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Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern · 1926-10-07 · 10 (7.10.1926) · p. Seite 22

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Journal
Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1926
Issue
10 (7.10.1926)
Article
Präparandenlehrer Max Gutmann
Date
1926-10-07
Page
Seite 22 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 10 Mitteilungen des Israelitischen LchrervereinS für Bayern 22 religiösem Ernst durchwehtem Elternhause, wurde Gutmann schon in früher Jugend auf das alte jüdische Ideal eines Lehrers hingewiesen. Die in bayerischen Lehrerkreisen bekannten und geschätzten Jugendbildner, Lehrer Sichel s. A. (Kleinsteinach) und Lehrer Eschwege (Thüngen) waren die geistigen Führer seiner Jugend. Die Präparandenschule zu Höchberg und das Jüdische Lehrerseminar zu Würzburg zählten Gutmann mit zu ihren strebsamsten Absolventen. Seine Laufbahn als jüdischer Lehrer begann der junge Kollege in mehreren kleinen Gemeinden Unterfrankens, dann folgte er einem Rufe an die höhere Mädchenschule nach Hamburg. Seine reichen pädagogischen Erfahrungen, die er in öjähriger Tätigkeit in Hamburg sich erwarb und als Hörer an der dortigen Hochschule erweiterte, konnte er als Lehrer an der Präparandenschule zu Burgpreppach vom Jahre 1908 an als Nachfolger des verewigten Hauptlehrers Neumann s. A. in reichem Maße verwerten. In 17jähriger Tätigkeit als Lehrerbildner hat sich Gutmann durch treue Hingabe die Dankbarkeit von Hunderten seiner Schüler, die Anerkennung und Achtung seiner Kollegen an der Schule und des Bezirks, sowie den Dank der Verwaltung und Leitung seiner Schule erworben. Fast untragbar erschien zeitweise das Maß der Arbeit, das in der Kriegs-, besonders aber in der Inflationszeit als Pflegevater, als Hausverwalter und als Lehrer auf seinen Schultern lastete. War er doch zuletzt fast der einzige und alleinige Träger der gesamten Schul- und Jnternatsaufgaben, welche aus dem Betrieb der zur Bürgerschule umgewandelten Burgpreppacher Anstalt erwuchsen. Seine Körperkraft, welche den großen Anstrengungen des ihm im letzten Jahrzehnt gestellten Aufgabenkreises nicht mehr gewachsen war, brach unter der Last zusammen, mußte um so eher zusammenbrechen, als unerquickliche Verhältnisse an der Schule durch seelische Aufregungen seine ohnehin schon geschwächte Gesundheit stark beeinträchtigten. Obgleich erst am Ende der vierziger Jahre stehend, mußte Gutmann jede weitere Berufstätigkeit aufgeb'en. Aber gerade jetzt mußte er noch einmal die Tragik des jüdischen Lehrerstandes erfahren. Es zeigte sich, daß trotz der in Bayern gegebenen Versorgungsmöglichkeit für seine Ruhestands- und Hinterbliebenenbezüge nur unzulänglich gesorgt war. Dem Eintreten seiner Kollegen im Bayerischen Lehrerverein ist es noch in letzter Stunde dank der Fürsorgetätigkeit des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden in Verbindung mit den Opfern aus der Hilfskasse des Lehrervereins und aus der Kasse der Burgpreppacher Schule gelungen, die Ruhestandsversorgung im Rahmen der einmal gegebenen Verhältnisse noch einigermaßen befriedigend zu lösen. Aber nicht lange sollte Gutmann der Ruhe sich erfreuen. Nach etwas mehr als einjährigem Ruhestand machte ein Schlaganfall seinem Leben ein Ende. An seinem Grabe trauert eine junge Witwe mit fünf Waisen. Möge es gelingen, die Hinterbliebenen für Not und Sorge zu bewahren! Wie sich der verewigte Jugendbildner in Hunderten von Herzen dankbarer Schüler ein Denkmal bleibender pietätvoller Verehrung gesetzt hat, wird sein Andenken in den Kreisen seiner Kollegen, die