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Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern · 1927-01-07 · 1 (7.1.1927) · p. Seite 2

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Journal
Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1927
Issue
1 (7.1.1927)
Article
Gemeindeverwaltung und Lehrer
Date
1927-01-07
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereinö für Bayern Nr. 1 „Der jeweilige Lehrer und Kantor ist Mitglied der Gemeinde mit gleichen Rechten und Pflichten. In Fragen, die Kultus und Unterricht betreffen, stehen demselben innerhalb der Verwaltung Sitz und Stimme bei Beratungen zu." Die Ausnahme dieser Bestimmung in die Gemeinde-Satzungen — mag der Leherer hiervon Gebrauch machen ode,r nicht —, bedeutet gegenüber mancher Land- und Stadtgemeinde einen nennenswerten Fortschritt und ist als Zeichen demokratischen Geistes der Kultusverwaltung Buttenwiesens von 1920 rühmend hervorzuheben. Es darf die Hoffnung ausgesprochen werden, daß auch das zu erwartende Musterstatut des Verbandes, von gleichem Geiste getragen, im Sinne des Antrages „Brückheimer" entsprechende Bestimmungen oorsehen werde. Vereinsnatdrickten Bezirks-Konferenz Ansbach. Die nächste Zusammenkunft findet am Sonntag, dem 16. Januar 1927, mittags 1 Uhr, in Ansbach, Restaurant Jochsberger, statt. Kollegen aus Nachbarbezirken sind stets freundlichst eingeladen. Gunzenhausen, 28. Dezember 1926. M. Levite. Am 28. Dezember 1926, wurde der Reichsverband israelitischer Lehreroereine in Berlin begründet. Unser Verein war durch Dingfelder und Stoll, der Pfälzer Verein durch Krämer vertreten. Nach einstimmiger Annahme der Verbandssatzungen erklärten die bayerischen Delegierten den Beitritt zum Reichsoerband. Die Mitglieder unseres Vereins erhalten von nun an die „Jüdische Schulzeitung" frei zugeschickt, das „Hamburger Israelitische Familienblatt" kann zu dem ermäßigten Preise von ,)t 2.20 pro Vierteljahr bezoen werden. Wir freuen uns, daß die jüdischen Lehrer Altdeutschlands zu einem Bunde vereinigt sind und hoffen, daß diese Einigung zu einem Segen für jüdische Schulen und jüdische Lehrer Verband der Jüdischen Lehrervereine Am 27. und 28. Dezember d. I. wird der Verband in Berlin eine Delegiertenversammlung abhalten, an der Dingfelder und Stoll unseren Verein vertreten werden. bücherschau TL Adler, Leser niv sefosojim. Verl. Kauffmann ür Co., Frankfurt a.M. Das Schriftchen hält mehr noch, als es in der Vorrede verspricht. Es bietet nicht nur Stoff für Vorträge an Sabbaten und Festtagen, sondern auch für viele andere Gelegenheiten, insbesondere Kasualfälle ernster und freudiger Natur. Aber es will eben auch nur Stoff und Anregung zu weiterem Schürfen nach den Schätzen des Midrasch bieten. Wer etwa glaubt, vollständig fertige Vorträge vorzufinden, kommt nicht auf seine. Rechnung. Anregungen, Hinweisungen und Anweisungen, namentlich betreffs jüdischer Ethik, aber birgt es in reichster Fülle. Leider fehlen die Quellenangaben. Sie sind notwendig, da nicht jeder den Midrasch völlig beherrscht. Eignes Nachlesen in den Quellen führt zu immer neuen Stoffen und Gedanken. Eine Neuauflage müßte das berücksichtigen, ebenso ist bei Wiedergabe jüdischer Worte in deutscher Schrift einheitlich durchgeführte Schreibung zu fordern. Das Buch ist, da es in 54 Abschnitten die sämtlichen Thoraabschnitte behandelt, in angeführtem Sinne als gut verwendbar zu empfehlen. A. Personalien In Themar, wo ihm kindliche Dankbarkeit und Liebe ein freundliches Heim geschaffen und einen sorgenfreien, heiteren Lebensabend bereitet hatten, verstarb am 24. November (18. Kislew) der Nestor und Mitbegründer unseres Vereins, Maier Mayer, im Alter von 86 Jahren und 7 Monaten. Er wurde am 22. April 1839 in Aschbach geboren, erhielt seine Ausbildung in Höchberg und Würzburg und wurde nach mehrjähriger Tätigkeit als Religionslehrer in Oberthulba und Giebelstadt in die damals noch blühende Gemeinde Schnaittach berufen, wo er nahezu e,in halbes Jahrhundert in Schule und Gemeinde wirkte, bis er im Jahre 1914 in den wohlverdienten Ruhestand trat und nach Themar übersiedelte. Auch in dieser Gemeinde machte er sich besonders verdient, indem e,r in gottbegnadeter, körperlicher und geisttger Rüstigkeit in den Jahren 1916—1918, als fein Schwiegersohn, Lehrer Levinstein, zum Kriegsdienste einberufen wurde, dessen anstrengenden Dienst versah. Noch als 86jähriger fungierte er am Roschhaschanah und Jomkippur als Scheliach Zibbur. Die hohe Verehrung und Liebe, die ihm aus allen Kreisen entgegengebracht wurde, fand noch besonderen Ausdruck, als er im Vorjahre mit seiner Gattin unter Teilnahme der ganzen Gemeinde, ohne Unterschied des Glaubens, der Vertreter aus seinem vieljährigen Wirkungsorte und der Behörden — der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden sei hierbei eigens genannt — das seltene Fest der diamantenen Hochzeit feiern konnte. Bezirks-Rabbiner Dr. Weinberg in Neumarkt verlieh ihm anläßlich dieser Feier den "nn-Titel. Um den Heimgegangenen trauern mit der Gattin 10 Kinder, 7 Söhne und 3 Töchter. An seiner Bahre hielt der Schwiegersohn die Trauerrede, der älteste Sohn, Lehrer Moses Mayer, widmete dem Vater tief ergreifende Worte des Abschieds. Möge das Andenken des Zaddik zum Segen sein! Blumenthal, Neustadt a. d. A. Am Montag, dem 27. Dezember, wurde ein treuer Kollege, Lehrer Juliys Sommer von Wittelshofen, zu Grabe getragen. Sommer, der am 16. Oktober 1858 in Höchheim geboren war, wirkte von 1878 bis 1895 in den Gemeinden Geroldshausen-Kirchheim bei Würzburg, und seit dieser Zeit, also über 31 Jahre, in Wittelshofen. Viele Jahrq hindurch betreute er auch die Nachbargemeinde Wassertrüdingen. Fast vollzählig gab ihm seine Gemeinde das letzte Geleit zum weit entfernten Begräbnisplatz in Schopfloch und zeigte damit, wie sehr sie ihren Beamten schätzte. Vor dem Trauerhause würdigte Bezirksrabbiner Dr. Munk (Ansbach), in einem ehrenden Nachrufe die verdienstvolle Tätigkeit wie das anspruchslose und bescheidene Wesen des Dahingeschiedenen, woraus die Kultusvorstände von Wittelshofen, und Wassertrüdingen dem geliebten Lehrer und langjährigen geistigen Führer Worte warmer Anerkennung und herzlichen Dankes widmeten. Am Grabe sprachen Lehrer Rosenstein (Schopfloch), für den israelitischen Lehrerverein, Hauptlehrer Levite (Gunzenhausen) für die Bezirkskonferenz Ansbach und Lehrer Erlebacher (Mönchsrot) als Nachbarkollege. Tov schem mischemem tov! Dere gute Name, den der wackere Kollege hinterlassen hat, gereicht mit der trauernden Familie auch dem Lehrerstande zur Ehre. Max Levite (Gunzenhausen). Die Religionslehrerstelle in Markt-Berolzheim wurde dem Lehrer Ludwig Stein, bisher an der Israelitischen Waisenanstalt in Frankfurt a. M., übertragen. Kollege Stein hat seine neue Stelle am 1. Dezember 1926 angetreten. Kantor Banda in Niederwerren übernimmt die Stelle Demmelsdorf-Scheßlitz. Zugang zum Verein. Als ordentliches Mitglied ist Lehrer Stein in Markt-Berolzheim ausgenommen worden. Einzahlungen vom September bis November 1926. Von Lautmann, Nürnberg 18.—; Dingfelder, München 50.—; Strauß, Nürnberg 17.—; Berlinger, Schweinfurt 15.—; Reinhold, Forchheim 15.—; Sulzbacher, Hanau 20.—; Oppenheimer, Bamberg 15.—; Fraenkel, Nürnberg 15.—; Strauß, Eichstätt 15.—; Schloß Mellrichstadt 15.—; Dingfelder, München 20.—; Rülf, Nürnberg 15.50; Berlinger, Schlüchtern 15.50; Oppenheimer, Fürth 15.50;. Lichtenstädter, Hamburg 15.50; Buttenwiefer, Hamburg 15.50; Lamm, Rockenhausen 15.50; Rosenberger, Sinsheim 15.—; Katz, Nürnberg 15.50; Nußbaum, Kissingen 7.—«; Possenheimer, Böchingen 7.—; Adler, Schweinfurt 7.—; Löbenstern, Würzburg 7.—; Wurzmann, Schlüchtern 7.—; Nußbaum, Neumarkt 15.50; Neumann, Kassel 15.—; Zeilberger, Floß 20.—; Senger, Würzburg 5.—; Frank, Fischach 15.50. Durch Lautmann, Nürnberg 32.—; Hellmann, Würzburg 300.—; Heß, Miltenberg 14.—; Berlinger, Schweinfurt 10.—; Rosenstein, Schopfloch 10.—; Dingfelder, München 231.—. Ich ersuche die Kollegen, die im Januar fällige 1. Rate des Vereinsbeitrags pro 1927 baldigst zur Einzahlung zu bringen. (Scheckkonto Nürnberg 6479.) M. Hellmann, Kassier.

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