Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 1 (7.1.1927)
- Article
- Ansbach [Nachricht]
- Date
- 1927-01-07
- Page
- Seite 15 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1 Bayerische Israelitische Gemeindezeitunq 15 Ansbach. In der heute vollzogenen Gemeindewahl wurde Herr Ludwig Dietenhöfer, Fabrikbesitzer zum wiederholten Male als Vorstand der Kultusgemeinde Ansbach einstimmig gewählt. Als Verwaltungsmitglieder wurden die Herren Joseph Heilbrunn. Anton Michelsohn, Justizrat Frankenburger, Joseph Rosenfeld, Leo Steiner und Jakob Weißmann gewählt. Die Herren Liebermann, Max und Aal Jakob wurden als Ersatzleute bestimmt. Möge die neue Verwaltung auch weiterhin zum Wohle. und Gedeihen der Gemeinde Ansbach wirken. Mönchsrolh. Kürzlich weilte hier Herr Rabb. Nowak aus Frankfurt a. M. Neben einzelnen erbaulichen Thora-Schiurim hielt er einen sehr interessanten Vortrag über: „Die Geschichte der Juden und die Aufgaben der Gegenwart." Er überzeugte die gesamte Gemeinde, daß schon die Thora zu Urzeiten die wichtigste Quelle unserer Religion war und die beste Waffe, die feindlichen Angriffe von außen abzuwehren. In sehr anschaulicher Weise überzeugte er die Anwesenden, daß das berufliche Leben in Verbindung mit Thorastudium seine segensreiche Aufgabe erfüllt. In seiner Begrüßung wies Lehrer Erlebacher daraus hin, daß in hiesiger Gemeinde das Thoralernen von jeher auf hoher Blüte stand, was die in den verlassenen Ständern vorhandenen abgegriffenen Werke beweisen und sprach den Wunsch aus, daß diese auch in unserer an Thorawissen so armen Zeit wieder fleißig benutzt würden. Herr Nowak begab sich dann am Sonntag in die zwei Stunden fernte Nachbargemeinde Wittelshosen, wo seine Ausführungen und Anregungen auf fruchtbaren Boden fielen. Hofheim i. Afr. Am 25. Dez. verschied in Hofheim der Kaufmann Moses Reus, der feit Gründung des Verbandes Bayer. Israelitischer Gemeinden dessen Tagung als Mitglied angehörte und lange Jahre hindurch das Vorsteheramt in seiner Gemeinde beklleidet hat. Mit ihm verliert die unterfränkische Judenheit eine ihrer markantesten Persönlichkeiten. Trotz seiner vorgerückten Jahre war der Dahingeschiedene unermüdlich im Interesse seiner Gemeinde, wie im Interesse des Verbandes tätig, für den er stets mit voller Hingabe eingetreten ist. Als Kassier des Rabbinatsbezirks Burgpreppach hat er die Geschäfte des Bezirks in musterhafter Weise geführt. Auch im Kuratorium der früheren Bürgerschule Burgpreppach war er bis zuletzt tätig. Sein Andenken wird bei allen, die ihn kannten, stets in hohen Ehren gehalten werden. ttus der Semeinde Am 2.Januar 1927 verstarb Rabbiner Dr. Ehrentreu im Alter von 73 Jahren, nachdem er über 40 Jahre als Rabbiner in München tätig war. Wir werden auf das Wirken dieses ausgezeichneten Mannes noch zurückkommen. Montag, den 10. Januar 1927, abends 6^, Gedächtnisfeier für den verewigten Rabbiner Dr. Heinrich Ehrentreu, Synagoge Herzog-Rudolf-Straße. Israelitische Religionsgesellschaft Ohel Jakob e. V. Lehrkurse der Israelitischen Kultusgemeinde München. Die Leitung der jüdischen Lehrkurse veröffentlicht im folgenden ihr Programm für das Frühjahr 1927. Wie dieses Programm zeigt, bemüht sich die Leitung, vielseitigen Wünschen und Anregungen stattzugeben, und hofft dadurch den Kreis der Interessenten, der sich bereits im Spätherbst wieder erfreulich erweitert hat, wiederum weiter zu ziehen. I. Oberkantor Magnus Davidsohn, Berlin: Die Geschichte der Juden in Dichtung und Lied. Vortrag und Konzert. Mittwoch, 19. Januar 1927, abends 8.15 Uhr im Herkulessaal der Residenz (Eingang Residenzstraße). Eintrittspreise: M. 1.20 num. Sitzplatz, M. —.80 Sitzplatz, M. —.40 Stehplatz. II. D r. Martin Buber, Heppenheim (Bergstraße): Der heutige Mensch und die Bibel. 12., 13. und 14. Februar 1926, abends 8.15 Uhr im Herkulessaal der Residenz (Eingang Residenzstraße). Eintrittspreise: M. 3.—■, 2.— und 1.— für alle drei Abende zusammen. Samstag 1. Abend: Die Wahrheit der Bibel. Sonntag 2. Abend: Schöpfung und Offenbarung. Montag, 3. Abend: Die Bibel als Erzähler. III. Dr. Willy Meyer, Nürnberg: Die Juden im mittelalterlichen Spanien. Geschichte ihrer Kultur und Literatur. Jeden Dienstag 8.15 bis 9.30 Uhr im Saal der Gemeindekollegien, Herzog-Max-Straße 7/0. Beginn am 8. März 1927. Eintrittspreis: M. 2.50 für den Kurs. Jugendliche die Hälfte. 1. Abend, 8. März 1927: Schicksale der spanischen Juden bis zur Glanzzeit. Samuel ha'Nagid. 2. Abend, 15. März: Jbn Gatürol. 3. Abend, 22. März: Jehuda ha'Levi. 4. Abend, 29. März: Moses ben Maimon. Seine Anregungen und Kämpfe. 5. Abend, 5. April: Das Ende der Juden in Spanien. IV. Soziale Arbeitsgemeinschaft: Die soziale. Diagnose. Leitung: vr. med. et phil. Eliasberg. 7. Abend, 11. Januar 1927. 6.30 — 8 Uhr im Bibliotheksaal: Fortsetzung der Aussprache. V. Historische Arbeitsgemeinschaft: Das neue Testament und seine Beziehungen zum Judentum. Leitung: Dr. Ludwig Feuchtwanger. 4. Abend, Montag, 24. Januar 1927: Dr. L. Feuchtwanger: Paulus und die Entstehung der christlichen Glaubenslehre. 5. Abend, Mittwoch, 2. Februar: Dr. Elias Straus: Christus und Christentum in Talmud und Midrasch. 6. Abend, Mittwoch, 2. März: Dr. L. Feuchtwanger: Johannis- Evangelium und Apokalypse. Alle drei Abende im Bibliotheksaal 8.15—10 Uhr. VI. ' Pädagogische Arbeitsgemeinschaft: Das Kind in den ersten vier Schuljahren. Leitung: Adolf Schaalmann. 6. Abend, Mittwoch, 9. März 1927, 8.15—10 Uhr im Bibliotheksaal: Der Übergang in die höhere Schule. Weitere Abende über die Entwicklung des Arbeitsunterrichts in der Volksschule und über die Münchener Versuchsschule sind in Aussicht genommen. Kräftiger frischen Früchten destilliert CRISTÄLfc OR4N6E aus cLe rßJlÖrfaßriJz OKagistezy UWiyerSJfirScfi. QnrGuncfi&n. «approbieren Sie ihn! ln allen Feinkostgeschäften erhältlich. Wir sind auch bereit, Bezugsquellen nachzuweisen