Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 2 (9.2.1927)
- Article
- Neustadt a. d. H.
- Date
- 1927-02-09
- Page
- Seite 44 (sequence 1)
- Language
- German
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Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 2 y Neustadt öl d. H. Das Israelitische Altersheim für die Pfalz in Neustadt a. d. H., das sich in schönster Lage des Pfälzer Waldes erhebt und feit seiner Eröffnung im Mai 1924 etwa 100 alte und erwerbsunfähige Glaubensgenossen betreute, hat im abgelaufenen Rechnungsjahr einen Erweiterungsbau errichtet, der jetzt seiner Bestimmung übergeben werden soll. Derselbe ist getrennt vom Hauptbau inmitten einer prächtigen Gartenanlage gelegen, und seine Inneneinrichtung wird allen neuzeitlichen Anforderungen gerecht. Augenblicklich können auch außerpsälzische Pensionäre in beschränkter Zahl gegen mäßigen Verpflegungssatz ausgenommen werden. Ein Deutsches Komitee Pro Palästina Am 15. Dezember 1926 wurde, in Berlin das Deutsche Komitee Pro Palästina gegründet. Das Programm des Komitees, das einstimmig genehmigt wurde, lautet wie folgt: Das Deutsche Komitee Pro Palästina zur „Förderung der Jüdischen Palästinasiedlung" wird in der Überzeugung, daß der Aufbau der im Palästinamandat vorgesehenen Heimstätte für das jüdische Volk als ein Werk menschlicher Wohlfahrt und Gesittung Anspruch aus die deutschen Sympathien und die tätige Anteilnahme der deutschen Juden hat, bemüht sein, die deutsche Öffentlichkeit über das Kolonisationswerk in Palästina aufzuklären, die Beziehungen zwischen Deutschland und Palästina zu pflegen und allgemein die Erkenntnis zu verbreiten, daß das jüdische Aufbauwerk in Palästina ein hervorragendes Mittel für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Orients, für die Ausbreitung deutscher Wirtschaftsbeziehungen und für die Versöhnung der Völker ist. In der Gründungsversammlung lieh die Reichsregierung durch den Staatssekretär Dr. Puender ihre Glückwünsche zur Gründung des Komitees aussprechen, und Mitteilen, daß sie den Bestrebungen des Komitees lebhaftes Interesse, und Sympathie entgegenbringe. Die Namen, die im Ehrenausschuß und im Präsidium vertreten sind, beweisen, daß alle deutschen politischen Parteien und die überwiegende Mehrzahl des deutschen Judentums hinter dem Komitee stehen. Es gehören dem Ehrenausschuß an: Preußischer Kultusminister Prof. D. Dr. Becker, Preußischer Ministerpräsident Otto Braun, Professor Dr. Albert Einstein, Reichstagspräsident Paul Löbe, Staatssekretär der Reichskanzlei Dr. Puender, Geh. Konsistorialrat Professor D. Dr. Sellin, Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. von Schubert, Oskar Wassermann, Direktor der Deutschen Bank, Staatssekretär des Preußischen Staatsministeriums Dr. Weismann. Das Präsidium wird gebildet aus den Herren: Botschafter z. D. Graf Bernstorff, M. d. R., Rabbiner Dr. Leo Baek, Professor D. Dr. Dr. I. V. Bredt, M. d. R., Dr. R. Breitscheid, M. d. R., Kurt Blumenfeld, Vorsitzender der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Professor D. Dr. H. Greßmann, Professor Dr. O. Hoetzsch, M. d. R., Domkapitular Prälat Professor Dr. Kaas, M. d. R., Dr. von Kardorff, M. d. R., Freiherr von Richthofen, Ministerialdirigent im Auswärtigen Amt, Leg.