ihn als einen aufrechten Mann und treuen Freund schätzten, in liebevoller Erinnerung fortleben. Secher zadik livrocho! I. St. Vereinigung ehemal. IVürzburger! Der Zusammenschluß der ehemaligen Schüler des Würzburger Seminars, von einer Reihe früherer Mitschüler seit langem geplant und angeregt, soll nun zur Tatsache werden. Von den über 700 Absolventen (wahrlich eine stattliche Zahl), welche das Seminar in den sechs Jahrzehnten seines Bestehens ausgebildet hat, dürften nach vorläufiger Zusammenstellung mehr als 500, soweit sie nicht schon den wohlverdienten Ruhestand genießen, in den jüdischen Gemeinden Deutschlands und der Schweiz wirken. An alle Mitschüler, deren Adresse sestgestellt werden konnte, ist in diesen Tagen ein Aufruf versandt worden mit der Aufforderung, für den wegen Erweiterung der Anstalt notwendig gewordenen Synagogenneubau ein Scherflein beizusteuern, damit der erstehende Betsaal als gemeinsame Stiftung der ehemaligen Schüler der ^Ima mater als Zeichen dankbarer Erinnerung übergeben werden kann. An alle ehemaligen „Würzburger" ergeht die herzliche und dringende Bitte, durch Leistung eines Beitrags sein Zugehörigkeitsgefühl zur neuzugründenden Gemeinschaft zu bekunden. (Geldsendungen erbeten an Direktor A. Fröhlich (Gießen), Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 5158). Ehemalige Würzburger, welchen dieser Aufruf durch die Post um deswillen nicht zugegangen ist, weil ihr Aufenthaltsort bisher nicht bekannt war, werden gebeten, ihre Adresse dem Unterzeichneten bekanntzugeben, der von Mitschülern beauftragt ist, den formellen Zusammenschluß der „Vereinigung ehemaliger Würzburger" zu organisieren. Hauptlehrer A. Strauß, Uffenheim (Bayern). Einzahlungen von Juni dis Auguft 1926 Durch: Hellmann, Würzburg 130.—; Dr. Hammelburger, Würzburg 3.—; Ochsenmann, Frankfurt 5.—; Sommer, Wittelshofen 10.—; Lehmann, Eschau 7.50; Frank, Straubing 5.—; Goldstein, Würzburg 10.—; Rose, Altenstadt 37.—; Gundersheimer, Brückenau 11.07; Gutmann, Heidingsfeld 22.—; Godlewsky, Amberg 10.—; Heippert, Scheinfeld 10.—; Fränkel, Erlangen 10.—; Dingfelder, München 50.—. Von Kissinger, Fürth 15.—; Kissinger, Ursprüngen 7.—; Ochsenmann, Frankfurt 15.—; L. Uhlfelder, Nürnberg 15.—; Rehfeld, Gunzenhausen 10.—; Metzler, Ludwigshafen 15.—; Rosenwald, Frankfurt 25.—; Frank, Straubing 15.—; Heß, Nürnberg 15.—; Stein, Regensburg 15.—; Winter, Regensburg 10.—; Adler, Nürnberg 15.—; Nußbaum, Dahn 5.—; Senger, Würzburg 10.—; Geßner, Rostock 50.—; Goldstein, Würzburg 5.—; Erlebacher, Höchberg 15.—; Rose, Altenstadt 10.—; Gundersheimer, Brückenau 2.—; Adler, München 20.—; Vamberger, Kitzingen 35.—; Berendt, Veitshöchheim 15.—; Einstädter, Kitzingen 15.—; Godlewsky, Amberg 20.—; Hammelburger, Mühlhausen 15.—; Heippert, Scheinseld 15.—; Kahn, Westheim 15.—; Kissinger, München 20.—; Lernte, Gunzenhausen 15.—; Neustädter, Kissingen 10.—; Oppenheimer, Landenbach 20.—; Ottensoser, Würzburg 20.—; Rosenbaum, Ingolstadt 15.—; Steinberger, Kissingen 15.—; Strauß, Nördlingen 15.—; I. Uhlfelder, Nürnberg 15.—; Wähler, Neustadt a. S. 20.—. Diejenigen Kollegen, die mit ihrem Beitrag für 1926 noch im Rückstand sind, werden ersucht, denselben baldigst beim P o st - scheckamt Nürnberg Nr. 6179 einzuzahlen. W ü r z b u r g , 12. September 1926. M. H e l l m a n n. JÜDISCHER JUGEND-VEREIN MÜNCHEN MUSEUMS-SAAL. Dienstag, den 12. Oktober 1926, 8 Uhr abends Rabbiner Dr. Max Elk (Stettin) Einmaliger öffentlicher Gastvortrag: Der moderne Mensch und die Religion Karten an der Äbendkasse und im Vorverkauf in der Ewer-Buchhandlung.

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