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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1925-08-18 · 7 (18.8.1925) · p. Seite 116

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
1 (1925)
Issue
7 (18.8.1925)
Article
Zentralwohlfahrtsstelle der Deutschen Juden
Date
1925-08-18
Page
Seite 116 (sequence 2)
Language
German
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i 16 Bayerische Israelitische Gemeindezeltung Nr. 7 Die Durchführung derpraktischen Fürsorge. (Ermittlungen, Sprechstunden. Pflegschaften. Zusammenarbeit mit den jüdischen Vereinen, Stiftungen, Anstalten und der Gemeinde. Zusammenarbeit mit der allgemeinen und konfessionellen Wohlfahrtspflege. Vertretung bei üer Behörde. Technische Einrichtung eines Wohlfahrtsamtes.) Anmeldungen werden bis spätestens 25. August an die Geschäftsstelle der Zentralwohlfahrtsstelle, Berlin C. 2, Rofenstr. 2—4, erbeten. Eine Teilnehmergebühr wird nicht erhoben. Aus dem Verbände. Anschluß bayerischer Kultusgemeinden an den Verband. Bon den wenigen dem Verbände bayerischer israelitischer Gemeinden noch nicht angeschlossenen Kultusgemeinden haben sich nunmehr Brückenau und Zirndorf dem Verbände angeschlossen. Israelitischer Lehrerverein in Bayern. Die Einladung zu der am Sonntag, den 30. und Montag, den 31. August in Nürnberg stattfindenden 44. Mitgliederversammlung des israelitischen Lehrervereins in Bayern enthalt folgendes Programm. I. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Sitzung der Verwaltung im Sitzungssaal oer Israelin,chen Kullusgemeinoe (Reue Gas>e). Hier, zu smo die Ehrenmttglieoer und die Mitglieder der Berwalrung, sowie die Referenten eingeladen. Die Vereinsmitglieder sind berechtigt, als Zuhörer beizuwohnen. II. Sonntag, abends 8 Uhr: Begrützungsabend im Deutschen Hof (Lehrerheim). Vortrag von Kantor Muller-'Müncyen über kantorale Vor- und Fortbildung mit gesanglichen Darbiemngen mehrerer Kantoren. III. Hauptversammlung. Montag, vormittags 9 Uhr im Deutschen Hof (Veyrerheim). Tagesordnung: 1. Bericht der Vorstandschaft: Entlastung des Kassiers und der Verwaltung. 2. Vortrag: Anwendung des Prinzips der Arbeitsschule auf den Hebräischen Sprachunterricht. Referenten: Dr. Bamberger, Nürnberg und Hirnheimer, Höchberg. 3. Statutenänderung. Berichterstatter: Seminaroberlehrer Stoll, Würzburg. 4. Beamtenordnung des Verbands. Berichterstatter: Ehrenreich, Nürnberg. 5. Versorgung der Altpensionisten. Berichterstatter: Ehrenreich, Nürnberg. 6. Neuwahl der Verwaltung. 7. Wahl der Vertreter zum Rate des Verbandes. 8. Wunsche und Anträge. Es ist vorgesehen, am Montag ein gemeinsames Mittagessen (durch Restauratwn Plaut) im Deutschen Hof zu veranslalren. Preis 4 Mark. Da das gemeinsame Essen nur bei genügender Beteiligung abgehalten weroen kann, bitten wir, die Teilnahme umgehend vei Dr. Bamberger, Nürnberg, Hessestraße b, anzumelden. Wir bitten um zahlreichen Besuch der Tagung. München, den 11. August 1925. Die Verwaltung: M. Rosenfeld, Schriftführer. S. Dingfelder, 1. Vorsitzender. Der Dundeskag des Bundes gefeheslreuer israelitischer Gemeinden Bayerns. Der 1. Bundestag des Bundes gesetzestreuer israelitischer Gemeinden Bayerns, der am 28. Juni in Würzburg stattfand, nahm einen wahrhaft würdigen und harmonischen Verlauf. Von der ersten bis zur letzten Minute waren alle Zuhörer in den Bonn geschlagen von den aus dem Herzen kommenoen, zu Herzen gehenden, mir lustlicyen Thoraworten durchflochtenen Ausfuhrungen oer Redner.— Scyon die eröffnenden Worte des 1. Vorsitzenden, Herrn Rabbiner Dr. S t e i n - Schweinsurt, über Sinn und Bedeutung der Bundestage, versetzten die Versammlung in eine gehobene Stimmung. Die Bundestage sollen die Jereim aus Stadt und Land zusammenführen, um sie am Bewußtsein gleichgesinnten Lebens und Wirkens zu festigen und zu stärken. Unsere größte Sorge ist die Pflege der heiligen Thora. All die Gegengründe, die die heutige Zeit gegen das Studium der Thora vorbrrngt, sind nichtig. In feinsinniger Weise widerlegte der Redner die hauptsächlichsten Einwände unter Zugrundelegung eines Midrasch zum blühenden