Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 3 (8.3.1927)
- Article
- Hebräische Sprachschule München
- Date
- 1927-03-08
- Page
- Seite 81 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 3 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 81 Kurs IV Fortsetzung von Kurs III des Wintersemesters. In 83 Unterrichtsstunden (bis 1. September 4, von da ab 3 Wochenstunden) wurde folgender Stoff absolviert: * 1. Bibel: 1. Buch Moses, Kap. 22—36. 2. Lesebuch: Perakim Rfschonim (Fichmann) Teil II, 9 Lesestücke (Nr. 11, 12, 14, 16, 18, 19, 20, 21, 22). Diktate. Übungen im schriftlichen und mündlichen Nacherzählen. Kurs V Fortsetzung von Kurs IV des Wintersemesters. In 70 Unterrichtsstunden (bei 3 Woche'nstunden) wurde durchgenommen: 1. Bibel: a) 1. Buch Moses, Kap. 20—36. b) 1. Buch Samuel, Kap. 23 bis Schluß. 2. Agadah: Die schönsten Agadoth vom Adam bis Moses (inkl.) nach „Sefer haagadah" von Bialik und Rawnizki (Sammlung „Schwilim", Heft 1). 3. Lektüre aus der neueren Literatur: a) Schalom Asch: Rabbi Schmuel hanagid (Roman) ganz, b) A. A. Kabak: Ahawah (Roman), Kap. 1—4. 4. Hebräische Syntax: Ausgewählte Kapitel (Gebrauch des Verbums und Nomens). Grammatik-Kurs In 10 Stunden wurde eine systematische Darstellung der historischen Lautgesetze gegeben. Der Unterricht erfolgte an Hand von (hektographisch hergestellten) systematischen Übersichten. Chaluzkurs Der Kurs wurde für solche Personen gehalten, die in sehr kurzer Zeit nach Palästina überzusiedeln gedenken und sich bis dahin ein Minimum von praktischen Sprachkenntnissen aneignen wollen. In den 18 Stunden wurden, wie im Wintersemester, auf Wunsch der Teilnehmer die für ihre zukünftige Tätigkeit in Palästina hauptsächlich in Betracht kommenden Gebiete des praktischen Lebens zum konverfationellen Unterrichtsstoff gewählt. Der Unterricht war unentgeltlich. Hebräischer Klub Aus Wunsch solcher Personen, die auf Grund ihrer Buchkentnisse Sprachen erlernen wollen, wurde allwöchentlich eine Klubstunde abgehalten, in der Konversation über die verschiedensten Themen aktueller Art gepflegt wurde. Der Klub war von den verschiedensten Personen (insgesamt wohl über 20) besucht. Der mittlere Durchschnitt des Besuchs belief sich aus 6 Teilnehmer. Eingesandt. Das Problem der allgemeinen und auch der jüdischen Erwerbslosensürsorge beschäftigt weite, Kreise. Man will die Fürsorge produktiv gestalten. Tief deprimierende Erlebnisse veranlassen mich, aus einen war bekannten, aber doch so wenig betretenen Weg von neuem hinzuweisen. Ich möchte den Chefs der jüdischen Fabriken und Groß- und Kleinhandlungen vor Augen führen, wie leicht es möglich wäre, mit gutem Willen, vielleicht auch mit einem kleinen Opfer, die Arbeitslage unserer jungen jüdischen Leute zu verbessern. Wenn nur ein einziges Mal einer der Herren gezwungen gewesen wäre, für einen jungen Mann eine Stelle in einem jüdischen Betrieb zu suchen, er wäre gleich mir in helle Verzweiflung geraten über die Einstellung der Arbeitgeber. Z. B. man kommt in einen Betrieb und bittet um Aufnahme eines Herren, der nach jeder Richtung hin zu empfehlen ist. Es erfolgt die Antwort, eher könne man Personal entlassen, als neu ausnehmen. Kurz darauf wird bekannt: in demselben Geschäft wurde ein nichtjüdischer junger Mann eingestellt. Oder man sieht ein großes Personal in den Räumen, aber die Zahl der Juden unter ihnen ist verschwindend klein. Ferner ein besonders drastisches Beispiel: Der Chef stellt die Frage: „Sieht der junge Mann jüdisch aus?" Auf die bejahende Antwort bekommt man zu hören: „Dann kommt er für mich nicht in Betracht, da meine christliche Kundschaft