Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 4 (15.4.1927)
- Article
- Inhalt
- Date
- 1927-04-15
- Page
- Seite 93 (sequence 1)
- Language
- German
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Bayerische Nachrichtenblatt üer Israelitischen Kultusgemeinöe in München unü ües Llerbanöes Vagerischer Israelitischer Gemeinöen Israelitische Gemeinüezeitung Erscheint am Anfang jeden Monats. — Verlag: V. Heller, München, Herzog Marstrahe 4/ Fernsprecher 55059, Postscheckkonto Nr.Z5S7 München. Vchristleitung: Vr. Eugen vchmköt, Rechtsanwalt ln München, Karlstraste 6. Bezugspreis für nicht elngewlesene Sezleher: Mark 4-— für öaS Jahr. Anzeigenpreis: Die 4 gespaltene non - Jette 40 Pfennige, ßamilienanzeigen, Stellengesuche unö ähnliche Angebote 15 Pfennige. 1927 München^ 15. April Ar. 4 Inhalt: Die Tagung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden zu Fürth am 13. und 14. März 1927 — Das Fest der Religion — Die Ansiedelung jüdischer Landwirte in Deusschland — Rumänien und die jüdischen Minderheiten — Jüdische Museen — Bericht über die Verhandlungen der 5. Tagung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden am 13. und 14. März 1927 in Fürth — Verschiedenes — Aus dem Verbände — Lehrerzeitung — Aus der Gemeinde — Bücherschau — Vereine — Amtlicher Anzeiger. Bekanntmachungen des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden: An die Mitglieder des Rats und der Tagung — Bekanntmachung betr. Verfassung —> Bekanntmachung betr. Beamtenordnung — Bekanntmachung betr. Besoldungsverordnung — Bekanntmachung betr. Schiedsgerichte — Bekanntmachung betr. Wahlen zum Rat des Verbandes — Bekanntmachung betr. Ausschüsse — Bekanntmachung betr. Haushaltplan 1927 — Bekanntmachung betr. Unterbringung von Kindern — Bekanntmachung betr. Unterbringung von Kurbedürftigen — Bekanntmachung über die Beamtenbezüge — Bekanntmachungen der Ist. Kultusgemeinde München: Bekanntmachung über die Jahresrechnung — Bekanntmachung betr. Mazzothversorgung — Personalien. Die Tagung des Verbandes vayerischer Israelitischer Gemeinden zu Sürth am 13. und 14. März 1427 Die Furcher Tagung des Verbandes bedeutet einen weiteren wichtigen Schritt in der Geschichte des Verbandes. Die gesetzgeberische Arbeit der Körperschaften des Verbandes, die zunächst der wichtigsten Aufgabe, der Schaffung einer Verbandsverfastung, also gewissermaßen dem Rohbau gewidmet war, beginnt sich nunmehr dem Innenausbau und der Ausgestaltung im einzelnen zuzuwenden. Diese Kleinarbeit ist zwar nicht so effektvoll, aber nicht minder notwendig. Konnte die diesjährige Tagung auch an äußeren Ergebnissen nicht mit der Augsburger Tagung des Vorjahres, auf welcher die Verfassung und die Beamtenordnung des Verbandes fertiggeftellt worden sind, konkurrieren, so hat sie gleichwohl eine Reihe wichtiger Arbeiten zum Abschluß gebracht. Die Besoldungsordnung wurde durch Vereinigung der in verschiedenen Gesetzesquellen enthaltenen Bestimmungen systematisch zusammengefaßt, die Verfassung erhielt wichtige neue bzw. abändernde Bestimmungen über die Rechtsverhältnisse zwischen Gemeinden und Verband, über die Veräußerung von Gemeindevermögen, über die Auflösung von Gemeinden, über die Schiedsgerichte, welche über Differenzen zwischen Gemeinden und Verband, der Gemeinden untereinander, der Gemeinden mit ihren Mitgliedern, Beamten, Rabbinern als hauptsächlichen Fällen zu entscheiden haben. Die Schiedsgerichtsovdnung wurde neu gefaßt. jVas! Recht des Verbandes als die Form, in der sich sein Leben abspielt, gewinnt allmählich Gestalt. Noch zwei größere Rechtsgebilde, die Muftersatzungen für Klein- und Mittelgemeinden und die Bezirksgemeindeordnung harren der Erledigung, mit welcher die gesetzgeberische Arbeit einen gewissen Abschluß erreicht haben würde. Die Muftersatzungen, die auf der Fürther Tagung nicht durchberaten werden konnten, werden im Juni Gegenstand einer hierzu einberufenen Tagung sein. (Siehe Bek. Seite 119.) Wir lassen nunmehr eine Übersicht über den Verlauf der Tagung folgen und verweisen gleichzeitig auf den weiter unten befindlichen ausführlichen Bericht, der in der nächsten Nummer der Zeitung fortgesetzt werden wird. Die neugewählte Tagung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden wurde am 15. März 1927 von dem. Präsidenten des Rais, Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, im Berolzheimerianum in Fürth eröffnet. Das bisherige Büro wurde wiedergewählt. Der Vorsitzende, OberstlandeSgerichtSrat Prof. Dr. Silberschmidt (München) wies auf die bisherige erfolgreiche Tätigkeit des Verbandes hin, der nunmehr darangehe, die inneren Verhältnisse der Einzelgemeinden durch Muftersatzungen zu regeln. Die Tagung wurde durch Kommerzienrat Bechmann im Namen der Israelitischen Kultusgemeinde Fürth bewillkommnet. Oberregierungsrat Mezger vom Bayerischen Kultusministerium überbrachte die Wünsche des Ministeriums für einen gedeihlichen Verlauf der Tagung. OberregierungSrat Braker entbot die Grüße des Regierungspräsidenten und der Kreisregierung von Mittelfranken. Oberbürgermeister Dr. Wild sprach im Auftrag des Stadtrates Fürth besonders herzliche begrüßende Worte, in denen er auf das historisch begründete gute Einvernehmen zwischen Juden und Nichtjuden in Fürth hinwies. Auch der demokratische bayerische Landtagsabgeordnete Eisenbeis bekundete in einer kurzen Ansprache sein Interesse für die Verhältnisse des bayerischen Judentums. Kommerzienrat Braunschweiger (Würzburg) und Katzenberger (Nürnberg) wurden von der Tagung in den Rat gewählt. Das Wort nahm hierauf Rabbiner Dr. Behrens