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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1926-05-07 · 5 (7.5.1926) · p. 113

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
2 (1926)
Issue
5 (7.5.1926)
Article
Inhalt
Date
1926-05-07
Page
113 (sequence 1)
Language
German
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Rachrichtenblatt öer Israelitischen Kultusgemeinöe in München unö öes Verbanöes Vagerischer Israelitischer Gemeinöen Vagerische Israelitische Gemeinöezeitung Erscheint am Anfang jeüen Monats. — Verlag: V. Heller/ München, Bezugspreis für nicht eingewiesene Bezieher: Mark 4.— für üas Herzog Marstrahe4/ Kernsprecher Postscheckkonto Nr.)-S7 München. Jahr. Anzeigenpreis: Sie 4 gespaltene nun-Heile 40 Pfennige. Schristleitung: Sr. Eugen vchmiüt, Rechtsanwalt in München, Karlstraße 6. Jamilienanzeigen, Stellengesuche unö ähnliche Angebote 15 Pfennige. ip&6 München/ 7. Mai Kr. 5 Inhalt: Das Memorbuch — Der Ursprung und die Entwicklung der jüdischen Familiengräber bei Jerusalem — Fortsetzung des Verhandlungsberichts über die Tagung vom 22. Februar 1926 — Der Weg zum Reichsverband der deutschen Juden — Wohlfahrtsamt und Wohlfahrtsarbeit — Geschichtliches von Hürben-Krumbach — Deutscher Rabbinerverband — Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler — Zoll- und Frachtbegünstigung von Liebesgaben — Aus dem Verbände — Aus der Gemeinde — Bücherschau — Amtlicher Anzeiger: Bekanntmachungen des Verbandes: Wahlen zur Tagung — Bekanntmachung über die Gehalts- und Versorgungsbezüge der Beamten und ihrer Hinterbliebenen — Bekanntmachung betreff. Lohnsteuer aus Verbandszuschüssen — Bekanntmachung über die Beamtenordnung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden vom 22. Febr. 1926 (Druckfehlerberichtigung) — Bekanntmachung über Unterbringung von Kindern in der Israelitischen Kinderheilstätte Bad Kissingen und dem Jüdischen Landheim Wolfratshausen — Bekanntmachung über Unterbringung tuberkulöser Kinder in Erholungsheimen — Bekanntmachungen der Israelitischen Kultusgemeinde München: Bekanntmachung über die Einzahlung der Mieten für Betstühle in der Hauptsynagoge für das Mietjahr 1926/27 — Bekanntmachung über den Telephonanschluß des Wohlfahrtsamts — Hebräische Sprachschule München — Übersicht über die Verhältnisse der israelitischen Religionsgesellschaft in Bayern hinsichtlich Kultus, Unterricht, Bildung und Wohlfahrt — Personalnachrichten — Spenden für den Jubiläumsfonds des Israelitischen Schwesternheims. Alle Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde München, sämtliche Lehrer und Gemeindevorsteher sowie die Delegierten des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden erhalten die Bayerische Israelitische Gemeindezeitung dauernd gratis zugestellt. Sollte in einem einzelnen Falle die Zusendung unterblieben sein oder die Adressierung nicht sümmen, so bitten wir dies dem Verlag sofort zu melden. — Wer nach Vorstehendem nicht zum Gratisempfang berechtigt ist, kann die Gemeindezeitung gegen eine Gebühr von Mk. 4.— für das Jahr beim Verlag abonnieren. Verlag B. Heller, München, Herzog-Max-Straße 4 Das Memorbuch Von Dr. M. Weinberg, Diftr Wohl allen Lesern ist gelegentlich das Wort „Memorbuch" aufgeftoßen. Ohne Zweifel aber ist fast allen, auch denen, die mit den Institutionen des jüdischen Ritus in inniger Verbindung -stehen, eine recht unklare Vorstellung über sein Wesen, seinen Zweck und seine Geschichte zu eigen. Im Laufe geschichtlicher Untersuchungen, insbesondere auf dem Gebiete bayerischer Kultusgemeinden, kam ich mit zahlreichen Memorbüchern in Berührung. Ich lernte ihre Eigenart kennen und wurde allmählich von dem wunderbaren Reiz und dem von dem Außenstehenden kaum zu ahnenden individuellen jüdischen Hauch, der auf diesem ohne Zweifel interessantesten Erzeugnis der synagogalen Literatur der letzten fünf Jahrhunderte liegt, derart angezogen und gefesselt, daß ich mich entschloß, die Ergebnisse meiner Sonderuntersuchungen in einem kleinen Werkchen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Es betitelt sich „Untersuchungen über das Wesen des Memorbucheö" (Frankfurt a. M. 1924) und ist als Sonderheft erschienen (vorerst „Selbstverlag"), als . ein Abdruck aus dem XVI. Jahrgang des „Jahrbuchs für jüdische Geschichte und Literatur" (1924). Einer freundl. Aufforderung der Schriftleitung der „Bayer. Israel. Gemeindezeitung" folgend, möchte ich in folgendem die Ergebnisse meiner Untersuchungen in großen Zügen wiedergeben. Meine damalige Untersuchung stützte sich auf Einsichtnahme in 29 überwiegend bayerische Memorbücher; diese Anzahl ist inzwischen auf 40 angewachsen. .-Rabbiner in Neumarkt (Opf.) Vorausgeschickt sei, daß wir weiterhin das Wort „Memorbuch" mit Mb., das Wort „Memorbücher" mit Mbb. wiedergeben und etwaige hebräische Texte in unserer landesüblichen Aussprache umschreiben werden. Die Geschichte der Juden im Exil ist in allen Ländern und bis hart an die Schwelle unserer Zeit eine Märtyrergeschichte. Dieses findet in besonderem Maße in der liturgischen Literatur seinen Niederschlag. Und unser Memorbuch wächst geradezu aus diesem tragischen Geschick heraus und bleibt wesentlich in seiner Entwicklung mit ihm verflochten. Seine älteste Wurzel reicht hinein in die Zeit des ersten KrenzzugeS, 1096. Von religiösem Wahn verblendet, stürzten sich die unter dem Kreuz Ausgezogenen in heiligem Eifer mordend über die rheinischen Iudengemeinden, die insbesondere in Speyer, Köln, Mainz und Worms blühende Ansiedlungen bildeten, her und richteten ein entsetzliches Blutbad unter ihnen an. Viele Tausende fielen diesem zum Opfer. Ein lähmender Schrecken ging durch die Überlebenden und überhaupt durch alle deutschen Gemeinden. Die Gefallenen hatten für sie geblutet, waren in Treue für die angestammte Religion, bis zum letzten Atemzug, gefallen. Das Schwert konnte jederzeit auch auf sie niederfallen. In ihrer Ohnmacht hatte die .deutsche Iudenheit keinen anderen Trost als den, die Namen der tapferen Glaubenshelden zu verewigen und wie heilige Märtyrer (sie erhielten in aller Folgezeit auch den Namen k'dauschim „Heilige") als leuchtende Vorbilder für unerschütterliche GlaubenStreue bis in

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