler (Aschbach). Thema: Die Purimgeschichte im Lichte des Midrasch. Einstädter. Purimspiel Ein kleines Purimspiel, „Die Schöpsungstage", verfaßt von Kollegen S. Frank in Fischach, ist als Sonderabdruck sämtlichen Vereinsmitgliedern zugesandt worden. Dem Schriftleiter steht noch eine größere Anzahl von Exemplaren zur Verfügung, die gegen Einsendung der Portokosten bezogen werden können. Kollege Frank hat noch eine Reihe weiterer Purim- und Chanukkahspiele verfaßt; Interessenten wollen sich direkt mit ihm in Verbindung setzen. Einige Druckfehler in dem versandten Spiel werden von den Lesern selbst verbessert worden sein. Fortbildungskurs in Stuttgart. Am 10. und 11. April fand in Stuttgart der 3. Ferienfortbildungskurs für die Rabbiner und Religionslehrer der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs in den Räumen des Württemb. Wirtschaftsministeriums, Lindenstraße 4, statt. Zu dieser Veranstaltung war auch unser Verein eingeladen und durch den 1. Vorsitzenden, der zugleich vom Verbände abgeordnet war, ver- Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten. Der Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten, Landesverband Bayern, wendet sich in einem Ausruf, der auch sämtlichen Vereinsmitgliedsrn zugegangen ist, an „die verantwortlichen Führer der bayerischen Juden", um auf die Berufsumschichtung der deutschen Juden, insbesondere die Erschließung des landwirtschaftlichen Berufes auf deutscher Erde für die jüdische Jugend hinzuwirken. Die Frage der Berussumstellung ist in unserem Verein schon in früheren Jahren eingehend erörtert werden. Nachdem sich aber unter den gegenwärttgen Verhältnissen eine Reihe neuer Gesichtspunkte ergeben hat, wäre es erwünscht, wenn zu dieser Frage auch die Kollegenschast, insbesondere die Kollegen vom Lande, das Wort nehmen würden. Auf jeden Fall aber ist zu erwarten, daß der Aufruf des Frontbundes nicht nur beachtet, sondern unsererseits dessen Bestrebungen nach Kräften gefördert worden. Einzahlungen im Februar 1927 Von: Dorfzaun, Fischach 16.—; Gutmann, Fürth 15.—; Krämer, Ansbach 10.—; Rau, Hirschaid 15.—; Hiernheimer, Höchberg 15.—; Erlebacher, Höchberg 15.—; Brückheimer, Markbreit 15.—; Friedmann, Mainstockheim 15.—; Goldstein, Oberlauringen 7.50; Wähler, Hörstein 15.—; Blatt, Obbach 15.—; Regensburger, Kriegshaber 15.—; Weichselbaum, Adelsberg 15.—; Fränkel, Erlangen 16.—; Reiter, Gerolzhofen 30.—; Baracker, Sulzburg 7.50; Bachenheimer, Zweibrücken 15.—; Anfänger, Heßdorf 15.—; Strauß, Weiden 15.—; Marx, Nürnberg 15.—; Eisenmann, Würzburg 7.—; Hellmann, Würzburg 5.—r, Wechsler, Berlin 7.—. Durch: Fränkel, Erlangen 10.—. Scheckamt: Nürnberg Nr. 6479. Würzburg, 1. März 1927 M. Hellmann.