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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1925-12-03 · 11-12 (3.12.1925) · p. 209

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
1 (1925)
Issue
11-12 (3.12.1925)
Article
Inhalt
Date
1925-12-03
Page
209 (sequence 1)
Language
German
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Rachrichtenblatt öer Israelitischen KultuSgemeinöe in München unö Öes Verbanöes Bayerischer Israelitischer Gemeinüen Erscheint am Anfang seöen Monats. — Verlag: B. Heller, München, Bezugspreis für öle nicht öurch Sie Isr. kultusgemeinüe München eingewie- Herzog Marsirafte 4, Zernsprecher 5)055», Postscheckkonto Nr. )Z>S7 München, senen Bezieher: Mk.4.— für öas Jahr. Anzeigenpreis: Oie 4gesp.nu»- Vchristleitung: Or. Lugen Vchmiüt, Rechtsanwalt in München, Karlstraste 6. Zeile 40 Pfg./Zamilienanzeigen,Stellengesuche unö ähnliche Angebote I5pfs. München^ 5. Dezember Hr. it/fs Inhalt: Das älteste Palästina — ChanuKah — Staatsminister a. D. Dr. Schweyer über den Nationalsozialismus — Sonntags-Feiern in amerikanischen Synagogen — Streifzüge durch das fränkische Saaletal — Zur Gründung einer jüdischen Haushaltungsschule auf dem Lande — Aus dem Reich — Aus dem Verbände — Aus der Gemeinde — Bücherschau — Vereine — Amtl. Anzeiger — Personalnachrichten — Aufrufs Alle Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde München, sämtliche Lehrer und Gemeindevorsteher sowie die Delegierten des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden erhalten die Bayerische Israelitische Gemeindezeitung dauernd gratis zugestellt. Sollte in einem einzelnen Falle die Zusendung unterblieben sein oder die Adressierung nicht stimmen, so bitten wir dies dem Verlag sofort zu melden. —1 Wer nach Vorstehendem nicht zum Gratisempfang berechtigt ist, kann die Gemeindezeitung gegen eine Gebühr von Mk. 4.— für das Jahr beim Verlag abonnieren. Verlag B. Heller, München, Herzog-Max-Straße 4 Es ist das größte Leiden des Menschentums, daß die Gedanken über Gott Spaltungen unter den Menschen herbeiführen und immerfort wieder hervortreten lassen und sich verschärfen können, die die tiefsten Anlässe werden zu den Selbstzerfleischungen der Menschen und der Völker. Cohen, Rel. d. Vernunft, S. 274. vas älteste Palästina von Dr. E. Brandenburg. Der bekannte Archäologe Dr. Brandenburg, der augenblicklich auf einer Studienreise in Palästina weilt, sendet uns kurz vor Redaktionsschluß folgenden Bericht über seine bisherigen Forschungsergebnisse. Über meine wissenschaftlichen Arbeiten kann ich hier nur kurze Andeutungen machen, denn auf Einzelheiten einzugehen, würde zu weit führen und ist auch ohne Abbildungen unmöglich. Doch hoffe ich, wie auch nach meinem vorigen Aufenthalt hier, den Lesern dieses Blattes, die sich dafür interessieren, in einem Vortrag mündlich darüber zu berichten. Leider waren.meine Untersuchungen nicht in dem Umfang möglich, wie ich es gewünscht hätte, einfach, weil es mir unter den jetzigen traurigm Verhältnissen nicht gelungen war, größere Mittel zusammenzubringen. Trotzdem konnte ich manche der Hauptfragen zum Abschluß führen und Neues findet. Die Nachprüfung meiner Funde von 1923 war aber auch unbedingt nötig, denn nach zweijähriger theoretischer Arbeit habe ich erst die notwendige Distanz gewinnen können, die zu einer wirklich objektiven Schätzung und Beurteilung erforderlich ist. Die Ergebnisse werde ich sobald wie möglich zu publizieren suchen. Ich möchte daher auch bitten mit einem endgültigen Urteil bis zum Erscheinen des wissenschaftlich ausgearbeiteten Beweismaterials zu warten; ich sage das, weil ich schon auf Grund vorläufiger Veröffentlichungen heftig angegriffen worden bin, wie immer, wenn man Neues bringt, und gegen veraltete Urteile, besser Vorurteile, angeht. Wenn ich auch in einigen Nebensächlichkeiten meine Ansicht korrigiert habe, so konnte ich doch, was die Haupffragen anbelangt, nach gründlichst — objektiver Prüfung mein Urteil ausvechterhalten. Mir lag vor allem daran, das Rätsel, das uns die aus den ältesten Zeiten stammenden Plätze, ich meine Op Hel und Moriah, aufgeben, zu lösen. Denn ist es nickst rätselhaft, ja geradezu wunderbar, wenn irgendwo im Bergland von Palästina eine kleine Burg mit einer Quelle (Siloah), und einem „Heiligen Fels" (Moriah) liegt, wenn dort gerade der höchste Beamte des Landes, der ägyptsche Statthalter, der um ca. 1400 das Land regierte, seine Residenz dort aufschlägt, daß dann 400 Jahre später ein relativ kleiner Trupp von Halbnomaden alles aufbietet, um in den Besitz der Jebusiterfestung zu kommen, um sie zum Zentrum einer Weltreligion zu machen, aus der dann wieder, 1000 Jahre später, eine neue, andere, das Christentum sich entwickelte, das der antiken Welt ein Ende machte. Beide Religionen, vor 3000 und 2000 Jahren haben dort der Menschheit Fragen gestellt, an deren Lösung sie heute mehr denn je zu arbeiten hat, und an der sie wohl arbeiten wird, solange es noch denkende Menschen gibt.

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