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Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern · 1926-11-08 · 11 (8.11.1926) · p. Seite 24

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Journal
Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1926
Issue
11 (8.11.1926)
Article
Begrüßungsschreiben des Präsidenten des Verbandes anläßlich der Würzburger Mitgliederversammlung
Date
1926-11-08
Page
Seite 24 (sequence 1)
Language
German
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MitellunW öta MMchm Lehreroereins für Wem Schriftleitung: M. Rosenfeld, München 1926 München, 8. November Nr. 11 Begrüßungsschreiben des Präsidenten des Verbandes anlätzlicb der Würzburger Mitgliederversammlung Der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden hat sich am 22. Februar 1926 nach einer fünfjährigen Probezeit seine endgültige Verfassung gegeben, er hat für die Beamten seiner Gemeinden ein Beamtenrecht geschaffen. Damit ist in den gesetzgeberischen Arbeiten des Verbandes ein Ruhepunkt eingetreten, der einlädt zu einer kurzen rückschauenden Betrachtung. Wir dürfen vielleicht sagen, daß der Verband, entstanden in dringender Not und getragen von dem Willen zum gerechten, billigen Ausgleich, die Interessen unserer religiösen Gemeinschaft, wie der vornehmsten Träger dieser Gemeinschaft in gleicher Weise berücksichtigt und in wenigen Jahren das Ziel erreicht hat, das ein volles Jahrhundert vergeblich angestrebt worden ist, vorbildlich für andere Länder und Gemeinschaften. Wenn dieser Erfolg festgestellt werden kann, so ist er mit in erster Linie zu danken der zielbewußten und doch maßvollen, weitblickenden und klugen Arbeit des Lehrervereins und seiner Führung. Und so möchten wir Ihnen danken für diese treue Mitarbeit und dem Vertrauen Ausdruck geben, daß wir auch künftig einträchtig Zusammenwirken zur Ehre des jüdischen Namens. Wir verfolgen Ihre bedeutungsvollen Beratungen mit lebhaftem Interesse und wünschen ihnen einen gedeihlichen Verlauf. Möge reicher Segen fließen aus dem Zusammenwirken von Lehrerschaft und Verband für die geistige und sittliche Arbeit unserer religösen Gemeinschaft in bayerischen und deutschen Lan- Mit vorzüglicher Hochachtung Dr. Neumeyer. Protokoll der 48. Mitgliederversammlung am 30. und 31. ttugust 1426 in Würzburg I. Begrüßungsabend. Zum Begrüßungsabend waren außer zahlreichen Mitgliedern als Ehrengäste die Herren Rabbiner Dr. Hanooer und Engel als Vertreter der Kultusgemeinde Würzburg, für den Verband die Herren Heß und Lazarus, ferner eine große Anzahl von Würzburger Gemeindemitgliedern erschienen. Nach den Begrüßungsworten des Vorsitzenden richteten die Vertreter des Verbandes, des Rabbinats und der Kultusgemeinde Ansprachen an die Versammlung, aus denen die hohe Wertschätzung des Lehrerstandes zum Ausdruck kam. Hierauf erstattete Oberkantor Heimann (Augsburg) den angekündigten Vortrag über „die Entwicklung des Synagogengesanges von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart". Der durch musikalische Beispiele illustrierte Vortrag gab ein klares, übersichtliches Bild über den Werdegang der Synagogenmusik von. biblischen Zeiten bis in die neuesten Tage. Den großen Meistern, die den Synagogengesang auf seine heutige Höhe gebracht haben, Rosst, Sulzer, Lewandowski und Kirschner, widmete er eine eingehende Würdigung. Im Anschluß an den Vortrag sangen Eschwege (Würzburg), Müller (München) und Heimann (Augsburg) eine Reihe von Piecen aus dem 