Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 7 (1.7.1926)
- Article
- Posner Arthur [Rezension]
- Date
- 1926-07-01
- Page
- Seite 208 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2u8 bayerische Israelitische Ecmeindezeitung Nr., 7 nur den adäquaten Ausdruck für all die Sehnsucht seines Herzens, für all sein Fühlen und Empfinden, sie belehren ihn auch über sein Verhältnis zu Gott und über seine sittlichen Pflichten und Aufgaben. Indem der Verfasser die Psalmen mit ihrer eigenen Sprache zu Worte kommen läßt, erfahren wir welche Vorstellungen der Psalmist von Gott und seiner Hoheit, von seiner Allmacht und seiner Güte, seiner Gerechtigkeit und Liebe, von seiner Weltenleitung und Hilfsbereitschaft hat und wie er sie preist, vernehmen wir, was er von dem Menschen fordert, welche religiöse und soziale Pflichten ihm obliegen, was für ihn gut und böse heißen muß. Der Verfasser will die Psalmen unserer Zeit neu erschließen und verständlich machen. Dieses Ziel ist ihm wohl gelungen. Durch üie Art der Darstellung und Anreihung der einzelnen Probleme vermeidet er alles lehrhafte und hält das Interesse wach, so daß selbst die Jugend an diesem Buche nicht ohne Verständnis vorübergehen, vielmehr durch dasselbe angeregt und gefördert werden wird. Posners Psalmen können als Werk für die Jugend, als Jugendbuch im besten Sinne bezeichnet und als solches empfohlen werden. I. r. Dr. Karl Gröber: Palästina, Arabien und Syrien. Baukunst, Landschaft, Volksleben. Verlag Ernst Wasmuth A.-G., Berlin. Preis: in Leinen geb. M. 26.—; in Halbleder und Halbpergament geb. M. 35.—. Groß-Quart, XIII S., 304 Abb. Die Länder der Heiligen Schrift haben durch ihre Bedeutung für die Anhänger der drei monotheistischen Weltreligionen seit alters in Wort und Bild größte Anziehungskraft auf die Völker des europäischen Kulturkreises ausgeübt. Durch das Wiedereintreten Palästinas und der angrenzenden Gebiete in das politische Bewußtsein unserer Tage ist das Interesse an diesen historischen Stätten der Menschheit in besonderem Maße geweckt worden. So erscheint es nicht als Duplizität bzw. Triplizität der Fälle, viel eher als Ausdruck der Erkenntnis, daß in diesem Winkel zwischen Europa, Asien und Afrika wieder einmal Völkerschicksale sich entscheiden, daß im Verlaufe eines kurzen Jahres drei Veröffentlichungen, deren Hauptzweck die Übermittlung des Augeneindruckes dieses Stück Orient ist, erschienen sind. Das von Georg Landauer besorgte Palästina-Bilderwerk^ wendet das Augenmerk des Betrachters vorzüglich dem Werdenden in Erez-Jsrael zu, gibt vor allen Dingen dem Juden ein eindringliches Bild über das heutige Gesicht des Landes unserer Väter, des Landes auch späterer Enkel, zu dessen Wiederaufblühen in unseren Tagen neuer Grund gelegt wird. Die von Dr. Paul R o h r b a ch herausgegebene Sammlung zeigt den vorderen Orient im Zusammenhang mit politischen Bestrebungen, deren Zeit vielleicht nie mehr anbricht. Anders wieder sieht Dr. Karl Gröber den Orient. Die zum überwiegenden Teile auf eigenen, hervorragend guten photographischen Aufnahmen beruhende Bilderreihe gibt die malerischen, künstlerischen Werte des nahen Ostens in einprägsamer Formgestaltung wieder. Gerade jetzt, da mit dem Einströmen der westlichen Zivilisation viel bewußte (siehe Damaskus) und daneben auch absichtslose Zerstörung des schönen Alten, der Pracht des Orients einhergeht, sind wir dem Verfasser besonders dankbar, so manche einzigartige Schöpfung vergangener Kunstperioden in unübertroffener Weise festgehalten zu sehen. Die von jeder Nebenabsicht freie Zusammenstellung zeigt uns die bedeutendsten Denkmale des seit dem ausgehenden Altertum in Palästina und seinen Nebenländern erhaltenen Kunstschaffens. Infolge der fast völligen Vernichtung der vielleicht nicht besonders originären aber gewiß gewaltigen Zeugen des jüdischen Altertums, kommt das jüdische Element, das gerade jetzt sich wieder anschickt, dem Lande seinen besonderen Stempel aufzudrücken, vorzugsweise in den wenigen Bildern jüdischer Typen zum Ausdruck. Da auch „Volksleben" geschildert sein soll, hätte neben den „Juden an der Klagemauer" und den Betern und Synagogenbesuchern