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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1926-12-03 · 12 (3.12.1926) · p. Seite 321

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
2 (1926)
Issue
12 (3.12.1926)
Article
Jubiläums-Aktion des Keren Kajemeth Lejisrael
Date
1926-12-03
Page
Seite 321 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 12 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 321 dienen außer den Original-Kompositionen die Bearbeitung jüdischer Volkslieder, welche zum erstenmal bei dieser Gelegenheit zu Gehör kommen. Es ist dringend wünschenswert, daß die zahlreichen Gönner des Komponisten und alle Freunde des Keren Kajemeth Lejisrael diese Veranstaltung besuchen. Alles Nähere ist aus dem Inserat in dieser Nummer ersichtlich. Alle ehemaligen Schüler und Schülerinnen des Herrn Prof. Em. K i r s ch n e r werden hösl. gebeten, ihre jetzige Adresse umgehend an die Expedition der „Bayr. Jsr. Gem.-Ztg." anzugeben. Erklärung. Verschiedene Vorkommnisse veranlassen mich erneut zu folgender Erklärung: Bittstellern, Sammlern für Wohltätigkeitsanstalten usw. stelle ich keinerlei allgemeine Empfehlungen aus. Wenn ich jemanden einer bestimmten Persönlichkeit zu empfehlen wünsche, geschieht dies durch direktes Schreiben oder durch telephonischen Anruf. Entgegenstehende Behauptungen sind unwahr. München, im November 1926. Rabbiner Dr. Baerwald. Verkauf von Handarbeiten jüdischer Frauen. Eine schöne Auswahl von Handarbeiten, die von armen jüdischen Frauen in Palästina hergestellt werden, ist in München eingetroffen und gelangt hier zum Verkauf. Die sehr geschmackvollen Arbeiten, insbesondere Blusen, Kinderkleider, Spielhöschen, Deckchen, Taschentücher, Kissenplatten, aus Stoffen von allerbester Qualität hergestellt, mit reicher Handstickerei versehen, sind äußerst dauerhaft, praktisch und preiswert. Für Chanukkah bietet sich hier eine Gelegenheit zum Ankauf wirklich schöner und passender Geschenke. Den Verkauf hat in liebenswürdiger Weise Frau Professor Werner, Herzog-Max-Straße 3, übernommen. Verkaufszeit Montag mit Freitag von 11 bis 1 Uhr. vücderfchau Die jüdische Druckerei in Thannhausen. Von David Waller st einer in Ansbach. Das Suchen und Forschen nach dem Bestand der einstmals blühenden schwäbischen Gemeinden gab Herrn Hauptlehrer Kahn in Krumbach Veranlassung, einen diesbezüglichen Aufsatz in Nr. 6 der „Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung": „Die Juden in Thannhausen" erscheinen zu lassen. Ich verweise hiermit auf den sehr interessanten Artikel und in Ergänzung desselben teile ich folgendes mit. Der Herr Bibliothekar der hiesigen Regierungsbibliothek ersuchte mich, die dort aufbewahrten, einstmals in der Markgrafenzeit konfiszierten hebräischen Werke bzw. deren Titel behufs Aufnahme in den Katalog ins Deutsche zu übertragen. Dabei fand ich das von Herrn Kahn näher beschriebene Machsor der Oxforder Bibliothek in einem Quartlederband. Dort in Oxford scheint aber nur der 1. Teil, das Machsor, vorhanden zu sein, während der hiesige Band zwei Teile enthält, und zwar der erste Teil das Machsor, dessen Titelblatt und einige Blätter leider fehlen, dagegen ist das Titelblatt des 2. Teiles vollkommen erhalten und entspricht genau der Beschreibung in oben angeführtem Artikel, nur, daß der Titel nicht in Rotsondern in Schwarzdruck gehalten ist. Der Titel dieses 2. Teils lautet: nyiats^ nDS *p □nson p mrnBQi niDaw m?np .iruoD □’snitpon U&2 nsu n'tö pns' rino 'px.’in IS1 3T3SJ'3 '17 *jiyotp Tim Y'vn njtp pinjo p"p2 pmt? pot? hv no's Dieses Buch war Eigentum des Moyses, ehemaligen markgräflichen Hofjuden aus Fürth. Sein Name steht auf einem, auf dem Deckel aufgeklebten Papierschild. Mehr als dieser Name ist auch mit der Lupe nicht zu entziffern. Bezüglichder Konfiskation macht mich Herr Rabbiner Dr. Weinberg in Neumarkt auf Hänle „Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstentum Ansbach" Seite 85 und 86 und auf Ziemlich „Eine Bücherkonfiskation in Fürth im Jahre 1702" aufmerksam; wofür ich Herrn Doktor auch an dieser Stelle danke. Ob die von Ziemlich namentlich aufgeführten Bücher, 18 Nummern, mit denen in der besagten Bibliothek sich befindlichen identisch sind, kann ich erst nach Sichtung sämtlicher Bände bestimmen. Ich werde dann nicht säumen, von weiteren inte essier.nden Funden Mitteilung zu machen. Das Thannhauser Druckwerk ist bei Ziemlich nicht registriert. Wie Herr Hauptlehrer Kahn mitteilt, wohnen in Thannhausen keine Juden mehr und nur noch der Name Thannhauser (auch Dannhauser) erinnert an die einstige Heimat. Ich gestatte mir hierzu zu bemerken, daß die Urahnen meiner sel. Frau geb. Dannhauser aus Thannhausen stammten und nach dem Gerusch nach Hürden, dem heutigen Krumbach, übersiedelten. Der Großvater (Rabbi Mosche) des hochberühmten Schach war Rabbiner in Thannhausen. Jud Süß Oppenheimer. Von Dr. Ellwenspoeck, Stuttgart 1926 bei Süddeutsches Verlagshaus G. m. b. H. Preis geh. M. 3.20, Hlbl. M. 4.—. Die Gestalt des Jud Süß Oppenheimer kommt nicht zur Ruhe. Nach dem glänzenden Wurf Lions Feuchtwangers, ist nunmehr eine neue Schrift erschienen, die allerdings wesentlich geringere Ambitionen hat. Der Verfasser sucht, offenbar auf Grund eingehenden Akten- und Quellenstudiums, ein Bild der Persönlichkeit Oppenheimers zu geben. Nach der Vorbemerkung war er als erster Bearbeiter in der Lage, die Prozeßakten, die bisher nur bedingt zugänglich waren, unbeschränkt zu benützen. Nach der Arbeit des Dichters haben wir also nunmehr die Arbeit des Historikers vor uns. Trotzdem ist diese nicht kalt und nüchtern gehalten, sondern zeichnet sich durch eine menschliche Anteilnahme aus. Für diejenigen, die angeregt durch Lions Feuchtwangers Werk oder durch Hauffs Novelle Interesse für die Gestalt des Jud Süß gewonnen haben, ein Interesse, das sie nicht nur als Persönlichkeit sondern auch als Typ verdient, wird das vorliegende Buch eine willkommene Anregung bieten. S. Palästina. Eine Fahrt ins gelobte Land. Von Freiherrn v. Schoenaich. Meyers Druckerei, Halberstadt 1926. Das Palästina-Problem beschäftigt die interessierten Köpfe aller Länder und aller Konfessionen. Der bekannte demokratische Politiker, Generalmajor a. D. v. Schoenaich, besuchte das Land, wie er eingangs ausführt, weil dieses Problem, wenn auch nicht zu den ganz großen, so doch zu den wichtigsten der Zeit gehört. Der Verfasser gibt in dem Buch eingehende Schilderungen von Land und Leuten, von der Art der Bodenbewirtschaftung, von den Ansiedelungen, von Verhältnissen zwischen Juden und Arabern. Schoenaich sieht in den palästinischen Siedlungen keine Gefahr für die Stellung der Juden in anderen Ländern. Im Gegenteil gibt er zu bedenken, ob es nicht auch die Stellung der Juden in anderen Ländern heben würde, wenn die palästinische Arbeit fruchtbar würde. Das Schlußwort seines Buches bedeutet ein hohes Lied für die palästinischen Juden: „Aber noch nie sah ich Menschen so freudig in freiwillig gewählter Schicksalsgemeinschaft arbeiten an dem Bau eines neuen Staates wie dort. Ihnen bauen zu helfen, halte ich für ein verdienstvolles Werk der Gerechtigkeit und des Friedens." S. Das lustige Buch fürs jüdische Kind. „Das lustige Buch fürs jüdische Kind" ist der erste Versuch eines jüdischen Kinderbuches in deutscher Sprache aus dem deutsch-jüdischen Alltagsleben. Jedenfalls ein interessanter Versuch. Kritik „an sich" hier überflüssig. Es heißt abwarten, was die Kinder dazu sagen. Die Illustrationen schauen gut aus. Die Geschichten -manchen merkt man das „Gesuchtwordensein" an. Es ist kein so ganz unproblematisches Milieu, vor allem keins, das sich mit dem des kleinen Leserkreises völlig deckt. Und gnade Kinder brauchen geistige Nahrung, die auf einem gesunden Boden gewachsen ist.

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