Mannheim
Compact Memory

Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1926-08-07 · 8 (7.8.1926) · p. Seite 224

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
2 (1926)
Issue
8 (7.8.1926)
Article
Erklärung der konservativen Fraktion im Verbande bayerischer israelitischer Gemeinden
Date
1926-08-07
Page
Seite 224 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2727810-2727823-2727831--01239-2730112
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

224 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 8 Aus dem Verbände. Erklärung der konservativen Fraktion im Verbände Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Die konservative Fraktion im Verbände Bayerischer Israelitischer Gemeinden war am Sonntag, dem 4. Juli, in ^Nürnberg zur Besprechung von Verbandsfragen zusammengekommen. Eine tags zuvor erschienene Presseäußerung, welche den bayerischen Verband im allgemeinen und die bayerische Orthodoxie im besonderen angeht, veranlaßte die Fraktion zu folgender Feststellung, welche den jüdischen Zeitungen zur Veröffentlichung übergeben werden soll: „Die geistige Einstellung eines Teiles der deutschen Orthodoxie ist in ihrer Ablehnung jeder Gemeinschaftsarbeit mit Andersdenkenden in Gemeinden und Gemeindeverbänden zur Genüge bekannt. Aus dieser Einstellung heraus ist der Artikel des Herrn Rabbiners Dr. Breuer (Aschaffenburg) in Nummer 27 des Israelit, in welchem er den bayerischen Verband und seine Einrichtungen bekämpft, erklärlich. Die konservative Fraktion des Gemeindeverbandes vertritt demgegenüber in Gemeinschaft mit den ihr zugehörigen Rabbinern die Auffassung, daß innerhalb des Verbandes eine Gemeinschaft möglich ist, ohne damit in Widerspruch mit dem Religionsgesetz zu geraten, wie dies die Geschichte des bayerischen Verbandes in den vergangenen 5 Jahren hinlänglich beweist. Soweit in einem Einzelfall aus dem Bezirk des Artikelschreibers Schwierigkeiten entstanden sind, die ihre Erledigung noch nicht gefunden haben, wird die konservative Fraktion die berechtigten Forderungen des Verfassers des Artikels mit Nachdruck vertreten, wie es in ähnlichen Fällen bisher geschehen ist." Ein Doppeljubiläum in Uffenheim. Der 24. Juli war für die Israelitische Kultusgemeinde Uffenheim und für Herrn Hauptlehrer Strauß ein Ehrentag. 50 Jahre find vergangen, seitdem in der wiedergegründeten Gemeinde Herr Strauß als erster Lehrer und Gemeindebeamter angestellt wurde, die Einrichtung von Unterricht und Gottesdienst in mustergültiger Weise gestaltet und neben dem vor zwei Jahren gestorbenen langjährigen Vorstand Flaum, die Geschicke der jungen Gemeinde in glücklichen und ernsten Tagen gelenkt hat. Die beiden Vorsteher, die Herren Gustav Stark I und Hahn gestalteten den Trostsabbath zum Gedenk- und Ehrentag. Die Teilnahme einer ganzen Stadt aber machte das Fest zu einem wahren Kiddusch haschem der in diesen bitterensten, für uns Juden oft recht schmerzlichen Zeiten Hoffnungen und Trost erwecken kann. Im festlich geschmückten Gotteshaus, einer Zierde des Städtchens, hielt Herr Rabiner Dr. Munk die Predigt und nannte den Jubilar in Anlehnung an das Jesajawort der Haphthora einen „Wegebahner" und „Wegbereiter". Chorgesänge aus Kindermund erhoben die Andacht und zeigten, wie mit einfachsten Mitteln auch in einer kleinen Gemeinde ein würdiger Gottesdienst geschaffen werden kann. Die Hauptfeier vollzog sich im Saal des historisch denkwürdigen Rathauses. Die Stadtgemeinde hatte ihn auf ihre Kosten ausgeschmückt und zur Verfügung gestellt. Der 1. Vorstand der Kultusgemeinde, Herr Gustav Stark, begrüßte die Behörden, die geistlichen Vertreter der christlichen Konfessionen und die zahlreichen Festgäste. Er gab ein Bild von der Entwicklung und dem Aufblühen der Gemeinde und der fünfzigjährigen Tätigkeit des verehrten Lehrers, Als Erinnerungsgabe an diesen Tag überreichte er eine Ehrenurkunde. Der Vorstand des Bezirksamtes, Herr Oberregierungsrat von Grundherr zollte dem Jubilar herzliche Worte des Dankes und der Anerkennung für seine Verdienste als Lehrer und Erzieher in Volks- und Mittelschulen der Stadt. Im Namen des Heimatmuseums, zu dessen Begründern Strauß gehörte, überbrachte er die Ernennung zum Ehrenmitglied. Der protestantische und katholische Geistliche übermittelten die Glückwünsche ihrer Gemeinden und betonten das friedliche Zusammenleben der Bekenner verschiedenen Glaubens, zu dem das taktvolle und doch zielbewußte Eintreten des jüdischen Lehrers viel beigetragen habe. Das Präsidium des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden hatte als besonderen Delegierten das Mitglied des Rates, Herrn Eduard Sonder (Kitzingen) zu der Feier entsandt, welcher folgendes ausführte: Der Verband habe die zersprengten Gemeinden zu einer Einheit gesammelt, ihnen nicht bloß die Erhaltung ihrer Einrichtungen erleichtert, sondern sei mit Liebe und innerer Anteilnahme an allen Ereignissen beteiligt. In diesem Sinne überbringe er Gemeinde und Lehrer die Grüße und Glückwünsche des Verbandes. Als Vertreter des israelitischen Lehrervereins sprach Herr Dingfelder (München) zu dem treuesten Mitglied, zu dem arbeitsfrohen Beigeordneten der Verwaltung, der heute die Ernte reifen sehe, auf die er fünfzig Jahre gehofft, gleich dem Sämann des Psalms. Die israelitische Lehrerbildungsanstalt in Würzburg hatte Herrn Seminaroberlehrer Stoll zum Jubelfeste emes der ältesten Schüler entsandt. Dem Idealismus, dem er aus der Schule in Beruf und Leben mitgenommen, sei er stets gefolgt, einer der dankbarsten Schüler gelte feine stete Fürsorge der Alma mater. Im Namen der Lehrer in Uffenheim sprach der Schulleiter, Herr Oberlehrer Gundel, im Namen der Bezirkskonferenz des Bayerischen Lehrervereins Herr Hauptlehrer Schmidt. Eine besondere Note in der Menge der Reden bildete der Gruß, den Herr Regierungspräsident, * HAUSER’S HOTEL „DER REICHSADLER" * MÜNCHEN, HERZOG-WILHELMSTRASSE 32 Albert Hauser, Eigentümer Vornehmstes Familienhaus in zentralster und ruhigster Lage 3 Minuten vom Hauptbahnhof Modernster Komfort / 40 Privatbäder / Staatstelephon Warm- und Kaltwasser in allen Zimmern Allererstes Restaurant und Bar / Grillroom Sehenswerte Räume / Eigener Autodienst zu allen Zügen Unsere neu ausgestatteten Restaurations- und Caferäume sind eine Sehenswürdigkeit * *

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.