nicht wissen darf, daß meine Firma jüdisch ist." Ja, frage ich, wer soll denn die jüdischen Leute aufnehmen, wenn nicht die jüdischen Geschäfte? Es wird eingewendet, die, jüdischen Angestellten seien nicht so bescheiden oder diszipliniert. Unbestritten haben sie dagegen Fähigkeiten und Eigenschaften vor den anderen voraus, wie Intelligenz, Bildung, Anhänglichkeit, Pflichttreue und Geschäftsinteresse. Ferner, warum sollte denn unter den jungen Leuten kein tüchtiger sein, da doch die Chefs unserer jüdischen Geschäfte so besonders tüchtig sind? Durch das kleine Opfer, das mancher Chef vielleicht mit Aufnahme eines jüdischen Angestellten auf sich nimmt, erspart er der Allgemeinheit manch großes Opfer. So würde, jeder einzelne in seinen sozialen Verpflichtungen entlastet. Dieser Appell sollte gerade in diesen Tagen willige Ohren finden, da wieder so viele Lehrstellen für junge Mädchen und Männer gesucht werden. Wenn jeder jüdische Arbeitgeber sich seiner Verantwortung bewußt bleibt, dann wird damit nicht nur die verzweifelte Lage der jungen Menschen erleichtert, sondern darüber hinaus allmählich der Gemeinschaft durch Heranziehung von tüchtigen Kräften ein nicht zu unterschätzender Gewinn nicht nur ideeller Art gesichert sein. — Jüdische Frauenschule Wolfratshausen Wir machen auf die Annonce der ersten Jüdischen Wirtschaftlichen Frauenschule auf dem Lande, in Wolfratshausen bei München, aufmerksam, die jetzt schon die staatliche Genehmigung erhielt. DentscheLebens-n.Ansstener-Tersicherangs- Aktiengesellschaft in München gegründet von der Münchener Rückversidierungs-Gesellschaft mit einem AKTIENKAPITAL. VON 1 MILLION RM. hervorgegangen aus dem Gisela-Verein, Lebens- und Aussteuer-Versicherungs- Anstalt a. G. Gründungsjahr 1880 Direktion: MüiichenÄinclermarkt IO (ku Hin i haus) vücderschau Neuerscheinungen (Mitgeteilt von der „Ewer"-Buchhandlung, München, Ottostraße 2.) Altorientalische Texte zum Alten Testament. 2. (Schluß-) Lieferung. — Bauer-Leander, Grammatik des Biblisch-Aramäischen. 1. Hälfte. M. 12.— .— Baudissin, Kiryos als Gottesname im Judentum und seine Stelle in dem Religionsgesetz. 1. Lieferung. M. 8.—. — Berichte eines Juden in Briefen an Dostojewski. Leinen. M. 6.—. — Bertholet, Das Dynamistische im Alten Testament. M. 1.50. — Bloch, Simler & Co., Roman aus der jüdischen Industrie. Leinen. M. 8.—. — Brust Alfred, Die verlorene Erde. Roman. Leinen M. 7.50. — Buber-Rosenzweig, Die Schrift. Band 3. Das Buch Er rief. Pappe M. 3.50, Leinen M. 5.—, Pergament 8.50. — do. Band 4. Das Buch in der Wüste. Pappe M. 4.—> Leinen M. 6.—, Pergament M. 10.—. — Cohen, Hermann, Kleine philosophische Schriften. Hrsg, von Prof. Dr. H. Görland und Prof. Dr. E. Caffirer. 2 Bände. M. 16.—, Halbleinen M. 20.—. — Dreifuß, E. M., Die Familiennamen der Juden. Ein Beitrag zur Geschichte der Emanzipation. Brosch. M. 6.—, Leinen M. 8.—. — Dubnow, S. M., Weltgeschichte des jüdischen Volkes. Band 5. Leinen M. 16.—, Halbleder M. 18.—. Subskriptionspreis: Leinen 12.—, Halbleder M. 15.—. —> Freudenthal, Leben urd Lehre Spinozas. M. 30.—. — Greßmann, Altorientalische Bilder zum Alten Testament. 2. Aufl. M. 38.—, Leinen 40.—. — Gronemann, S. Hamanns Flucht. Ein Purimfpiel M. —.60. — Hempel, Gott und Mensch im Alten Testament. M. 9.60. — Hermann, Georg, Der doppelte Spiegel. Leinen M. 3.—. — Jüdische Familienforschung. Heft 8. M. 1.—. — Jüdische Nationalbiographie. Hrsg, von Winiger. Liefrg. 9. M. 2.60. — Kolbe, Beiträge zur syrisch-jüdischen Geschichte. M. 6.—. — „Die Kreatur", Herausgeber: M. Vuber, Weizsäcker u. Wittig. Heft 3. Einzeln M. 3.50. — Korrefpondenzblatt des Vereins zur