Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 7 (1.7.1926)
- Article
- Ferienkolonie
- Date
- 1926-07-01
- Page
- Seite 205 (sequence 1)
- Language
- German
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Nr. 7 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 205 Nus der öemeinde. Ferienkolonie. Die demnächst beginnenden Sommerferien beschäftigen alle an der Aufgabe der Schülerfürsorge arbeitenden Kräfte mit den Vorbereitungen für die Ferienkolonie. Auswahl der Kinder nach gesundheitlichen und sozialen Gesichtspunkten, ärztliche Begutachtung, Bekleidungsfürsorge, Gewinnung der erziehlich und pflegerisch tätigen Begleitpersonen, das gemeinschaftliche Einpacken in die mit der Nummer jedes Kindes versehenen Rucksäcke, das Übereinkommen mit der Bahnverwaltung, das sind die kurz genannten, aber nicht, so mühelos fertig zu stellenden Arbeiten am Ausgangspunkte der Reife. Und am Ziele selbst soll das schön gepflegte Heim mit seiner freundlichen und tüchtigen Verwalterin das geschulte Hauspersonal, die wohlgefüllte und immer neu sich füllende Speisekammer, der blühende Garten und hoffentlich auch der Sonnenschein von oben die Kinder begrüßen. Der Israelitische Verein für Ferienkolonien und zur Bekleidung von Schulkindern in München entsendet am 15. Juli wie alljährlich 50 Knaben und Mädchen für 6 Wochen in sein schönes Ferienheim zu Krumbach in Schwaben. Der Vereinsausschuß hat den herzlichen Wunsch, seine Leistungen den vielen Freunden der Jugend zeigen zu dürfen und würde es dankbar begrüßen, wenn in der Kolonienzeit zwischen 15. Juli und 26. August mancher freundliche Besuch das Heim und seinen Betrieb besichtigt und dadurch Freude an den Vereinsleistungen, weitgehendes Interesse dafür gewönne. Jederzeit ist verständnisvolle, freundliche Führung vorhanden, und ohne großes Opfer an Zeit können Freunde der Sache auf der Rückreise von der Schweiz, von Nord- oder Westdeutschland einen Tag oder noch weniger für diese Stätte des Wirkens für die aufblühende Jugend verwenden. Es wird herzlich gebeten, diesen Besuch in das Reise¬ oder Sommerprogramm aufzunehmen. Je mehr diese Vereinsarbeit bekannt wird, um so lieber wird man sie gewinnen und fördern helfen. Krankenheim, israelitische Privatklinik e. v. Die schwierige finanzielle Lage, in der sich das Krankenheim zur Zeit befindet, zwingt die Vorstandschaft von der Versendung eines Jahresberichtes abzusehen und denselben in gekürzter Form in der B. I. G. zur Kenntnis der Gemeindemitglieder zu bringen. Es ist nicht nur der Verlust unseres Baroermögens und Effektenbesitzes durch die Inflation, als vielmehr die Folgen der allgemeinen Verarmung, die das Defizit des Jahres 1925 gegenüber dem des Jahres 1924 so erschreckend vergrößerte. Unsere Betriebsabrechnung schließt am 31. Dezember 1925 mit einem Defizit von 2R. 23 038.86, dessen Deckung uns mit umso größerer Sorge erfüllt, als uns von Seiten der Gemeindeverwaltung ein größerer Zuschuß als im Vorjahr kaum gewährt werden wird. Wir können nur hoffen, daß die eingehende Darlegung der Verhältnisse seitens des von der Gemeindeverwaltung in den Vorstand des Krankenheims abgeordneten Herrn Dr. Ludwig Wassermann die Notwendigkeit eines höheren Zuschusses so überzeugend dartut, daß trotz der ungünstigen Lage der eigenen Finanzen die Verwaltung die Dringlichkeit eines höheren Zuschusses einsieht. Ein überaus wesentlicher Beitrag zur Erlangung unseres Bilanzausgleichs ist auch in diesem Jahr vollständig weggefallen. Während es vor dem Kriege selbstverständlich und üblich war die Wochenrechnungen im Krankenheim auf volle Hundert Mark nach oben abzurunden und während wir außerdem von jedem unserer Patienten beim Verlassen der Anstalt wesentliche Spenden entgegennehmen konnten, hat dies nun feit der Stabilisierung der Mark vollständig aufgehört. Der allgemeinen Verarmung Rechnung tragend haben wir bereits im vergangenen Jahr unsere Statuten dahin geändert, daß außer der lebenslänglichen Mitgliedschaft gegen Zahlung von M. 100.— nunmehr auch die Mitgliedschaft gegen Zahlung von jährlichen Beiträgen von mindestens M. 10.— erworben werden kann. Wir hoffen, daß jedes Mitglied der Israelitischen Kultusgemeinde München es als seine Pflicht ansieht, wenigstens mit diesem, auch unter den heutigen Verhältnissen bescheidenen Betrag, Mitglied des Krankenheims e. V. zu werden um das Durchhalten und den Weiterausbau zu ermöglichen. Gibt es doch kaum eine einzige Familie in München, die nicht an einem ihrer Mitglieder im Laufe des nunmehr 15jährigen Bestehens der Klinik die Segnungen dieser Anstalt kennen gelernt hat. Mit berechtigtem Stolz weisen wir gerade in der letzten Zeit Haus für feinste Damenmoden und Pelre ADOLF München Peatinerftr. 7/ [ Graf Arro Palais Eingang Maffeiftraße