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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1925-12-03 · 11-12 (3.12.1925) · p. Seite 218

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
1 (1925)
Issue
11-12 (3.12.1925)
Article
Große Ausstellung Düsseldorf 1926 für Gesundheitspflege, Soziale Fürsorge und Leibesübungen "Gesolei" Mai - Oktober 1926 in Düsseldorf
Date
1925-12-03
Page
Seite 218 (sequence 2)
Language
German
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218 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 11 / 12 Aber nicht nur an dem Pavillon der „freien Wohlfahrtspflege" (Liga) ist die jüdische Wohlfahrtspflege beteiligt, sondern auch an einer anderen Sonderausstellung, die unter dem Titel: „Hygiene der Juden" auf der großen Düsseldorfer Ausstellung errichtet werden wird. Das Programm dieses jüdischen Pavillons umfaßt folgende große Gebiete: 1. Das Mische Religionsgesetz in seiner biologischen Auswirkung. 2. Der jüdische Stamm. 3. Die jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen in Deutschland. 4. Ein- und Auswanderung. 5. Siedlungen. Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden steht vor der großen Aufgabe, sowohl das Ausstellungsmaterial für den Pavillon der freien Wohlfahrtspflege (Liga), als auch für den jüdischen Pavillon und zwar hier fiir die Abteilung: „Die jüdischen Wohlsahrtseinrichtungen in Deutschland" zu beschaffen. Für beide Ausstellungen werden benötigt: 1. Vielseitiges charakteristisches Bilder material von den geschlossenen und halboffenen jüdischen Wohlsahrtseinrichtungen. 2. Von einigen Anstalten: Modelle. 3.Statistisches Material über die verschiedensten Gebiete (z. B. ehrenamtliche Mitarbeit in der jüdischen Wohlfahrtspflege, Zusammensetzung der Pfleglinge in den jüdischen Anstalten und die Gründe für deren Einweisung: Beteiligung der Juden an interkonfessionellen Einrichtungen; Verpflegung von Nichstuden in jüdischen Krankenhäusern; Tätigkeit der jüdischen Einrichtungen für Gesundheitsfürsorge in der offenen Fürsorge) u. a. m. Um dieses photographische und vor allem statistische Material zu erlangen, ist die Zentralwohlfahrtszentrale gezwungen, immer wieder Rundschreiben und Fragebogen an die verschiedenen jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen herauszuschicken und sie erwartet, daß alle Einrichtungen, an die sie sich mit Ersuchen um Mitarbeit und Materiallieferung wendet, sie bereitwilligst unterstützen. Es liegt im größten Interesse des Gesamtjudentums — vor allem der deutschen Judenheit, daß auf dieser Ausstellung der Beweis erbracht wird, was das Judentum auf dem Gebiete der Hygiene und der Sozialen Fürsorge geleistet hat und jetzt noch heroorbringt und wie seine uralten Erkenntnisse die Grundlage für viele sozialpolitische und sozialhygienische Gesetzesvorschristen der gesamten Kulturwelt bilden. ttus dem Verbände. Israelitisches Landesheim für Sieche And kranke Personen. Am 18. Oktober fand in Nürnberg eine Sitzung des von der Tagung für die Errichtung eines Siechenheimes eingesetzten Ausschusses statt. Rach längerer Beratung über die in Vorlage gebrachten Vorschläge wurde Beschluß gefaßt, das israelitische Landesheim für Sieche und Kranke der Kranken- und Pfründnerhausstiftung in Würzburg einstweilen anzugliedern. Diese Stiftung hat ein ihr zur Verfügung stehendes Gebäude für die Zwecke des Landesheims freigemacht und vermag in diesem etwa 20—25 sieche Personen unterzubringen. Wir verweisen auf die im amtlichen Teil dieser Nummer veröffentlichte Bekanntmachung des Verbandes. Bezirksversammlung des Labbinatsdistriktes Ansbach. Am Sonntag, den 22. November 1925, fand in Ansbach eine Bezirksversammlung des Rabbinatsbezirks Ansbach statt, in der fast alle Gemeinden vertreten waren. An der Versammlung, die unter Leitung des Herrn Ludwig Dietenhöfer (Ansbach) stand, nahmen der Präsident des Verbandes, Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer und der Verbandssyndikus, Rechtsanwalt Flaschner teil. Die Versammlung beschäftigte sich zunächst