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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1926-01-01 · 1 (1.1.1926) · p. Seite 14

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
2 (1926)
Issue
1 (1.1.1926)
Article
Konzert des jüdischen Gesangvereins
Date
1926-01-01
Page
Seite 14 (sequence 2)
Language
German
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14 Bayerische Israelitische Gemeindezeilung Nr. 1 genten Josef Ziegler mit eigenen Kräften gerecht zu werden. Die Aufführung des „Judas Maccabäus" im vergangenen Jahre gab hiervon beredtes Zeugnis und man durfte daher der diesjährigen des „Elia s" mit Freude und Vertrauen entgegensehen. Mendelssohn zählt nicht nur zu den großen Schöpfern des Oratoriums, als Meister des einstimmigen Vokalsatzes, der Sangbarkeit und des tiefen Gefühlsausdrucks darf er noch heute vorbildlich genannt werden, und es war begreiflich, daß der Verein in diesen Eigenschaften eine seinem Können und Empfinden willkommene, anregende Tätigkeit erblickte. Durch das verständnisvolle, unverdrossene Zusammenarbeiten von Chor und Dirigenten kamen dann auch prächtige Wirkungen hinsichtlich des Wohlklangs und dramatisch belebten Vortrags zustande, denn alle Beteiligten waren mit Eifer bemüht, die Intentionen ihres mit großer Umsicht und' Sorgfalt die Aufführung betreuenden Dirigenten in die Tat umzusetzen. In nachdrücklicher Weise wurde er hierbei von Kurt Bettsack unterstützt, der als Vertreter des Orchesters am Klavier wieder seine schätzbaren musikalischen und pianistischen Fähigkeiten entfaltete. Robert Ossenbrunner an der Orgel leistete ihm Gefolgschaft. Selbstverständlich beruhte ein Hauptteil des Erfolges auch in der trefflichen Besetzung der Solopartien. Max G u n d e r stand in der Verkörperung des Titelhelden mit seinem warm und edel klingenden Bariton jederzeit im Vordergrund des Interesses, ihm ebenbürtig zur Seite trat Frau Sonja Ziegler als Vertreterin der eigentlich außerhalb ihres Faches liegenden Sopranpartie, die sie mit ihren reichen gesanglichen Gaben auszustatten wußte, ebenso verdienen Ellida R i e s e r und Emil S a r s k y für ihre hingebungsvolle Wiedergabe der Alt- bzw. Tenorpartie wärmste Anerkennung. Der lebhaft gespendete Beifall kam aus vollem Herzen der Zuhörer und war seitens aller Beteiligten redlich verdient. Julius Schweitzer. Generalversammlung der Ortsgruppe München des Jüdischen Frauenbundes. Am 11. November 1925 hielt die Ortsgruppe München des jüdischen Frauenbundes ihre ordentliche Mitgliederversammlung ab. Wir schlossen dem kurzen offiziellen Teil einen größeren Teil an, in dem von verschiedenen Damen unserer erweiterten Vorstandschaft einzelne kurze Referate gehalten wurden über die verschiedenen Sparten unserer Tätigkeit. Diesen Referaten ging ein einleitender Vortrag unserer ersten Vorsitzenden voraus: über das soziale Gewissen; ein letzter Teil brachte dann allgemeinere, nicht lokale Aufgaben und erzählte von neuen Plänen, an die der Frauenbund herantritt, an die Gründung einer Haushaltsschule auf dem Lande. Es sind nun bald 15 Jahre her, daß nach einer Tagung des jüdischen Frauenbunds die hiesige Ortsgruppe ins Leben gerufen wurde. Sie hat sich nie auf eine bestimmte Tätigkeit festgelegt, sondern hat sich — ihre Hauptlebenszeit fiel ja in die Kriegs- und Nachkriegsjahre — den jeweiligen Notwendigkeiten angepaßt. Das erste, was wir unternahmen, war die Eröffnung einer B eratungsstelle und eines Arbeitsnachweises. Diese Aufgabe ist uns zum großen Teil vom Wohlfahrtsamt der Gemeinde abgenommen worden. Doch halten wir regelmäßig zweimal in der Woche eine Sprechstunde für Arbeitsnachweis gemeinsam mit der Leiterin des Wohlfahrtsamtes. Auch die F ü r f o r g e t ä t i g k e i t für Frauen und Mädchen, die früher unsere Hauptaufgabe war, hat uns die Gemeinde fast ganz abgenommen. Wir halten schon mehrere Jahre jeden Winter unsere sogenannten N ä h k u r s e. Sie finden jeden Mittwochnachmittag in den Räumen der Ritterschen Speiseanstalt statt. Es wird dort Umändern von Kleidern und Wäsche gelehrt, auch Anfertigung neuer Bekleidungsstücke. Es ist ein Strick- und Häckelkurs damit verbunden, der schon vielen ermöglicht hat, nicht nur für den eigentlichen Bedarf zu arbeiten, sondern sich noch einen anständigen Zuschuß zum Haushalt zu verdienen. Es wird dort gezeigt, wie man Hüte näht und garniert, und alte Hüte modern umarbeitet. Jetzt wird diesem Kurs noch ein Ausbesserungskurs angegliedert. Wir haben im Einvernehmen mit der Gemeinde in den gleichen Räumen eine Wärme st ube organisiert. Geldmäßig wird sie ganz von der Gemeinde erhalten; doch stellen wir die arbeitenden Damen und sorgen für alles, was nötig ist. Der lebhafte Zuspruch zeigt die Notwendigkeit der Einrichtung. Seit einigen Jahren schon halten wir im Winter vierzehntägig etwa Vortragsabende. Die Vortragenden stammten alle aus unserem eigensten Kreis, und die Abende waren fast ausnahmslos gut besucht. Ja, wir haben den Eindruck, daß gerade diese Aussprachen über die verschiedensten jüdischen Themen uns viele Freunde gewonnen haben. Die sogenannten pädagogischen Abende, die sich daraus entwickelt haben, hatten ein sehr reichhaltiges Programm und ein festes Stammpublikum, so daß es zu angeregtem Meinungsaustausch kam. Auch die G e s ch i ch t s k u r s e waren stark besucht und boten reiche Anregung. Die M i t t e l st a n d s h i l f e , die auch unter Führung unserer Ortsgruppe entstanden ist; wurde von uns mit regelmäßigen Zuschüssen unterstützt und hat sich zu einer segensreichen Einrichtung entwickelt. Eine ganz neue Aufgabe übernahmen wir mit der Ve r f o r - gung unserer Gemeindearmen mit Lebensmitteln. Die Notwendigkeit dieser Hilfsaktion wurde uns vom Wohlfahrtsamt nahegelegt. Und in kürzester Zeit organisierten wir die Versorgung und brachten den größten Teil der Mittel durch monatliche Beiträge auf. Die Kosten betragen etwa 700 JL im Monat, davon werden 90 Familien mit etwa 220 Seelen regelmäßig mit einem gewissen Quantum von Lebensmitteln versehen. Wir leisten Zuschüsse an Isenburg, dem Heim für gefährdete junge Mädchen, das vom Jüdischen Frauenbund gegründet wurde und von ihm erhalten wird. Wir stehen in enger Verbindung mit dem großen jüdischen Frauenbund. 4- -X- FÜR DEN KARNEVAL 1926 sind unsere VORNEHMEN GESELLSCHAFTSSÄLE noch einige Tage frei! Anfragen an die Direktion HAUSERS HOTEL „DER REICHSADLER“ MÜNCHEN *_ *

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