4. Band des Kirschnerschen Werkes T'hillos l'el Die Anwesenden dankten durch lebhaften Beifall den künstlerisch vollendeten Vorträgen. Diese seit dem Vorjahre üblichen, dem Synagogengesang gewidmeten Vegrüßungsabende bilden eine wertvolle Bereicherung und weihevolle Einleitung unserer Mitgliederversammlungen und lassen die von einem Vertreter des Verbandes ausgehende Anregung berechtigt erscheinen, Kantorenkurse auch in Bayern ins Leben zu rufen und dadurch jüngeren Berufsgenossen Gelegenheit zur Weiterbildung auf diesem Gebiete zu geben. II. Mitgliederversammlung. Kurz nach 9 Uhr eröffnete der Vorsitzende die 45. ordentliche Mitgliederversammlung, indem er die erschienenen Ehrengäste, unter ihnen das Mitglied des Rats, Herrn Sonder (Kitzingen), die Vertreter auswärtiger Vereine und Lehrergäste sowie die zahlreich anwesenden Vereinsmitglieder willkommen hieß. Mit lebhaftem Beifall antwortete die Versammlung auf das zur Verlesung gebrachte Begrüßungsschreiben des Präsidenten des Verbandes, Herrn Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer. Begrüßungsschreiben bzw. Telegramme hatten gesandt: Der Verband der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reich, Rothschild (Eßlingen) für den Württemberger Lehrerverein, Rabbiner Dr. Stein (Schweinfurt), Wertheimer (Hardheim), Rosenwald (Frankfurt a. M.), Krämer (Speyer), Dr. Eschwege (Ham- Kollege Sichel (Wertheim) überbrachte Grüße des Badischen Lehrer- und Kantorenvereins. Die Buchhandlung Kaufsmann (Frankfurt a. M.) hatte eine Sammlung ihrer Verlagswerke ausgestellt, die von den Anwesenden eifrig geprüft und mit Interesse besichtigt wurde. Der Vorsitzende erstattete hierauf den Jahresbericht, der in einer weiteren Nummer veröffentlicht wird. Dem Berichte des Kassiers entnehmen wir den Rückgang der zur Unterstützungskasse fließenden Spenden, der auf die allgemeine wirtschaftliche Notlage und die geringere Werbetätigkeit unserer ordentlichen Mitglieder zurückzuführen ist. Trotzdem wurden im vergangenen Jahre M. 11277.50 an Unterstützungen verteilt, was nur dadurch möglich wurde, daß ein größerer Teil des in den Vorjahren angesammelten Vermögens für diese Zwecke verwendet wurde. Dem Rechnungsbericht sind noch folgende Zahlen zu entnehmen: Einnahmen M. 36 682.58 Ausgaben M. 35 815.15. Die Ausgaben verteilen sich in folgender Weise: Verwaltung M. 1269.87 Unterstützungen M. 11277.50 Vermögensanlage M. 21 350.— Sonstige Ausgaben M. 1918.28 _ Summa: M. 35 815.65. Die von Godlewsky (Amberg) und Hofmann (Rothenburg) geprüfte Rechnung wird als richtig anerkannt und nach Worten des Dankes an den bewährten Kassier wird diesem und der Verwaltung die beantragte Entlastung erteilt. Der Kassier gibt noch eine Übersicht über die Einnahmen des laufenden Jahres und kommt mit Rücksicht auf den sehr geringen Eingang von Spenden und außerordentlichen Beiträgen zu dem Ergebnis, daß eine Verteilung von Pensionen in der bisherigen Weise unmöglich sei. Der Vorsitzende schließt sich diesen Ausführungen an und legt ausführlich dar: 1. daß der Verein infolge der Inflation sein Vermögen fast vollständig verloren hat, 2. daß außerordentliche Spenden und Beiträge nicht wie in den Vorkriegsjahren unserer Hilfskasse zufließen, 3. daß vom Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden und vom Versorgungsverband fast alle dienstunfähigen Beamten bzw. Beamtenhinterbliebenen entsprechende Ruhegehälter beziehen.

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