Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 2 (8.2.1926)
- Article
- Tagung des Verbandes bayerischer israelitischer Gemeinden
- Date
- 1926-02-08
- Page
- Seite 40 (sequence 2)
- Language
- German
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40 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 2 ehrung und Dankbarkeit für ihn gewonnen habe. Rabbiner Dr. Klein (Nürnberg) charakterisierte als Vertreter des orthodoxen Rabbiner-Verbandes den im Grabe Ruhenden als einen Mann von gerader, aufrechter Überzeugungstreue. Er forderte auf, in dem Geiste weiterzuwandeln, für den Dr. Seligmann Meyer so mutig eingetreten sei. Nachdem noch Dr. Heilbronn (Nürnberg) und Herr Alois Natzler als Vorstand der Chewra Kadischa dem Verstorbenen erhebende Worte der Anerkennung und Verehrung geweiht hatten, sprach zum Schluß ein Verwandter, Dr. Felix L a - zarus (Cassel), über das Wirken des Verstorbenen in seiner Familie und in ergreifender Weise nahm als Letzter ein Sohn des Verewigten mit Worten kindlichen Dankes und tiefster Ehrfurcht von dem geliebten Vater Abschied. Dr. Seligmann Meyer wird aufs tiefste betrauert von seiner treuen Gattin, seinen Söhnen, seiner Gemeinde und allen, die ihm nahestanden. Eine in sich geschlossene markante Persönlichkeit, ein berufener Vorkämpfer des Judentums, ausgestattet mit hinreißender Rednergabe, ein tapferer Kämpfer, der noch im hohen Alter mutig und erfolgreich in öffentlicher Versammlung den jüdischen Glauben gegen einen antisemitischen Redner verteidigte, ist dahingeschieden. Noch in seinem Scheiden hat er, dessen Wirken eine so erhebende allgemeine Anerkennung fand und dessen Bild in die Herzen aller Trauernden Samenkörner des Guten legte, zur Ehre des Judentums beigetragen. Möge sein Andenken zum Segen weiterleben! Nachruf! In schmerzvoller Trauer zeigt die Israelitische Kultus-Gemeinde Regensburg das Ableben Sr. Ehrwürden des Herrn Dr. Seligmann Meyer, Distrikts-Rabbiner, an. Seit 44 Jahren in unserer Gemeinde amtierend, hat der Verblichene, dessen Ruf als Gelehrter weit über Regensburgs Mauern hinausgedrungen ist, in aufopfernder Tätigkeit als Seelsorger die Geschicke unserer Gemeinde geleitet und hat es verstanden, in friedvoller Zusammenarbeit mit der Geistlichkeit anderer Konfessionen und den Titl. Behörden zu wirken. In den vielen Jahren seiner Amtsdauer hat er feine Gemeinde, die mit inniger Verehrung an ihm hing, als religiöser Beistand und Berater in Leid und Freud durchs ganze Leben geführt. Sein Name ist in der Geschichte der Israelitischen Gemeinde-Chronik mit unvergänglichen Lettern eingegraben. Die Verwaltung der Israelitischen Kultusgemeinde Regensburg. Regensburg, 31. Dezember 1925. Sitzung des Rats vom 4. Januar 1926. Für Montag, den 4. Januar 1926, war der Rat des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden nach München berufen, um die Vorlagen für die Tagung des Verbandes vorzuberaten. Die vom Verfastungsausschuß vorbereiteten Entwürfe der endgültigen Verfassung und der Beamtenordnung des Verbandes wurden mit geringfügigen Änderungen angenommen und die Erhebung einer Verbandsumlage für das Jahr 1926 in Höhe von 3 Prozent der direkten Steuern wie im Vorjahr beschlossen. Außerdem wurden verschiedene Fragen erörtert und einige dringende Gesuche erledigt. Die vorgelegten Entwürfe für Mustersatzungen der Gemeinden wurden an den Verfassungsausschuß verwiesen und als Termin der in diesem Jahre in Augsburg zusammentretenden Tagung der 21. und 22. Februar 1926 endgültig festgelegt. Nürnberg. Einer der hervorragendsten Wohltäter der Nürnberger Kultusgemeinde, Herr Adolf Schwarz, dessen Wohltätigkeitssinn ebenso groß ist, wie seine Bescheidenheit, konnte am 6. Januar d. I. seinen 70. Geburtstag feiern und wurde bei diesem Anlaß