Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 5 (7.5.1926)
- Article
- Bamberg
- Date
- 1926-05-07
- Page
- Seite 142 (sequence 2)
- Language
- German
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142 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 5 ten oknnte. Mit dem Priestersegen schloß Herr Dr. Eckstein seine Ausführungen, die auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck hinterließen. Am Freitag, dem 16. April, nachm. 6 Uhr, fand in der Synagoge zu Bamberg die feierliche Einführung des Herrn Rabbiner Dr. R ü l f unter Beteiligung der staatlichen und städtischen Behörden statt. Wir werden auf die Feier noch zurückkommen. Ansbach. Am 15. April erfolgte in hiesiger Kultusgemeinde die feierliche Amtseinführung des neugewählten Rabbiners Herrn Distriktsrabbiners Dr. Elie Munk aus Berlin. Im Gemeindefitzungsfaale ging der amtliche Teil vor sich. Von dem bisherigen Verweser des Rabbinates Herrn Distriktsrabbiner Dr. Weinberg aus Neumarkt dorthin gelltet, begrüßte der Vorstand der Kultusgemeinde Ansbach Herr Ludw. Dietenhöfer im Namen der Gemeinde den geistlichen Führer mit warmen Worten, worauf die Verträge unterschrieben wurden. Nun erfolgte die Vorstellung der fast aus allen Distriktsgemeinden erschienenen Vorsteher und Beamten. Im Namen der ersteren hieß Herr Neumann (Günzenhausen), namens der letzteren Herr Hauptlehrer Levite (Günzenhausen) das geistige Oberhaupt des Distriktes herzlich willkommen. Eine Schülerin begrüßte unter Überreichung eines herrlichen Blumenstraußes ihren zukünftigen Lehrer. In feierlichem Zuge wurde Herr Dr. Munk in die festlich geschmückte Synagoge geleitet. Ein mächtiger Knabenchor entbot hier den Willkommgruß. In tiefempfundener Rede übergab Herr Distriktsrabbiner Dr. Weinberg seinem jungen Amtsbruder das Seelsorgeamt. In warmer, zündender Rede gelobte Herr Distriktsrabbiner Dr. Munk Treue der Gemeinde, Treue dem Distrikt und edle Duldung gegen jedermann. Einige Gesänge des Kantors trugen zur Vervollkommnung des feierlichen Aktes bei. Im Restaurant Jochsberger kam auch der gemütliche Teil zu seinem Recht. — Möge das Wirken des neugewählten Herrn Rabbiner Dr. Munk von reichem Erfolg gekrönt Schwabach, 11. April. Amtsjubiläum. Am 1. Tage Peffach konnte Herr Distriktsrabbiner Dr. Salomon Mannes auf eine 25jährige Tätigkeit als Seelsorger in hiesiger sowie in den zum Distrikt gehörigen 9 Kultusgemeinden zurückblicken. Seitens des Stadtrates, der beiden Dekanate, der Schulbehörden, des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden, vieler feiner Amtskollegen, sowie vieler Freunde und Gönner wurden dem Jubilar teils schriftliche, teils mündliche Glückwünsche zuteil. Die Vorstandschaft der hiesigen Kultusgemeinde nebst Abordnungen der angegliederten Gemeinden überraschten Herrn Rabbiner durch Überreichung einer Ehrengabe nebst künstlerisch ausgestatteter Glückwunschadresse. Möge es dem Jubilar vergönnt sein, sein Amt noch viele Jahre in voller Rüstigkeit zu führen. Lekowod Hathora ulekowod Jisroel. Niederwerrn (Unterfranken): „Unter großer, ehrender Beteiligung wurde Dienstag, den 13. April der im Alter von 78V:> Jahren, verstorbene, sehr geachtete und angesehene Kaufmann Hirsch Lion, Kriegsveteran von 1870/71, zu Grabe geleitet. Am Trauerhause hielt der Sohn des Verstorbenen, Lehrer Lion (Grünstadt), in rührenden, tief ergreifenden zu Herzen gehenden Worten die Abschiedsrede. Er dankte ihm namens der Familie für feine große, aufopfernde Liebe und Fürsorge, rühmte ihn als das Muster eines vortrefflichen Gatten und Vater, schilderte ihn als einen, in der ganzen Gegend bekannten wackeren, rechtschaffenen Kaufmann, als einen braven Juden und guten Deutschen. Der Kampfgenossen- und Kricgerverein gab dem Entschlafenen unter Voranführung der Vereinsfahne das letzte Ehrengeleite. In Euerbach, an der Grabstätte, schlossen sich die dortigen Veteranen an. Der Vorstand des Kriegervereins Andreas Eschner gedachte des Verstorbenen in ehrender Weise, rühmte seine treue Kameradschaft und seine Verdienste als Feldzugssoldat. Drei Salven wurden als Ehrensalut abgegeben." In Frankenwinheim feierte Lehrer Joses K i s s i n g e r sein SOjähriges Jubiläum als Kantor und Lehrer der Gemeinde. Wir wünschen dem hochverdienten Jubilar noch viele Jahre in körperlicher und geistiger Rüstigkeit. Heilbäder. Es hat sich eine balneologische Kommission gebildet, die es Angehörigen des Mittelstandes ermöglichen will, in den Heilbädern wenigstens während der Vor- und Nachsaison ermäßigte Preise für Kurtaxe, Kurmittel, eventuell auch Pension, zu erlangen. Als Vertrauensmann für jüdische Kurgäste in Bad Tölz ist von seiten der israelitischen „Zentralwohlfahrtsstelle in Berlin, respektive des israelitischen Wohlfahrtsamts in München, Herr Dr. Siegmund Freylich in Tölz ernannt worden, an den Meldungen ergehen können. Würzburg. Stiftungen. Der Vorstand der Kultusgemeinde Würzburg hat Herrn Karl Sichel, Mitglied der Kultusverwaltung, veranlaßt, ein Referat über die Stiftungen der hiesigen Israelitischen Gemeinde zu erstatten, welches in einer der letzten Sitzungen bekanntgegeben wurde. Wir entnehmen demselben folgendes: „Der Krieg und dessen Nachwirkungen haben auch volles Unheil über die Stiftungen gebracht. Aus der Aufwertung kommen nur ganz kleine Bruchteile zur Auszahlung. Verwandte der Stifter sind meist nicht mehr vorhanden. Wo solche vorhanden sind, sind sie meist nicht in der Lage, die Fonds der Vorfahren aufzufüllen. Die Wünsche der Stifter auszuführen, ist somit nicht mehr durchführbar. Es bleiben nur die moralischen Pflichten. Sie jedoch in der Chronik weiterzuführen und immer wieder auszuzählen, bleibt nur der Gegenwart übrig, um zu zeigen, wie edeldenkend die Menschen früher waren. 15 Stiftungen hat die Gemeindechronik der Israelitischen Gemeinde Würzburg aufzuweisen, außer den verschiedenen Jnstitu-!* * HAUSER’S HOTEL „DER REICHSADLE R“, MÜNCHEN ab 1. Mai 1926 Gastspiel Efim Schachmeister mit seiner weltberühmten Tanzkapelle täglich nachmittags und abends Eintritt frei! *