Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 1 (7.1.1927)
- Article
- Verein für Ferienkolonien
- Date
- 1927-01-07
- Page
- Seite 17 (sequence 1)
- Language
- German
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Nr.1 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 17 Verein für Ferienkolonien Der israelitische Verein für Ferienkolonien und zur Bekleidung von Schulkindern, der in der vorigen Nummer der Gemeindezeitung als- Beilage eine Bitte um Gaben für Chanukkah veröffentlichte, kann in dieser Nummer erfreulicherweise für viele schöne Spenden an Geld und Gegenständen danken. Neben der Bekleidung der Schulkinder konnten Lehrlinge und Lehrmädchen wie auch Kleinkinder bekleidet, viele andere Personen beschenkt und erfreut werden. So darf der Verein weiterhin auf die Liebestätigkeit hoffen, die ihm ermöglicht, Hunderten von Menschen wohlzutun, ihnen manche Beschämung zu ersparen, die ein vernachlässigtes Äußere, gar oft hervorruft, auch den Keim zu mancher Krankheit zu verhindern. R. W. Rückkehr zur Landwirtschaft. Die Berufsumschichtung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland nach der Seite des Handwerks hin, besonders aber der Bearbeitung der heimatlichen Scholle, ist ein Problem, das für die Existenz der deutschen Judenheit große Bedeutung hat. Der Reichs- Lund jüdischer Frontsoldaten hat im Verlaus seiner Abwehrtätigkeit dieser Frage nicht nur für die eigenen Kameraden, sondern auch für die gesamte jüdische Bevölkerung, besonders aber für die Nachkommen gefallener Kameraden, seine Aufmerksamkeit gewidmet. Die Ortsgruppe München dieses Bundes beabsichtigt nun, am Donnerstag, dem 20. Januar 1927, die Pläne der Bundesleitung der jüdischen Öffentlichkeit Münchens vorzulegen. Einer derb erufensten Vertreter, Herr Gutsbesitzer A. Sandelowsky, der in Ostpreußen ein weit bekanntes Mustergut in eigener Verwaltung führt, wird dem Abend die Note geben. Sein Vortrag, der in vielen Ortsgruppen des Frontbundes schon durch die fesselnde Darbietung allseits großen Beifall gesunden hat, sichert den Besuchern des Abends Gewinn und Anregung. Vortragsabend. Herr Heinrich Berliner, Sohn des verstorbenen Herrn Justizrat Berliner, hält am 10. Januar 1927 einen heiteren Vortragsabend im Museum. (Siehe Anzeigenteil.) vüdrerfchau Das Dayerland^, die seit 37 Jahren erscheinende illustrierte Halbmonatsschrift, hat ihr zweites Oktoberheft den Juden in Bayern gewidmet. Diese Tat ist freudig und dankbar zu begrüßen, weil sie in weite Kreise dm Beweis trägt, daß schon seit vielen, vielen Jahrhunderten Juden in Bayern ansässig sind, und daß sie schon dadurch zweifellos das — teilweise umstrittene —« Heimat- und Wohnrecht haben. Noch mehr zu begrüßen aber sind die herrlichen — auch vielen Juden unbekannten — prächtigen Abbildungen besonders der Scheunensynagoge in Bechhofen. Geben auch die schwarzen Bilder nicht den wunderbaren Farbreiz dieser alten jüdischen Wandmalereien vom Beginn des 18. Jahrhunderts, so zeigen sie doch die feingegebenen Ornamente, die mit geschickter Schriftverteilung den Jnnenraum zieren. Von anderen Abbildungen seien erwähnt die der alten Judenfriedhöfe in Bechhofen und Ebern, gravierte Zinnteller und -schüsseln für verschiedene Festtage, Innenansichten der alten Synagogen von München, Ansbach und Kirchheim u. a. m. Die Aufsätze bieten viel des Interessanten und Wissenswerten und behandeln: Die jüdischen Bankiers und Heereslieferanten während der napoleonischen Kriege (Ludw. Hämmert), die finanziellen Beziehungen der Juden zum bayerischen Staat im 18. Jahrhundert (Dr. Paul Sundheimer), Synagoge und Friedhof Bechhofen (M. Jankelowitz), die Synagogenbauten in München (Dr. E. Späth), die Geschichte der Juden in München (Eduard Schöpflich), der Schutzjuden des Juliusspitals zu Würzburg (Dr. Fr. Solleder), und die von Augsburg (R. Hipper). Durch Letzteren ist allerdings ein Mißton in die sonst einwandfreien Veröffentlichungen geraten. Trotzdem der Verfasser selbst zugibt, daß die Anklagen der Hostienschändung und Brunnenvergiftungen alle ausnahmslos in sich selbst zusammenfallen, so glaubt er doch das Märchen der Ritualmorde nicht ebenso abtun zu sollen, trotzdem es unmöglich ist, einen einzigen Fall nachzuweisen. Wir dürfen wohl annehmen, daß der Verfasser diesen Irrtum einsieht, und bei weiterem Studium die Grundlosigkeit seiner unrichtigen Mutmaßung selbst anerkennen wird. _ E. Sch. i Einzelnummer im Buchhandel 90 H. Offenbacher Haggadah. Soeben erscheint der bereits angekündigte Prospekt über die im Selbstverlag des Rechtsanwalts und Notars Dr. Guggenheim herausgegebene Offenbacher Haggad ah. Die Text-, Satz- und Notenproben lassen eine hervorragende Leistung der Typographie erwarten. Die Probe eines handausgemalten Holzschnittes zeigt die Eigenart des Buches. In dem Bilde sind Rabbi Akiba und seine Gäste in Bnebrak, ebenso die im Hintergrund erscheinenden Schüler, in ihren Gesichtszügen einander angeähnelt, gleichsam als wollte der Künstler zum Ausdruck bringen, daß alle von einem Geiste beseelt sind. In ihrer Stilisierung wirken die in ein römisches Portal der damaligen Zeit hineingestellten Gruppen der Lehrer und Schüler stark und eindringlich. Der Zweifarbendruck, rot und schwarz, belebt das Satzbild und gibt einen guten Überblick über die Handlung am Sederabend und die zur Betrachtung und religiösen Vertiefung eingeschobenen Abschnitte. Dadurch wird zugleich erreicht, daß der Hausvater im Kreis der Familie am Festabend das Buch in Freiheit und mit NIE WIEDER SO BILLIG kaufen Sie unsere anerkannt vorzüglichen Qualitäten in Herren- und Damenstoffen als bei unserem InveBlor-JlBsverkflBL »°.-m Monlao, den 3. 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