-Rat Prof. Dr. M. Sobernheim, Kommerzienrat Konsul Dr. W. Sobernheim. Schriftführer: Frau Katharina von Oheimb, Karl Glaser. Es darf alle deutschen Juden mit stolzer Freude erfüllen, daß gerade eine jüdische Bestrebung Vertreter der verschiedensten politischen Richtungen in Deutschland von der Rechten bis zur Linken einmütig hinter sich weiß. Die Gründung ,'^es Komitees zeigt uns, daß die maßgebenden Kreise der deutschen Politik die Bedeutung des jüdischen Kolonisationswerks in Palästina verstanden haben, und niemand wird fürdermehr behaupten dürfen, daß die Beteiligung von Juden an diesen Bestrebungen deutschen Interessen zuwiderlaufe. Anderseits aber muß das starke Interesse, daß die nichtjüdische Außenwelt an diesen Bestrebungen nimmt, eine Mahnung für die deutschen Juden aller Parteien sein, ihre ganze Kraft dem Aufbauwerk in Palästina zu widmen; denn das Ansehen der Juden ist aufs engste mit dem Gelingen dieses einzigartigen Werkes verknüpft. Aus der Gemeinde Lchrkurse der Israelitischen Kultusgemeinde Zu den stärksten Exponenten jüdischer Schöpferkraft in der Gegenwart gehört Martin Buber. Manche verehren in ihm den Erneuerer jüdischer Mystik, viele schätzen ihn als den unbeirrten Vertreter jüdischer Gegenwartskultur, alle danken ihm die Erschließung der schönsten Blüten des Chassidismus. Er hat jetzt im Verein mit Franz Rosenzweig zu einem gewaltigen Werk angesetzt, das in her ganzen deutschen Kulturwelt starken Widerhall erregt: die Übersetzung der jüdischen Bibel ins Deutsche, den Deutschen diese Bibel in ihrem wirklichen Wesen zu bieten. Aus dieser Arbeit heraus wird Martin Buber am 12., 13. und 14. Februar im Herkulessaal der Residenz über „Der heutige Mensch und die Bibel" sprechen. Die einzelnen Abende tragen folgende Untertitel: 1. „Die Wahrheit und die Bibel", 2. „Schöpfung und Offenbarung", 3. „Die Geschichte der Offenbarung. Der Vorverkauf findet in der Gemeindekanzlei, Herzog-Max- Straße 7/1, in der Ewer-Buchhandlung, Ottostraße 2, und bei Otto Bauer, Maximilian-Straße 5, statt. Scha. Tagung des Frauen-Bundes Die Tagung des Bayerischen Landesverbandes des Jüdischen Frauenbundes hat vom 16. bis 17. Januar in München unter regster Teilnahme stattgefunden. 32 Vertreterinnen waren gemeldet, von seiten der Münchn.erinnen wurde besonders für die beiden Abendversammlungen weitestgehendes Interesse gegeigt. Der erste Abend brachte verständnisvolle, warme Begrüßungsworte durch die Vertreter des Rabbinats, der Gemeinde, des Verbandes Israelitischer Gemeinden und des Wohlfahrtsamtes. Nach dankenden Worten der ersten Vorsitzenden sprach die Rednerin des Abends, Frau Bettina Brenner (Leipig), über: „Was bedeutet der Jüdische Frauenbund für das öffentliche und persönliche Leben". Die Referentin verbreitete sich über die Schaffung, das Wachsen, die Zwecke und Ziele des Jüdischen Frauenbundes, über die Notwendigkeit zur Gründung von Ortsgruppen, über das Ansehen, das der Jüdische, Frauen-Bund sich zu verschaffen wußte, über seine Stellung im interkonfessionellen und internationalen Lager. Der Schritt, den die Jüdin aus den Mauern ihres Hauses getan spielt mit v9rSRjf Elite-Kapelle Konzert und Jazz Theatinerstraße 16 •Telephon 26285 J. ZUBERBÜHLER nachmittags von 4—6 Uhr lCiall%ll und abends 8V2 Uhr im Wintergarten