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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1927-01-07 · 1 (7.1.1927) · p. Seite 16

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
3 (1927)
Issue
1 (7.1.1927)
Article
Alle ehemaligen Schüler und Schülerinnen des Herrn Prof. Kirschner
Date
1927-01-07
Page
Seite 16 (sequence 1)
Language
German
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16 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 1 Alle ehemaligen Schüler und Schülerinnen des Herrn Prof. K i r s ch n e r werden höfl. gebeten, ihre jetzige Adresse umgehend an die E x p e d i t i o n der Jsr. G.-Ztg. anzugeben. Israelitisches Schwesternheim. In unserem Berichte über das Jahr 1925, dem Jahre unseres 25jährigen Stiftungsfestes, glaubten wir mit berechtigter Genugtuung de,r Tatsache Erwähnung tun zu sollen, „daß es uns zum ersten Male nach mehrjähriger Pause möglich war, wieder eine Anzahl Schülerinnen zu gewinnen, nach deren Ausbildung wir hoffen, nicht nur dem Krankenheim die notwendigen Stationsschwestern, sondern auch für die Privatpflege genügende Kräfte zur Verfügung stellen zu können". Mit dem gesteckten Ziele, dem wir in den letzten Monaten um ein Beträchtliches näher kamen, wachsen jedoch die Aufgaben, deren Kreis wir um so weiter ziehen können, als mit der steigenden Wertung, mit dem wachsenden Ansehen der Stellung der Schwester auch die Zahl der Meldungen für den Schwesternberuf eine erfreuliche Zunahme verzeichnen läßt. Und so befinden sich derzeit zehn neue Schülerinnen in Ausbildung, von denen fünf als ausgebildete Schwestern im Laufe des Jahres 1927 ins Israelitische Schwesternheim zurückkehren werden, das dann über jenen Stamm geschulter Helferinnen verfügen wird, der es ihm ermöglichen soll, in der Zukunft durch verstärkte Abstellung von Schwestern noch mehr als bisher in der Privatpflege segensreich zu wirken. Darüber hinaus will das Israelitische Schwesternheim der sozialen Aufgaben nicht vergessen. Wurde bisher schon dem Verein iicfr>sfr*jsse i- (2$tür>ef>en miss ij*gin&ta «acß 9Uaß lat deit üict 50 ^afi'icn R. T' (iffcin^ttetun^ ded lÖcMaudcÄ fjBualLmajd-Äuuloii luidtea ßeize für Ferienkolonien eine Schwester ohne jedes Entgelt durch zwei Monate im Jahre hindurch zugewiesen, so soll für die Folge eine der Schwestern, nach Absolvierung des vorgeschriebenen Lehrganges, dauernd in den Dienst der Armenpflege als „Fürsorgeschwester" gestellt werden. Das alles kostet Geld, viel Geld und so sieht sich das Israelitische Schwesternheim, dessen Betrieb im Vorjahre schon mit einem Fehlbetrag von fast M. 5000.—i schloß, einem beängstigend gewachsenen Defizit gegenüber. Soll das Israelitische Schwesternheim seine vorbildliche und allerseits anerkannte Tätigkeit fortsetzen können, dann darf es sich nicht Tag für Tag vor dem Nichts sehen, dann darf es nicht von der Hand in den Mund leben. Das ist kein Zustand, der die Erfüllung höherer Aufgaben ermöglicht. Hier muß eingegriffen werden. Lässigkeit würde ein unverzeihliches Versäumnis bedeuten, dessen sich die Mitglieder des Israelitischen Schwesternheims im besonderen und die der jüdischen Gemeinde Münchens, die mit Stolz eine Mustereinrichtung, wie die des Israelitischen Schwesternheims, ihr Eigen nennen darf, nicht schuldig machen dürfen. Und so ergeht an unsere verehrten Mitglieder die dringende Bitte: Lassen Sie es in diesem Iahre nicht bei dem regelmäßigen Jahresbeitrag bewenden! Wem nur halbwegs möglich, der erhöhe freiwillig seinen Jahresbeitrag, so daß das Schwefternheim mit einer dauernden jährlichen Mehreinnahme rechnen kann. Zumindestens verstehe sich jeder, zur Deckung des Fehlbetrages, neben dem Jahresbeitrag zu einer einmaligen Spende! Wir benötigen sie und rechnen damit. Darüber hinaus eine zweite Bitte: Jedes unserer Mitglieder mache es sich zur Aufgabe, aus dem kreise seiner Freunde und Bekannten uns wenigstens drei Mitglieder zuzuführen. Die so verstärkte Zahl von Mitgliedern böte Gewähr für eine gesicherte Existenz unseres Schwesternheims. Sich in den Dienst dieser Werbetätigkeit zu stellen, wäre wahrhaft jüdische Frauenpflicht. Unsere Schwestern haben sich freiwillig erboten, die Beiträge bei unseren verehrten Mitgliedern diesmal persönlich zu erheben. Sie opfern diesem Zwecke ihre freie, ihre Erholungszeit, die ihnen bei ihrem schweren, entsagungsvollen Berufe so bitter nottut. Lassen Sie sie nicht vergebens kommen, opfern auch Sie! Und wenn Sie uns daneben neue Mitglieder nennen können, so werden sich unsere Schwestern reichlich belohnt finden und auch Sie werden es fein. Das Kuratorium des Israelitischen Schwesternheims. Münchener Wohltätigkeilsvereine Die vereinigten Münchener Wohltätigkeitsvereine werden auch in diesem Jahre die Jahresbeiträge durch Frau Lina Weil-Eckstein einziehen lassen, die ihren Besuch in den einzelnen Fällen rechtzeitig anzeigen wird. Nur das israelitische Schwesternheim wird für 1927 die Beiträge durch seine Schwestern einkassieren lassen, die sich hierzu erbötig erklärt haben. Arbeitskurse des Iüd. Frauenbundes, Ortsgruppe München. Wie schon seit mehreren Jahren besteht auch Heuer wieder die Einrichtung der Arbeitskurse im Iüd. Frauenbund. — Wir lehren zu beruflichen und privaten Zwecken Handarbeiten jeder Art, Anfertigung von Hüten und Umändern mit altem Material. Den Besuch unserer Nähabteilung möchten wir unseren Frauen besonders ans Herz legen. Das Erlernen der Schneiderei ist für jedes junge Mädchen, wie auch für Frauen in unserer heutigen Zeit dringend nötig. — Mehr wie je möchten sie gut gekleidet sein, mit der Mode vorwärts gehen, doch sind aber die zur Verfügung stehenden Mittel oft nicht ausreichend, sich nach Wunsch zu kleiden. — Da haben sie nun Gelegenheit, sich die nötigen Kenntnisse anzueignen, um selbst hübsche Sachen anzufertigen. — Die Leitung liegt in der Hand einer tüchtigen, fachmännisch ausgebildeten Kraft. Die Kurst finden jeden Mittwoch von 6—8 Uhr abends unentgeltlich in der Rituellen Speifeanstalt, Klenzestraße 4/0, statt. Ein angegliederter Flickkurs kann allenfalls auch bis 9 Uhr ausgedehnt werden. i. A.: Jda Stern.

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