Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 2 (9.2.1927)
- Article
- Rabbiner Dr. Heinrich Ehrentreu
- Date
- 1927-02-09
- Page
- Seite 40 (sequence 4)
- Language
- German
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40 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 2 Rabbiner Ehrentreu gefertigt. Um das herrliche Modell hätte wohl jeder Künstler, selbst Rembrandt, den Münchner Maler beneidet. Äst es doch nicht nur ein höchst charakteristischer und charaktervoller jüdischer Greisenkopf, sondern ein Antlitz, aus dem sowohl die Erfahrung der Jahre wie das angeborene Talent, die durch stetiges Studium gesteigerte Geistigkeit des ganzen Wesens spricht. Man kann schwerlich mehr zum Lob des Künstlers sagen, als daß er es verstanden hat, nicht nur das äußere Abbild seines Modells zu treffen, sondern dieser Ähnlichkeit die Wiedergabe des eigentlichen Charakters hinzuzugesellen. Aus dem Spiel des Lichtes, dem Kontrast von Schwarz und Weiß, hat Segall diskret aber doch klar erkenntlich mehr als die realen Reize herausgeholt: Er hat das Licht als den Träger der Geistigkeit, als das Symbol der inneren Erleuchtung betont." Volt der Arbeit Segalls ist eine gute Reproduktion äugefertigt worden, die dem Original ziemlich gleichkommk und in der Ewer-Buchhandlung, Ottostraße 2, und in der Buchhandlung Wertheimer, Wesienriedersiraße 4, zu erhalten ist. Fürth. Am 23. Januar fand hier eine erhebende Trauerfeier für den verstorbenen Gelehrten und Rabbiner Dr. Ehrentreu in München''statt, an welcher eine große Anzahl hiesiger sowie auswärtiger Gemeindemitglieder teilgenommen hat. Auch der Sohn des Verblichenen sowie der Gemeinderabbiner Dr. Behrens waren anwesend. Die Gedenkrede hielt der ehemalige Studiengenosse und langjährige intime Freund des Betrauerten, Herr Dirktor Dr. Deutsch. In einem eineinhalbstündigen gediegenen Vortrag entwarf der Redner ein lebendiges Bild von der tiefen Frömmigkeit, umfassenden Gelehrsamkeit, der erfolggesegneten Lehrer- und Forschertätigkeit und der vorbildlichen stets auf den Frieden gerichteten Gesinnung des Verstorbenen, in welchem er auch einige Streiflichter auf die sonst überragende menschliche Persönlichkeit des Verewigten fallen ließ. Tiefbewegt verließ die große Schar der Teilnehmer das Gotteshaus. Nördlingen, den 14. Januar 1927. Am vergangenen Sonntag sprach Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer (München) in der hiesigen Ortsgruppe des Central-Vereins vor einem zahlreich erschienenen Publikum von hier und auswärts über „Die Entwicklung des Gemeinschaftsgedankens in der Israelitischen Religionsgesellschaft Bayerns in der Zeit von 1813—1926". Ausgehend von den vor mehr als 1000 Jahren erfolgten ersten Ansiedelungen der Juden in Bayern, zeichnete der Herr Referent in tiefschürfender und erschöpfender Weise den Werdegang und das gemeindliche Leben der bayerischen Juden unter starker Hervorhebung der allmählichen Entwicklung des Gemeinschaftsgedankens, der in der am 20. und 21. April 1920 erfolgten Gründung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden seinen sinnfälligsten Ausdruck gefunden haü Des weiteren besprach er die materiellen und moralischen Ausgaben und Ziele des Verbandes und seine bisherigen, von Jahr zu Jahr wachsenden Leistungen. Der Herr Referent richtete einen warmen Appell an die Zuhörer und betonte, daß es heilige Pflicht eines jeden einzelnen bayerischen Juden ist, durch eifrige Pflege und Betätigung des Gemeinschaftsgedankens den zum Schutze und zur Erhaltung des bayerischen Judentums gegründeten Verband zu kräftigen und zu stärken. Die Anwesenden dankten dem Herrn Dr. Neumeyer für seinen eindrucksvollen Vortrag durch reichen Beifall. H. St. Schopfloch-Dinkelsbühl. Am 2. Januar wurde in der hiesigen Kultusgemeinde die Neuwahl der Verwaltungsmitglieder vorgenommen, welche keinerlei Änderung ergab. Von den 76 Wahlberechtigten haben 44 ihre Stimme abgegeben. Mit 43 Stimmen wurde Sam. Herz (Schopfloch) als Kultusvorstand wiedergewählt, der Kassier Siegfried Rosenfeld (Schopfloch) erhielt 23 Stimmen. Als Beisitzer fungieren Herrmann (Schopfloch, 24 Stimmen), David Levite (Dinkelsbühl, 19 Stimmen) und Ludwig Ansbacher (Dinkelsbühl, 13 Stimmen). Israelitisches Altersheim für die Pfalz in Neustadt a. d. H. In unserem neueröffneten Erweiterungsbau, getrennt vom Hauptgebäude, können zur Zeit einige Pensionäre, die keine Pfälzer sind, gegen mäßigen Verpflegungsbetrag Aufnahme finden. Anträge sind zu richten an den Vorsitzenden, Justizrat Dr. I. Rheinheimer in Kaiserslautern. 1 Modelle u me dfUntd Vornehmste Massanfertigung Adolf Rothschild M ü n ch e n Theakinerftr. 7/1•Graf-Arco-Palais. Eingang Maffeistr.