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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1926-02-08 · 2 (8.2.1926) · p. Seite 44

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
2 (1926)
Issue
2 (8.2.1926)
Article
Gesellschaft für jüdische Familienforschung
Date
1926-02-08
Page
Seite 44 (sequence 1)
Language
German
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44 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 2 Vereine. Gesellschaft für jüdische Familienforschung. Ortsgruppe München. Die Gesellschaft ist begründet in der Erkenntnis, daß durch die Familienforschung und Familienkunde der Zusammenhalt der Familienmitglieder gestärkt, das Selbstgefühl geweckt und die Verantwortung den künftigen Geschlechtern gegenüber zum Bewußtsein gebracht wird. Sie geht von der Erfahrung aus, daß die großen Schwierigkeiten, die der Familienforschung entgegenstehen, nur durch das Zusammenarbeiten und Zusammenwirken zahlreicher Interessenten überwunden werden können. Sie wird zeigen, daß zahlreiche jüdische Familien schon seit vielen Jahrhunderten auf deutschem Boden ansässig sind. Zweck der Gesellschaft. Die Gesellschaft bezweckt die Pflege der Familienkunde, insbesondere die Erforschung der Familiengeschichte der einzelnen Mitglieder. Mittel zur Erreichung des Zweckes. 1. Die Gründung eines Archivs, in dem Familiengeschichten, Chroniken, alte Urkunden, Dokumente und Stammtafeln (von mindestens vier Generationen) im Original oder in Abschrift vereinigt werden sollen, ferner Sammlung sonstiger wissenswerter Berichte, z. B. Zeitungsausschnitte heimatlichen Inhaltes. 2. Zusammenarbeit der Mitglieder durch Auskunfterteilung über gemeinsame Ahnen usw., Einrichtung einer Beratungsstelle, Ausfindigmachung und Beschaffung einschlägiger Akten aus öffentlichen Archiven. 3. Erforschung, Entzifferung und Nachweis alter Grabsteine und Inschriften. 4. Zusammenkünfte der Mitglieder zu Vorträgen, Aussprache und Anregungen auch aus den Grenzgebieten der Geschichte, der Soziologie, der Vererbungslehre usw. 5. Kostenlose Lieferung des in Berlin herausgegebenen Mitteilungsblattes, das viele wertvolle Beiträge enthält. 6. Schaffung einer Bücherei mit Nachschlagewerken usw. M i t g l i e ds ch a s t. Mitglied kann jeder Jude und jede Jüdin werden. Mitgliedsbeitrag. Der Mitgliedsbeitrag beträgt monatlich 1 Mark; er kann von der Vorstandschaft für einzelne Mitglieder auf deren Ansuchen ermäßigt werden. Verwaltung. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Die Einzahlung der Mitgliederbeitäge erfolgt halb- oder ganzjährig auf das Postscheckkonto 27 700 (Eduard Schöpslich) in München. In der im ersten Vierteljahr stattfindenden Mitgliederversammlung wird ein Vorsitzender, ein Schriftführer und ein Archivar gewählt. Der Vorsitzende ist zugleich Schatzmeister und legt in dieser Versammlung den Kassenbericht vor. Wir nehmen an, daß Sie an dex Erforschung Ihrer Familiengeschichte Interesse haben, und fordern Sie daher zum Beitritt aus. Geschäftsstelle: München, Perusastraße 2 (Eduard Schöpslich). Die Vorstandschaft. Jüdischer Gesangverein München PURIMFEST am Samstag, den 27. Februar 8 Uhr abds. im Cherubin-Palast Heitere Vorträge Tanz Nürnberg. Am 4. Januar 1926 fand die satzungsgemäße Generalversammlung des jüdischen Turn- und Sportvereins Var-Kochba Nürnberg statt. Trotz des für Vereinsversammlungen ungünstigen Zeitpunktes war der große Sitzungssaal der Kultusgemeinde von der stattlichen Zahl der erschienenen Mitglieder überfüllt, die der lang ausgedehnten Sitzung bis zum Schluß mit angespanntem Interesse folgten und damit ein erfreuliches Zeichen der inneren Stärke des Vereins boten. Aus den erstatteten Berichten ist ein starkes Wachstum der jüdischen Turn- und Sportbewegung zu ersehen. Die Turnstunden, die regelmäßig am Mittwoch stattfanden, wiesen durchschnittlich einen Besuch von 150 Turnern und Turnerinnen auf. Nach außen trat der Verein mit seiner Sportabteilung hervor, die ihm bei zahlreichen Wettkämpfen schöne Erfolge heimbrachte. Damit hat sich die jüdische Turn- und Sportbewegung Nürnbergs Geltung und Ansehen über den Kreis ihrer Anhänger hinaus verschafft. Auf diesem Wege hat sie in erfolgreichster Weise in einer Anzahl mittelfränkischer Städte an dem Abbau alter und wieder neu belebter Vorurteile gearbeitet. Leider fand diese Tätigkeit nicht immer die entsprechende Würdigung in weiteren jüdischen Kreisen. Das Wachstum des Vereins wird am besten durch folgende Tabelle veranschaulicht. Mitgliederstand 31. Dez. 23 31. Dez. 24 31. Dez. 25 Männlich 60 164 . 190 weiblich 33 67 78 Kinder 20 70 83 Die der Vorstandswahl vorausgehende Debatte über die Frage einer ideellen Grundlage, einer geistigen Tendenz des Vereins, brachte eine Klärung durch die von der überwältigenden Mehrheit der Versammlung zum Ausdruck gebrachte Stimmung, daß der Verein sich von allen politischen Bestrebungen und besonderen Einstellungen einzelner Gruppen seiner Mitglieder fernzuhalten habe. Die unter diesem Zeichen der vollen Unabhängigkeit und Neutralität des Vereins vorgenommenen Wahlen ergaben als 1. Vorsitzenden Dr. med. Fritz Bloch, 2. Vorsitzenden Dr. jur. Vorchheimer, Kassier Paul Baruch, Schriftführer Otto Neumark, 1. Turnwart Artur Tannenberg, 1. Sportwart Max Katz, 2. Turnwart Bernh. Warowitz, 2. Sportwort Kurt Lewin, Schwimmwart Ludwig Bachmann, weibl. Turn- und Sportwart Selma Weil, Beisitzer Bernh. Kolb, Emilie Horwitz. Mit herzlichen Dankesworten an den bisherigen 1. Vorsitzenden, Franz Steinhardt, dessen selbstlose Hingabe an die jüdische Turn- und Sportsache wesentlich zum Aufblühen des Vereins beigstragen hat, schloß die Versammlung. In der Israelitischen Kultusgemeinde München ist zum Anfang des Schuljahres die Stelle eines Religions-Lehrers (an den Volks- und evtl. Mittelschulen) zu besetzen. Die Besoldung erfolgt nach den Grundsätzen des Verbandes Bayerischer Israel. Gemeinden. Bewerbungen sind alsbald zu richten an den Vorstand der Israelitischen Kullusgemeinde München Herzog-Max-Stratze 7/1

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