das neue, aber für das Land bedeutungsvolle Bild des Chaluz nicht fehlen dürfen. Mit dem egschulten Auge des Kunsthistorikes (Dr. Gröber ist Kustos am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege) sind die spärlichen Reste der hellenistisch-römischen Zeit, die stilkrästigen Spuren der Herrschaft der Kreuzfahrer und die schließlich dem Lande seinen Charakter aufdrückende Note der islamischen Baukultur zu einem eindrucksvollen Bilde des heutigen Orients zusammengefaßt. Das feine Empfinden für öle wirkungsvolle Hervorhebung des künst- 1 Ausführlich besprochen in Nr. 10 des Jahrgangs 1925 der „Bayerischen Israelitischen Gemeinde-Zeitung". lerischen Moments zeichnen auch die nicht vom Verfasser herrührenden, für das von ihm nicht selbst bereiste arabische und syrische Gebiet repräsentativen photographischen Wiedergaben aus. Eine glückliche Fügung bot die Möglichkeit, daß die aus dem Nachlaß des bei seinen folkloristischen Reisen in Hedschas ums Leben gekommenen jüdischen Forschers Hermann Burchhardt stammenden, lichtbildnerisch wie inhaltlich wertvollen Aufnahmen der Vergangenheit entrissen und zur Charakterisierung des noch immer halb sagenhaften Jemen, des alten Reiches „Saba" verwandt werden konnten. Wirkungsvolle Ausschnitte des landschaftlich großartigen Rahmens der „Heiligen Stätten" runden das Prachtwerk ab und beleben in ihrer mächtigen Starrheit die Phantasie des Beschauers. Mit diesem Bande hat der Verlag Wasmuth einen weiteren Schritt zur Fortführung seiner Sammlung „Orlris terrarum" (Die Länder der Erde im Bild) getan und den Freunden der schönen Welt durch den Kupfertiefdruck, der in der Wärme des Tons die Feinheiten einer künstlerischen Photographie aufs schönste wiederzugeben gestattet, neue Eindrücke vermittelt. München. Theo Harburger. Aruch Haschalem. Im Verlage „Menorah" (Wien, II., Heinestraße 16), ist das unentbehrliche und seit Jahren vergriffene Monumentalwerk „Aruch Haschalem — Aruch Completum" von Dr. Alexander K o h u t in einer neuen Auflage erschienen. Die Neuausgabe enthält auch sämtliche Ergänzungen und Korrekturen, die der Verfasser nach Erscheinen der ersten Ausgabe in einem separaten Band erscheinen ließ. Die Neuausgabe des „Aruch Haschalem" ist auf feinem, holzfreiem Papier schön und klar gedruckt und in 8 Prachtbänden gebunden. Neuerscheinungen. (Mitgeteilt von der „Ewer"-Buchhandlung, München, Ottostr. 2.) Babel, I.: Geschichten aus Odessa. Hlwd. M. 3.—. Baeck: Wesen des Judentums. Neuausgabe auf holzfreiem Papier. Lwd. M. 8.—. Bohßet, Wilh.: Die Religion des Judentums im späthellenischen Zeitalter. 3. verbesserte Auflage Hrsg, von Hugo Grehmann M. 15.—. Breuer, Js.: Die Welt als Schöpfung und Natur. Geb. M. 4.50, drosch. M. 2.50. Dubnow, S. M.: Weltgeschichte des jüdischen Volkes. Band 3, Lwd. und Hldr. Feuchtwanger, Lion: Die häßliche Herzogin, Roman. Lwd. M. 6.50. Heinemann, Js.: Die Lehre von der Zweckbestimmung des Menschen im griechisch-römischen Altertum u. im jüdischen Mittelalter. M. 3.60. Jahrbuch der jüd. literarischen Gesellschaft. Bd. 17. Lwd. M. 13.—. Jahrbuch für jüdische Volkskunde 1924/25. Hrsg, von Dr. M. Grunwald. Lwd. M. 20.—. Jalkut Saimoni: Hebr. Kommentar z. Tnach. Dünndruckausgabe in 1 Band. M. 16.80. Jastrow, M.: Wörterbuch zum Targum, Talmud und Midrasch. Hebr.-englische Dünndruckausgabe in 1 Band. Lwd. M. 29.40. Der Jude: Sonderheft: Erziehung. M. 2.80. Jüdische Enzyklopädie erscheint im Herbst. Enzyklopädie des Judentums: Probeheft. Kittel: Probleme des palästinischen Spätjudentums. M. 8.40. Die Kreatur. Eine Zeitschrift viermal im Jahr erscheinend, Hrsg, von M. Buber u. a.: Lewinsohn (Morus): Jüdische Weltsinanz? Brosch. M. 3.—, geb. M. 4.50. Linden, Gg.: Arische und semitische Dichtung. M. 4.—. Murawski: Die Juden bei den Kirchenvätern und Scholastikern. M. 2.40. Der Morgen. Zweimonatsschrift, 2. Jhrg., Heft 1 und 2; einzeln M. 2.25, Kplt. M. 12.—. Posner, A.: Die Psalmen, das Religionsbuch der Menschheit. Lwd. M. 3.50. Rathenau, Walter: Briefe, 2 Bände, Lwd. M. 13.—. Schnitzler, A.: Trusamnovelle, Erzählung. Lwd. M. 5.50. Soloweitschik: Die Welt der Bibel. Ein Bilderatlas. Lwd. M. 18.—, Vorzugspreis M. 15.—.