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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1926-12-03 · 12 (3.12.1926) · p. Seite 322

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
2 (1926)
Issue
12 (3.12.1926)
Article
Das lustige Buch fürs jüdische Kind [Rezension]
Date
1926-12-03
Page
Seite 322 (sequence 2)
Language
German
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322 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 12 Der Verfasser hat eine flotte Feder, einen gefälligen Stil und trifft meist auch gut den Kinderton. Schulkinder allerdings werden die „Einstellung der Erwachsenen aufs kindliche! Fassungsvermögen" mit gesundem Protest empfinden. Immerhin: Der Versuch ist mutig und geschickt. Wir wünschen Glück dazu! Ann Stern. AntisemMca. Heiteres und Ernstes, Wahres und Erdachtes von Dr. Mehemea Emin Efendi. Leipzig 1926, bei Gustav Engel. Unter der großen durch die antisemitische Bewegung heroorgerufene Gegenliteratur nimmt dieses Werkchen eine besondere Stellung ein. Weil es gar nicht heftig, gar nicht aufbrausend und schmähend, sondern ganz ruhig und von feinem Witz und Humor ist. Dies verrät eine größere Unabhängigkeit und Sicherheit, als man sie sonst dieser Bewegung gegenüber zu finden gewohnt ist. Das Buch mit seinen kleinen Geschichtchen und Anekdoten wird vielen eine Freude machen. S. Geschichtliches vom ehemaligen Markte und der nunmehrigen Stadt Jchenhausen. Von Heinrich Sinz (Dekan). Verlag Josef Wagner, Jchenhausen bei Ulm, 1926. 303 Seiten. 4°. 18 Abbildungen und 2 Vollbilder. In Leinwand gebunden 5 Mark. Dieses Buch ist die Frucht einer zwanzigjährigen, oft recht mühevollen Forschertätigkeit. Liebe zur Heimat und zu allen ihren Bürgern hat dem Verfasser, dem Dekan der katholischen Gemeinde, offensichtlich die Feder geführt. So ist schon von diesem Gesichtspunkte aus die Lektüre des Buches eine Freude. Durch die eingehende Behandlung, welche die Geschichte unserer jüdischen Gemeinde — bestimmt nachweisbar von 1550 ab — sowie die Schule, Begräbnisstätte und Synagoge erfährt, erhalten wir zum ersten Male ein geschlossenes, abgerundetes Bild, so daß weite Kreise dem Werke Interesse entgegenbringen werden. Daß auch die Bayerische Israelitische Gemeindezeitung einen wertvollen Hinweis geliefert hat (Dr. Prys: „Hebräische Druckereien im Gebiete des heutigen Bayern"), mag hier erwähnt sein. Trotz Verwertung umfangreichen und teilweise schwer zugänglichen Quellenmaterials hält sich das Buch von aller gekünstelten Gelehrsamkeit fern und hilft mit, den gerade in unseren Kreisen mitunter schwach entwickelten Sinn für geschichtliches Werden zu wecken. Vielleicht wird allerdings unsere Zeit durch kleine Geschehnisse des Alltags stärker aus dem Sattel geworfen als unsere Vorfahren durch viel herberes Geschick; denn jene waren innerlich gefestigter. Und wenn wir das Buch aus der Hand legen, dann mag es uns doch recht nachdenklich stimmen, so wir sehen, wie eine frühe Zeit Ziele erstrebte, deren Erreichung uns heute nicht nur zur Selbstverständlichkeit, sondern häufig sogar zur Gefahr wird, soferne wir es nicht verstehen, das Leben höheren Zielen unterzuordnen. Dr. A. R. Kräftiger krischen Früchten destilliert ClSMl ORANGE de. rßJzorfaßri/i £fJücudLstezy ÜTtkyer&CffirscA QriTüncfäarL Probieren Sic ihn! ln allen Feinkostgeschäften erhältlich. Wir sind auch bereit, Bezugsquellen nachzuweisen Jüdische Bildermappe mit erläuterndem Text nach Dr. Otto Ebstein. Verlag Literarisches Institut für Kunst u. Wissenschaft in