Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 7 (18.8.1925)
- Article
- Jüdischer Gesangsverein
- Date
- 1925-08-18
- Page
- Seite 148 (sequence 2)
- Language
- German
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148 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr 7 bürgten für eine glänzende Darstellung der musikalischen Entwick-, lung des Synagogengesanges. Gegen 3000 Einladungen gingen an die Mitglieder der jüdischen Gemeinde München hinaus. Leider war der Besuch sehr schwach; während z. B. in Stuttgart, Berlin die Synagogenkonzerte von den Mitgliedern der jüdischen Gemeinden zahlreich besucht waren und in Baden die jüdischen Gesangs¬ und Synagogenvereine in ihren Konzerten den Besuch fast aller jüdischen Gemeindemitglieder konstatieren können. Der Verein bereitet sich jetzt vor, im Herbst mit dem „Elias" an die Öffentlichkeit zu treten. Wir bitten heute schon, die Judenheit Münchens, soweit sie singen kann, dem Verein beizutreten als aktive Mitglieder; die anderen Mitglieder der jüdischen Gemeinde bitten wir, sich als passive Mitglieder zu melden, um unser Ziel durchführen zu können. Es handelt sich darum, gerade unseren Gegnern zu zeigen, daß auch in unseren Kreisen nicht Materialismus, sondern Idealismus und Begeisterung für das Schöne herrscht; es handelt sich darum, den Gottesdienst zu verschönern und damit beizutragen zur Ehre Gottes und des Judentums. Die geistige Kultur eines jeden Volkes und jeder religiösen Gemeinschaft dokumentiert sich darin, daß sie Anteil nehmen an ihren kulturellen Einrichtungen, an der geschichtlichen Entwicklung ihrer Kultur und da synagogale Gesänge untrennbar sind von der geschichtlichen Entwicklung des Judentums, so muß besonders an die Jugend appelliert werden, daß sie teilnimmt an allen Darbietungen, die jüdische Kultur betreffen. In der jüdischen Melodik läßt sich ein ganz bestimmter Ausdruck jüdischen Empfindens konstatieren und es ist daher Pflicht für die Jugend, an all diesen Veranstaltungen mitzuwirken, um den geistigen Inhalt des Judentums auch in musikalischer Beziehung in sich aufzunehmen. E. Kahn. AMTLICHER ANZEIGER Nummer 7 Beilage der Bayrischen Israelitischen Bemeindezeitung 18. Nugust 1925 Bekanntmachungen der Israelitischen kultusgemeinde München Bekanntmachung. Betreff: Glückwunschablösung 1925. Wir geben hiermit bekannt, daß auch in diesem Jahre anläßlich des Neujahrsfestes Spenden zur Enthebung von schriftlichen Glückwünschen entgegengenommen werden. Der Ertrag wird wohltätigen Zwecken zugeführt. Die Namen der Spender werden in der nächsten Nummer der Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung bekanntgegeben. Die Entgegennahme von Glückwunschablösungen findet von Donnerstag, den 10. September bis einschließlich Freitag, den 18. September im Sitzungssaale der Kultusgemeinde, Herzog Maxstraße 7/1 statt. Anderweitige Bekanntmachung vorstehender Mitteilung erfolgt Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde München. Bekanntmachung. Betreff: Filialgottesdiensi an den hohen Feiertagen. Vermietung von Synagogenbelslühlen. Wir geben hiermit bekannt, daß, wie in den Vorjahren an den Neujahrstagen und am Versöhnungsfeste ein Filialgottesdienst im großen Saale der Tonhalle (Kaimsaal), Türkenstraße Nr. 5, abgehalten wird. Die Abgabe der Eintrittskarten (Herrenkarten M. 6.—, Damenkarten M. 8.— und M. 6.—) erfolgt ab Donnerstag, den 10. September l. I. morgens 8 Uhr in der Gemeindekanzlei (Herzog Maxstraße 7/1) während der üblichen Geschäftsstunden. Unentgeltliche Karten für Volks- und Mittelschüler werden am 13. September und zwar ebenfalls in der Gemeindekanzlei abgegeben. Die Vermietung der noch verfügbaren Betstühle in der Synagoge findet von Sonntag, den 13. September morgens 8 Uhr ab in der Gemeindekanzlei statt. Der Vorstand der Israelitischen kultusgemcin.de München. Bekanntmachung. Betreff: Liebesgaben aus dem Auslande. Wir machen darauf aufmerksam, daß mit Wirkung vom 1. 7. die Abgabenfreiheit für Liebesgaben aus dem Auslande nur noch den zum Liebesgabenverkehr vom Reichsministerium für Finanzen besonders zugelassenen Vereinigungen zu gewähren ist. Die Abgabenfreiheit ist der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden und damit auch dem unterfertigten Wohlfahrtsamt eingeräumt. Neben den Liebesgaben aus dem Ausland, die den Vereinigungen zur Verteilung nach eigenem Ermessen zugehen und von diesen nur den Bedürftigen ohne Entgelt abgegeben werden dürfen, sind auch solche Geschenksendungen für bestimmte Einzelpersonen abgabesrei, für die die zugelassenen Vereinigungen die betreffenden Sendungen in Empfang nehmen und diesen zur Verfügung stellen. Besonders zollfrei sind in diesem Fall gebrauchte Kleidungs- und Wäschestücke. — Wir stellen daher sämtlichen Mitgliedern der Gemeinde, die Liebesgaben von Verwandten oder nahestehenden Personen aus dem Auslande erhalten, anheim, sich an das unterfertigte Wohlfahrtsamt zu wenden und dieses zu ermächtigen, Geschenksendungen für sie in Empfang zu nehmen, da sie in diesem Fall keinerlei Zoll zu entrichten haben. Die Vermittlung durch das Wohlfahrtsamt geschieht unentgeltlich. Wohlfahrtsamt der Israelitischen Kultusgemeinde München. Bekanntmachung über die Beamtenbezüge. Gemäß Bekanntmachung des Staatsministeriums der Finanzen vom 19. 4. 1925 Nr. 17885 (Bayer. Staatsanzeiger Nr. 89 vom 20. 4. 1925) über die Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses ist auf Grund des Reichsgesetzes über die Änderung der 18. Ergänzung des Besoldungsgesetzes vom 15. 4. 1925 (Reichsgesetzblatt No. 15/1925) der Wohnungsgeldzuschuß (Ortszuschlag), wie unten folgt, erhöht worden. Um eine leichtere Übersicht über die Gehaltssätze zu gewähren, fügen wir die in Nr. 2 der Bayer. Israel. Gemeindezeitung abgedruckte Aufstellung der Grundgehälter dem abgeänderten Wohnungsgeldzuschusse bei. Die Berechnung der Beamtengehälter hat danach mit Wirkung vom 1. 4. 1925 ausschließlich nach der untenstehenden Aufstellung zu erfolgen: