Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 1 (7.1.1927)
- Article
- Offenbacher Haggadah [Rezension]
- Date
- 1927-01-07
- Page
- Seite 18 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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18 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 1 der Möglichkeit selbständiger Auswahl benutzen kann. Das rotlinige Notensystem mit seiner eigenartigen schwarzen Notenschrift ist ein Buchschmuck für sich. Die Schrift, von dem Meister Rudolf Koch (Offenbach a. M.) geschnitten, dient dem heiligen Gegenstand vortrefflich und hat eine feierliche weihevolle Haltung. Weitere Proben des Inhalts der Haggadah zeigen eine gegenüber den alten Haggadahs neue Form. Indem der Verfasser in den überlieferten Textteil der Haggadah an vielen Stellen erklärende Zusätze einfügte, vermittelt er dem Leser ein abgerundetes und von geistigem Leben erfülltes Bild von jüdischem Denken und von jüdidischer Frömmigkeit. So stellt diese Offenbacher Haggadah nicht nur einen besonderen buchlichen Wert dar, sondern sie bereichert auch inhaltlich die Zahl der Festbücher zum Sederabend, mit Treue das Alte bewahrend und „freundliches Neue" mit kluger und fühlender Auswahl hinzufügend. Wilhelm Liebknecht zur Schächtfrage. Anläßlich der für Bayern akut gewordenen Schächtfrage hat der Zentraloerein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens ein Flugblatt herausgegeben, das die im Jahre 1899 gehaltene Rede des Abgeordneten Wilhelm Liebknecht zur Schäch^rage wiedergibt. Die Rede ist so aktuell, daß sie heute gehalten worden sein könnte. Mit tre,ffenden Worten geißelt Wilhelm Liebknecht die wahren Motive der Schächtgegner: „Im übrigen mögen Sie sagen, was Sie wollen, aber daß Sie diesen Antrag eingebracht haben, nicht bloß aus Liebe zu den Tieren, nicht bloß um das Quälen von Tieren zu verhindern, sondern weit mehr, um die Juden, unsere Mitmenschen, zu quälen, das unterliegt für mich nicht dem allerleisesten Zweifel.Und es ist fürwahr traurig genug, daß überhaupt im Deutschen Reichstag ein solcher Antrag hat eingebracht werden können. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.)" Die Doktorschule von Max Nassauer. Verlag der Ärztlichen Rundschau, Otto Gmelin, München. München 1926. Preis 4.50. Das Buch Nassauers erscheint nunmehr in 5. Auslage, ein Beweis, welche Beliebtheit sich das Werk erworben hat. Es bringt hqitere und ernste Szenen aus dem Berufsleben des Arztes und weiß Leid und Freud des ärztlichen Berufes an Hand kleiner Erzählungen aus der Praxis des Arztes in anziehender Weise zu veranschaulichen. Das Büchlein wird von Arzt und Laien mit Vergnügen und auch mit Nutzen gelesen werden. Vereine Jüdischer Jugendverein, München. Am Donnerstag, dem 13 Januar, abends 8.30 Uhr, im Bibliotheksaal der israelitischen Gemeinde, Herzog-Max-Straße 7, findet die diesjährige Generalversammlung statt. Zutritt haben nur Mitglieder! Wir machen hiermit bekannt, daß ab 1. Januar unsere Vereinsabende nicht mehr in der Finkenstraße 2/1 stattfinden. Die neuen Zusammenkunftsräume werden in der nächsten Ausgabe der „Gemeindezeitung" und auch bereits am Donnerstag, dem 13. Januar, mitgeteilt. Wir haben für Skiläufer eine Gruppe gebildet. Für Anfänger ist Näheres bei Herrn Ernst Katzenstein, Liebherrstraße 1/0, für Fortgeschrittene bei Herrn Max Both, Lindwurmstraße 185, zu erfahren. Unsere anderen Gruppen sind folgende: „Wandergruppe", Anfragen sind zu richten: an Frl. Paula Neuwirth, Franz-Joseph- Straße 33, Tel. 33 5 00. 1 CM« Ufl diflud ' „Vibellesekurs". Leitung Herr Lehrer M. Adle,r, jede Woche Dienstag, abends 8.15 Uhr, in der Herzog-Max-Straße 5, Rückgeb. (Zimmer des Herrn Hirschinger). „Literatur". Leitung Herr K. Neisser, oierzehntägig, Montag, abends 8.15 Uhr in der Herzog-Max-Straße Rückgeb. 5, Beratungszimmer der Gemeinde. Es werden außerdem im Laufe dieses Winters einige öffentliche Vorträge gehalten werden, die wir noch mitteilen werden. Die Vorstandschaft des Jüdischen Jugendvereins. Adolf Rothschild M ü n ch e n Theatinerfir. 7/1 - Graf-Arco-Palais. Eingang Maffeistr.