außerordentlich geehrt. Die von Sanitätsrat Dr. Münz gegründete Kinderheilstätte in Bad-Kissingen, an deren Spitze Adolf Schwarz schon viele Jahre steht, verdankt ihr Aufblühen hauptsächlich seiner unermüdlichen Arbeitskraft. In Verbindung mit dem schönen Kinderheim hat der Genannte eine Genesungsstätte für werktätige Mädchen in Kissingen ins Leben gerufen. Das Kindererholungsheim Forth bei Nürnberg, welches für die Nürnberger Gemeinde von größtem Nutzen ist, wurde von Adolf Schwarz auf seine Kosten errichtet und zum größten Teil ausausgebaut. Für ein Erholungsheim für unbemittelte Frauen in Bad Reichenhall hat Adolf Schwarz durch eine Stiftung den Grundstein gelegt. An dem Lazarus und Bertha Schwarzschen israelitischen Altersheim in Nürnberg ist Adolf Schwarz seit 25 Jahren in hervorragender Weise tätig, in der Taubstummenanstalt Neu-Weihensee bei Berlin gehört der Jubilar seit vielen Jahren zum Vorstand, auch in der städtischen Fürsorge arbeitet Adolf Schwarz viele Jahre als Waisenrat. An seinem Ehrentage erhielt der Jubilar den Besuch von zahlreichen Abordnungen, bei welchen Herr Rabbiner Dr. Freudenthal die Glückwünsche aussprach für das Kindererholungsheim Fahrt, Herr Ottensoser für die Kinderheilstätte Kissingen, Herr Vize-Präsident Dr. Loeb für die Maimonides-Loge, Herr Auffeeser für das Schwarzsche Altersheim. Möge dem allverehrten und vorbildlich wirkendem Manne noch ein langer und glücklicher Lebensabend beschieden sein. Fürkh, Der Vorsitzende des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde, Herr Kommerzienrat Maier-Buhmann, Mitglied des Rats Bayerischer Israelitischer Gemeinden, bekannter bayerischer Großindustrieller, feierte am 26. Januar seinen 70. Geburtstag. Nürnberg. (70ter Geburtstag von Hauptlehrer Rülf.) Ein hervorragender und verdienstvoller Beamter der Nürnberger Kultusgemeinde, Herr Hauptlehrer Moses Rülf, konnte am 30. Dezember v. I. seinen 70. Geburtstag feiern. Seit nahezu 37 Jahren im Dienste der hiesigen Gemeinde stehend, hat der Genannte sowohl als Religionslehrer, wie als Leiter des Gemeinde-Sekretariats sich außerordentlich bewährt und durch tiefes Wissen, geschäftliche Gewandtheit und persönliche Liebenswürdigkeit die Sympathie der ganzen Gemeinde erworben. Überall wird der Rat dieses vorbildlich wirkenden Mannes gesucht und geschätzt. Auf jüdisch-liberalem Standpunkt stehend, ist der Genannte bei allen Parteien und Richtungen gleich beliebt. Die Gemeindeverwaltung gab ihre dankbare Anerkennung für die langjährige treue und umsichtige Dienstleistung durch eine künstlerisch ausgeführte Adresse sowie durch ein Ölgemälde kund. Am 19. Januar wurde ein Ehrenabend von den Beamtenkollegen für Herrn Rülf veranstaltet, wozu auch die Gemeindeverwaltung eingeladen war. Herr Rabbiner Dr. Freudenthal sowie der Vertreter der Gemeindeverwaltung feierten bei dieser Gelegenheit in herzlichen, von warmem Freundschaftsempfinden durchglühten Worten den Jubilar als ausgezeichneten Menschen, als tüchtigen Leher und gewissenhaften Beamten. Zur allgemeinen Freude und Befriedigung erfreut sich Herr Hauptlehrer Rülf einer so ausgezeichneten Gesundheit und Frische, daß er nicht den Eindruck eines 70jährigen macht und nach wie vor seinen Diensten als Lehrer und Büroleiter mit' der gewohnten Gewissenhaftigkeit vorsteht. Möge diesem bewährten Manne noch recht lange diese körperliche und geistige Frische und Arbeitsfreudigkeit erhalten bleiben. Hohenems. Anfang Januar feierte Herr Jakob Weil sein vierzigjähriges Jubiläum als Kultusbeamter. Zur Beglückwünschung des Jubilars hatten sich der erste Bürgermeister, der Stadtpfarrer, sowie Graf Waldburg-Geel eingefunden. Jakob Weil ist der Schwiegervater des seit vielen Jahren bei der Münchener Straßenbahn tätigen Herrn Moritz Guggenheimer.