Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 11-12 (3.12.1925)
- Article
- Gemeindliche Lehrkurse
- Date
- 1925-12-03
- Page
- Seite 219 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 11/12 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 219 Die religiöse Entwicklung des Jugendlichen. Jeweils Mittwoch, abends 8.30 Uhr. 6. Einzelvorträge. Am 16. Dezember spricht Universitätsprofessor Dr. Zwiedineck in (Südenhorst) über Problem des Ostjudentums. (Siehe Inseratenteil.) 8. Sitzung der Gemeindevertretung am 2%. November 1925. Anwesend: Rechtsanwalt Dr. Oestreich als Vorsitzender, ferner die Herren Justizrat Beer, Justizrat Dr. Feuchtwanger, Apfel, Bacharach, Sanitätsrat Dr. Baron, Bloch, Geh. Justizrat Dr. Dispeker, Frau Ellinger, Justizrat Dr. Fränkel, Justizrat Dr. Heilbronner, ■ Dr. Gutmann, Lichtenauer, Dr. Löwenthal, Löwenstein, Lusttg, Picard, Frau Reinemann, Dr. Siegel, Frau Stark, Justizrat Dr. A. Strauß, Dr. Wilmersdoerffer. Entschuldigt: Popper und Rothschild. Anwesend vom Vor st and: Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer als Vorsitzender, ferner die Herren Geh. Justizrat Prof. Dr. Frankenburger, Dr. Elias Strauß, Landauer, Lang, Dr. Perlmutter, Rosenthaler, Selinger, Weil. Entschuldigt: Dr. Wassermann. Anwesend: Der Gemeinderabbiner Dr. Baerwald. Protokollfü hrer: Syndikus Rechtsanwalt Flaschner. Beginn der Sitzung 8 Uhr 45. Entsprechend dem Beschluß des Vorstands wird auf Antrag des Berichterstatters Justizrat Dr. Fränkel der Entwurf eines Vertrags mit dem Rabbinatsstellvertreter Dr. Ernst Ehrentreu genehmigt. Der Vorsitzende des Vorstands, OLGR. Dr. Neumeyer, gibt einen Überblick über die Finanzlage der Gemeinde und legt dar, daß für das laufende Jahr unter Berücksichtigung der noch zu erwartenden Steuereingänge die zur Verfügung stehenden Mittel wohl zureichen dürften, daß aber für das kommende Jahr mit einer starken Minderung der Steuerkraft zu rechnen sein wird. Auf Antrag von Frau Ellinger wird der Zuschuß für die Mittelstandshilfe für die Monate November und Dezember von M. 300.— auf M. 500.— monatlich erhöht. Auf Antrag von Frau Heinemann wird dem Verein Jugend- Hilfe für die offene Jugendfürsorge ein weiterer Zuschuß von M. 2000.— für das laufende Jahr gewährt. Entsprechend dem Beschluß des Vorstands wird auf Antrag des Sanitätsrats Dr. Baron die Vergütung an das Landheim Wolfratshaufen für 1000 Verpflegstage für von der Gemeinde dort unterzubringende Kinder statt auf M. 3000.— auf M. 4000.— festgesetzt. Der Zuschuß an den Verein Talmud-Thora E. V. wird entsprechend dem Beschluß des Vorstands rückwirkend ab 1. Januar 1925 von M. 350.— auf M. 400.— monatlich erhöht. Dem weitergehenden Beschluß der Gemeindevertretung tritt der Vorstand nicht bei. Nach dem Antrag Justizrats Dr. Fränkel wird beschlossen, dem Verein Schwesternheim anläßlich seines 25jährigen Bestehens eine Jubiläumsgabe in Höhe von M. 3000.— zu überweisen. Frau Stark berichtet alsdann über den Plan, eine jüdische Haushaltungsschule in Angliederung an das Landheim Wolfratshausen zu schaffen. Es handle sich hier um eine Aufgabe, die für ganz Deutschland bedeutungsvoll sei, da nur eine einzige Schule dieser Art in Frankfurt am Main bestehe, die die an sie gelangenden Gesuche um Aufnahme nicht befriedigen könne. Eine solche Schule sei notwendig, um unseren jungen Mädchen eine angemessene Vorbildung zu schaffen. Es sei Ausgabe der Kultusgemeinde München, diese in ihrer Nähe entstehende Anstalt tatkräftig zu fördern. Erwartet werde, daß auch die übrigen bayerischen und außerbayerischen Gemeinden die Schule durch entsprechende Beiträge schaffen helfen. Es wird beschlossen, in den Etat für 1926 M. 5000.— für die Schaffung der Haushaltungsschule Wolfratshausen einzusetzen. An die Zuwendung ist die Bedingung geknüpft, daß die Gemeinde München in dem für die Leitung der Anstalt maßgebenden Verwaltungskörper eine Vertretung zugestanden erhält. Nach längerer Aussprache wird beschlossen, den von Dr. Max Mayer abgehaltenen Hebräischen Sprachkursen rückwirkend ab 1. Juli 1925 bis auf weiteres einen monatlichen Beitrag von Mark 150.— zu gewähren unter der Voraussetzung, daß die Sprache der Bibel in den Mittelpunkt der Kurse gestellt wird. Auf Antrag Wells wird dem Verein Jugendhilfe zum Erwerb eines geeigneten Anwesens für die Unterbringung seines Kinderheims und Kindergartens dadurch eine Beihilfe gewährt, daß die Gemeinde dem Verein für die Aufnahme eines Darlehens von M. 50 000.— gegen entsprechende Sicherstellung durch den Verein Bürgschaft leistet. Weil erörtert zum Schluß der Sitzung, wie das Anwesen Herzog-Rudolf-Straße 1 nach Freiwerden zu verwerten sei. Es bestehe die Möglichkeit, das Anwesen zu vermieten, wenn man glaube, es für die Zwecke des jüdischen Heims noch nicht nutzbar machen zu können. Hierüber sei Klarheit zu schaffen. Er beantrage einen Vorprojektierungskredit von M. 3000.— zur Herstellung von Plänen zu bewilligen, die erforderlich feien, um über den Aus- oder Umbau des Anwesens und die sich hieraus ergebenden Kosten das richtige Bild zu gewinnen. Nach längerer Besprechung werden alle Anträge auf Gewährung eines Vorprojektierungskredits zur Zeit abgelehnt, die Vornahme eines Augenscheins durch die Kollegien in Aussicht genommen und die weitere Behandlung der Frage dem Vorstand überwiesen. Schluß der Sitzung 12 Uhr 20. * * HAUSER'S HOTEL DER REICHSADLER Unsere vornehmen Gaststätten sind führend in München Speisen und Getränke zwanglos. Das beliebte Tanz-Orchester Otto Weber spielt täglich nachmittags und abends JEDEN SAMSTAG GESELLSCHAFTS-ABEND *_, '_, _ *