mit der Verteilung der Quoten, die die einzelnen Gemeinden am Rabbinergehalt aufzubringen haben. Die Anteile wurden bis zum 1. Januar 1927 vorläufig festgesetzt, und es wurdtz. beschlossen, nach Durchführung der neuen Steuerveranlagung, die eine angemessenere Verteilung der Steuer erhoffen läßt, die Anteile der einzelnen Gemeinden am Gesamtsteuersoll der Israeliten des Bezirks rückwirkend ab 1. Januar 1927 als Verteilungsschlüssel zu nehmen. Weiterhin wurde die Gebietserweiterung der Kultusgemeinden auf alle Gebiete des Bezirks vorgenommen, die bisher nicht einer Kultusgemeinde angeschlossen waren. Bei der Zuteilung der einzelnen GebietÄeile ist völlige Übereinstimmung erzielt worden. Der Bezirk hat davon Kenntnis genommen, daß die Gemeinde Erlangen aus dem Rabbinatsbezirk ausgeschieden ist und sich wieder dem Rabbinatsbezirk Fürth angeschlossen hat. Eine Erinnerung hiergegen wurde nicht erhoben. Es wurde weiterhin beschlossen, die Stelle für einen orthodoxen Rabbiner nach Gruppe X mit Vorrückungsmöglichkeit nach XI unter Belastung der Kasualien auszuschreiben. Über die näheren Modalitäten der Wahl wurde ebenfalls Einigung erzielt und ein Ausschuß zur Vorbereitung der Wahl gebildet. Zum Schluß der Sitzung wurde noch eine Reihe von Fragen erörtert, welche Aufwertung und die Beteiligung der Gemeinden in den Fürsorge- und Jugendämtern betrafen. Es hat sich in der Versammlung wiederum gezeigt, daß durch mündliche Aussprache auch schwierige Probleme leichter einer befriedigenden Regelung zugeführt werden können, wenn von allen Seiten der gute Wille vorhanden ist. Dankbar wurde das Wirken des Verbandes anerkannt, der den Gemeinden und Bezirken den weiteren Bestand und die Aufrechterhaltung ihrer Einrichtungen gewährleiste. Arbeitsnachweis und Berufsberatung für jüdische Frauen und Mädchen. Würzburg, üettenskraße 26. Der israelitische Frauenverein Würzburg hat einen Arbeitsnachweis mit Berufsberatung für jüdische Frauen und Mädchen eingerichtet. Derselbe hat sich zur Ausgabe gesetzt, jüdischen Frauen und Mädchen, deren Ünterkommen durch die augenblickliche wirtschaftliche Lage besonders erschwert ist, Erwerbsmöglichkeiten zu verschaffen. Der Arbeitsnachweis wird Stellen benötigen für kaufmännische, gewerbliche, hauswirstchaftliche und pädagogische Kräfte, für Schwestern, Heimarbeiterinnen usw. Anfragen sind zu richten an obige Adresse. _ Auf meine dringende Bitte in der vorigen Nummer dieser Zeitung gingen für die geisteskranke Frau folgende Spenden ein: Lehrer G. Erlebacher, Mönchsroth 5 M.; August Wertheimer. München 15 M.; Maenlein, München 5 M.; Lehrer M. Hofmann, Rothenburg o. T. 20 M; Frl. Regina Peisach, München 5 M.; Jsak Gottlieb, München 10 M.; Bas Zion, Rexingen 3 M.; Rosenthal, München 5 M.; allen edlen Spendern besten Dank! Dr. M. Weinberg, Distr.-Rabb., Neumarkt (Oberpf.) 5lus der Semeinde. Gemeindliche Lehrkurse. Die Lehrkurse der Gemeinde erfreuen sich eines zahlreichen Besuches und regen Interesses. Jnsbesonders in der pädagogischen Arbeitsgemeinschaft fanden anregende, das gegenseitige Verständnis fördernde Aussprachen zwischen Eltern und Lehrern statt. Im Dezember werden noch folgende Vorträge abgehalten: A. Vortragszyklen. I. Die Poesie der Bibel (Dr. Max Mayer). Der Stil der Propheten. Die religiöse Lyrik. Die Weisheitsdichtung. Über den Zeitpunkt ist auf der Gemeindekanzlei Näheres zu erfragen. II. Geistige Strömungen im modernen Judentum und ihre Hauptvertreter (Dr. Erich Fromm). Die Bejahung der alten Form (S. R. Hirsch, Bamberger). Das Vordringen der nationalen Idee (Herzl, Buber). Das Judentum als Vernunftwahrheit (Hermann Cohen). Jeweils Donnerstags, abends 8.30 Uhr. B. Arbeitsgemeinschaften. I. Die Gedankenwelt der Propheten (Lesen und Besprechen ausgewählter Abschnitte, Dr. Max Elk).. Der Messias. Israels Berufung. Jeweils Montag, abends 8.30 Uhr. II. Der jugendliche Mensch im Entwicklungsalter (Dr. Ernst Ehrentreu). Seine Stellung in der Schule. Seine Stellung im gleichaltrigen Kreis.

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