Berlin- Charlottenburg. Die Reichsdruckerei in Berlin, die ihrer sorgfältigen Technik einen ausgezeichneten Ruf verdankt, hat eine sehr beachtliche Mappe von Norelli'schen Kupferstichen heroorgebracht. Der Anlaß, auf sie an dieser Stelle hinzuweisen, liegt in dem Milieu, aus dem die Stiche entstanden sind. Die Mappe enthält 6 kulturhistorisch interessante Bilder mit hebräischem Text, Größe 45X34 em, aus dem jüdischen Leben des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Es sind dargestellt: Die Veschneidung, die Hochzeitsfeier, die Beerdigung, Ausheben der Thora, das Pessachfest, das Laubhüttenfest. Als besonders hervorragende Kunstleistungen sind die beiden ersten Bilder (Beschneidung und Hochzeitsfeier) anzusprechen. Der erläuternde Text wurde uns nicht vorgelegt, von einer Würdigung desselben muß daher abgesehen werden. Die Mappe, die sich besonders auch für Geschenkzwecke eignet, wird den Kollegen, auch zur Anschaffung für Schulen und Unterrichtsanstalten, empfohlen. —!— Vereine Jüdischer Jugend-Verein, München. „Der Jüd. Jugend-Verein erstrebt bei unbedingter Wahrung der Neutralität in politischen und religiösen Fragen den Zusammenschluß der jüdischen Jugend Münchens zur Pflege bewußten Judentums und will damit die Anhänglichkeit der Jugend an das Judentum erhalten und kräftigen. Durch Erschließung der jüdischen und deutschen Kulturschätze will er seine Mitglieder zu verinnerlichten Menschen erziehen und ihren Sinn für alle idealen Werte heben." (§ 2 der Satzungen des Vereins.) Das bereits aufgestellte diesjährige Winterarbeitsprogramm versucht all dieses zu erfüllen. So wird der von Herrn Rabbiner Dr. Elk begonnene Vortragszyklus „D i e Geschichte des jüdischen Volkes" von Herrn Oberlehrer Keßler fortgesetzt. Herr Lehrer Adler hatte im Oktober einen Vortrag über „Die Ausgaben der jüdischen Jugend" gehalten und Herr Dr. M. N u ß b a u m am 25. November über „Gesundheitspflege und Sport". Von noch stattfindenden Vortragsabenden feien erwähnt: Vortrag des Herrn Lehrer M. S ch w e i tz e r, „R o m in talmudifchen Bildern". Sämtliche Abende finden jeweils Donnerstags in den Räumen des „Frauenklubs", Finkenstraße 2/1, statt. „Donnerstag-Abende" werden auch umrahmt von musikalischen und künstlerischen Darbietungen. Die neu gebildeten „Arbeitsgemeinschaften" sind an folgenden Tagen: „Vibellesekurs", Leitung Herr Lehrer Adler. Jeden Dienstag von 8Vi Uhr an in der Herzog-Max-Straße 5 Rckgb. (Zimmer des Herrn Hirschinger.) — Thema: 1. Buch Mosis. „Literaturgruppe", Leitung Herr K. N e i s s e r. 14tägig am Montag von 8Y\ Uhr an in der Herzog-Max-Straße 5 Rckgb. (Beratungszimmer. C.-V.-Zimmer.) — Thema: Juden in der modernen deutschen Literatur. 1. Max Brod, Reubeni. „Spielgruppe", Leitung Herr Ernst Nußbaum. Schauspielerisch und rezitationsbegabte junge Leute wollen sich an Herrn Nußbaum, Gabelsbergerstraße 30, wenden. Eine kleine interne „Lhanukkah-Feier" findet am 2. Dezember in der Finkenstraße 2 statt. Nur Mitglieder und ihre Angehörigen haben Zutritt. Alle jüdischen jungen Leute, die für das mitgeteilte Programm Interesse haben, wollen sich an den 1. Vorsitzenden, Herrn Karl Neisser, Ottostraße 2 (Ewer-Buchhandlung), wenden. Anfragen und Mitarbeitswünsche bitten wir ebenfalls an diese Adresse oder an Frl. Alice Kovacs, Landwehrstraße 73, zu richten. Weitere Vorträge werden noch bekanntgegeben. Die Vorstandschaft des Jüd. Jugend-Vereins, München, gez.: Karl N e i s s e r, 1. Vorsitzender.

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