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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1925-11-06 · 10 (6.11.1925) · p. Seite 198

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
1 (1925)
Issue
10 (6.11.1925)
Article
VII. Sitzung der Gemeindevertretung
Date
1925-11-06
Page
Seite 198 (sequence 2)
Language
German
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198 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 10 Dr. Oestreich und Dr. Wilmersdörfser mit dem Rechte der Kooptation gewählt. Der Antrag eines Gärtnermeisters auf Einräumung eines Vorkaufsrechts auf ein gemeindliches Grundstück in der Nähe des alten Friedhofes wird abgelehnt. Schluß der Sitzung 10.30 Uhr. Das Israelitische Pensionat. Das israelitische Pensionat an der Kaulbachstrahe, ein Altersheim, in dem weniger Bemittelte gegen einen geringen Pensionspreis Aufnahme und Pflege finden, konnte im Oktober auf eine nunmehr zwanzigjährige Zeit des Bestehens zurückblicken, auf eine Zeit segensreicher Arbeit zum Wohle der Gesamtheit. Anfang Oktobr 1905 wurde das Haus dem Betriebe übergeben. Es gründete sich auf eine Stiftung der Baronin Klara von Hirsch- Gereuth, zu der Josef Kronhei. mer (Melbourne) eine namhafte Summe beisteuerte. Die noch fehlenden beträchtlichen Mittel wurden durch ein unter der Leitung von Albert Landauer stehendes Komitee aufgebracht. Größere Spenden ermöglichten im Jahre 1910 eine Erweiterung der Anstalt, um die sich besonders Landrat Nußbaum verdient machte. Die Anstalt hat sich durch alle Schwierigkeiten der Kriegs- und Nachkriegsjahre hindurch zu behaupten vermocht, wenn auch in den letzten Jahren nur durch größere Spenden. Die Leitung der Anstalt lag von Anfang bis jetzt an in den Händen von Karoline Wimpfh e i m e r; im besonderen Maße hat sich das Mitglied des Verwaltungsausschusses der Kultusgemeinde, Albert Landauer, das Gedeihen der Anstalt angelegen sein lassen. Möge die Anstalt auch fernerhin Freunde und Gönner finden, die es ihr ermöglichen, ihre Täügkeit in der bisherigen Weise fortzusetzen. Frau Justizrat Ofner, die Gattin des sel. Herrn Justizrat Ofner, des langjährigen Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde München, feierte am 8. Oktober ihren 70. Geburtstag. Arbeitskurfe der Ortsgruppe München des jüdischen Frauenbundes. Schon feit Abschluß unserer Kriegstätigkeit haben wir unseren Lieblingsgedanken nicht fallen lassen, Lehrwerkstätten zu gründen. Wenn er auch, durch die Zeiten bedingt, nicht zur vollen Ausführung kam, so hat sich doch eine Einrichtung herausgebildet, die schön jetzt mehrere Jahre mit teilweise großem Erfolg sich durchsetzte. Es sind dies die Kurse für Näh- und Handarbeiten, die wöchentlich einmal in der Rituellen Speiseanstalt in der Klenzestraße Nr. 4/0 stattfinden. Mädchen und Frauen aller Stände soll die Möglichkeit' gegeben werden, ihre Garderobe selbst zu verfertigen, besonders aus alten Sachen wieder etwas Neues, Hübsches und Praktisches zu machen und so die Freude zu haben, zu sparen und Nützliches für sich oder für die Kinder anzufertigen. Eine fachmännische Kraft gibt die Anleitung, alles geschmackvoll, günstig und der Mode entsprechend herzurichten und geht den Damen geschickt an die Hand. Wer hat nicht in seinem Schranke ein altes Kleid, einen abgetragenen Rock, und wie leicht ist daraus eine Bluse, ein Kinderkleidchen aus dem guten Stücken herausgeschnitten. Aber auch Wäsche, wie Hemden, Hofen, Schürzen usw. aus alten und neuen Stoffen lehren wir anzufertigen. Für besonders' wichtig für viele halten wir eine gründliche Anweisung im Flicken, Stopfen und Einstückeln. Auf Wunsch kann auch wieder wie in den Vorjahren Anleitung zum Abändern von Hüten, andernfalls auch zur Neuanfertigung, gegeben werden. Der zweite Teil unserer Kurse befaßt sich mit Handarbeiten. Wir lehren jede Art von Stricken, Häkeln, Filetstricken und -stopfen. Dies nun für zweierlei Zwecke. Wir hatten die Genugtuung, zu sehen, daß viele Frauen nach kurzer Anleitung imstande waren, mit Anfertigung von Jumpern, Tüchern, Kinderkleidchen usw. sich einen beträchtlichen Zuschuß zum täglichen Lebensunterhalt zu verdienen. Heute ist freilich die wirtschaftliche Lage ungünstiger. Es ist schwer geworden, sich durch Handarbeiten etwas Wesentliches zu verdienen, doch bietet der Besuch unserer Kurse immerhin die Möglichkeit, eine Nebenbeschäftigung für solche Frauen und Mädchen zu finden, die im Haushalt nicht viel zu tun haben. Es ist uns doch möglich, hier und da etwas für sie zu verkaufen. In diesem Sinne sind wir ständig für einige frühere Schülerinnen tätig, die Tücher stricken, hübsche bunte Gegenstände für den Teetisch arbeiten, Kinderkleider häkeln und stricken. Außerdem gibt es auch für den eigenen Bedarf, für das eigene Haus manche Dinge zu arbeiten, Decken sticken, Vorhänge zusammenstellen, einige schlechte zu einem guten zu verarbeiten, Lochsaum, Festonieren, Hochsticken usw. zu lernen. Wir würden uns freuen, recht viele Frauen und Mädchen bei uns begrüßen zu können. Die Kurse sind kostenlos, doch bleibt es Bessergestellten unbenommen, dem Verein für die Auslagen für Licht und Heizung eine kleine Spende zu geben. Unser Lokal ist wohl einfach, aber sehr sauber und warm, und es ist für gute Beleuchtung gesorgt. Jda Stern. Israelitischer Verein für Ferien-Kolonien und zur Bekleidung von Schulkindern. Der Israelitische Verein für Ferienkolonien und zur Bekleidung von Schulkindern legt dieser Nummer eine Bitte um Förderung der Chanukkahbeschenkung bei, die, wie alljährlich, wieder sämtliche in Betracht kommende Schulkinder sowie viele Jugendliche und Kleinkinder bekleiden soll. Es ist dies der eine Hauptzweck des Vereins neben dem anderen, der Ferienversorgung von Knaben und Mädchen, wozu noch nach Maßgabe der Mittel ganzjährige Kleiderhilfe, Barmizwahbekleidung usw. kommt. Hoffentlich ist auch in diesem Jahre das Ergebnis der beiliegenden Bitte ein erfreuliches. EFIM SCHACHMEISTER mit seiner weltberühmten Tanz-Kapelle spielt täglich nachmittags und abends in HAUSER’S HOTEL „DER REICHSADLER“ MÜNCHEN * __*

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