Stab Aharons. Die Begrüßungsansprache des Herrn Rabbiner Dr. Hanover-> Würzburg begann mir einem historischen Rückblick über die Geschichte des Bundes und des bayerischen Judentums im letzten Jahrhundert. Das Bttd vom bayerischen Juden als des schlichten und opsersähigen Jere-schomajim hat sich leider stark geändert. In manchen Kreisen aus dem Lande scheint fast alles jüdische Leben erloschen. In ergreifender Weise schildert der Redner die geistige Not der vereinsamten Juden aus dem Lande, deren Seelen von den materiellen Sorgen fast völlig verschüttet sind. Und diese Seelen von Israel sind es wahrlich wert, daß man sich in jeder denkbaren Weise um siebemüht, um das, was noch an jüdischen Funken in ihnen glimmt, wieder zum Entflammen zu bringen. Der Bund gesetzestreuer israelitischer Gemeinden Bayerns, der alle gesetzestreuen Juden Bayerns, ohne Rücksicht aus ihre politische Stellung vereint, ist geeignet, diese Aufgabe zu erfüllen, wenn er viele opferbereite Mttarbeiter findet. Gerade die gegenwärtige Zeit ist für den Kampf um die jüdischen Ideale sehr günstig, denn die Flut des Materialismus, die die Massen gegenwärtig ergriffen hat, ist nur die letzte, und darum scheinbar größte, Welle einer abklingenden Zeitstromung, während im Zentrum bereits eine neue Epoche ihren Anfang genommen hat. Der dürre Stab Aharons har Blüten und Fruchre hervorgebracht. Glauben wir an das alle Wunder und hoffen wir, daß auch uns aus dürren, scheinbar vertrockneten Reisern Blüten hervordrängen und gesunden lassen unsere ganze jüdische Gemeinschaft. Nach einer Begrüßung der Versammlung durch den Vorsitzenden des Vereins zur Wahrung uno Förderung religiöser Jnreressen in der Kultusgemeinde Wurzburg, Herrn Zaynarzc Dr. N a t y a n- 1 o n, dessen rühriger Propaganda der starke Besuch der Tagung mir zu verdanken war, bericyrete der Vorsitzende, Herr Rabviner Dr. totein schweinsurt, den aufmerksamen Zuhörern von den Arbeiten des Bundes im abgelaufenen Halbjahre: Anstellung eines Sefers, der die Landgemeinden besucht; persönliche Ruasprache beim Ministerium, um die Befreiung israelitischer Bolksschuler vom Unterricht am Savbat zu erreichen; Verhandlungen mit einem Parteiführer wegen sinngemäßer Anwendung der Kontordatsveslimmungen aus die jüdische Religionsgesellschaft u. a. m. Besonders inleresjant war oie leohafte Schilderung der Debatte über das Schächtverbot im Münchener Tierschutzkongreh. Sooann begrüßt der Vorsitzende die Vertreter des Verbandes gesetzestreuer israelitischer Jugendvereine Bayerns, die Herren Dr. M u n z und M. G u t m a n n Nürnberg uno betonte, daß Einwirkung auf die jüdische Jugend im Sinne der Thora die hervorragendste Ausgabe des Bunoes ist und daß er deshalb die Arbeit des gleichgesinnten Verbandes gesetzestreuer israelitischer Jugendvereine Bayerns mit Freude begruyt. Traurige Vorkommnisse in der bayerischen jüdischen Jugeno in der letzteren Zeit beweisen, daß wir unoedingt ihr einen idealen Rückhalt gewahren müssen; durch edle begeisternde Vorträge, durch Wanoerungen in der Natur, durch gute Lektüre, vor allem aber durch Beschäftigung mit der heiligen Thora. Herr Dr. M ü n z - Nürnberg dankte herzlich für die Einladung des Bundes und legte dar, wie der Verband gesetzestreuer israelitischer Jugendvereine Bayerns zu arbeiten gedenkt, wünschte dem Bunde Gelmgen seines Werkes und versprach nach allen Kräften mitzuarbeiten. Ein gemütlicher Mittagtisch vereinte eine große Anzahl der Teilnehmer. Herr Hermann Engel- Würzburg nahm die Gelegenheit wahr, dem Vorsitzenden, Herrn Rabbiner Dr. Stein - Schweinfurt, für seine autzerordentlichen Leistungen als Führer des Bundes und im Dienste des bayerischen Judentums überhaupt in bewegten, von Thora erfüllten Worten zu danken. Herr Rabbiner Dr. Stein- Schweinsurt versuchte in geistreicher Weise diesen Dank als übertrieben abzulehnen, aber zum ersten Male gelang es ihm nicht die Hörer zu überzeugen. Herr Rabbiner Dr. Br ad er-Ansbach sagte unter dem Beifall der Tischgesellschaft dann dem 2. Vorsitzenden des Bundes, Herrn Rabbiner Dr. Hanoi) e r - Würzburg Dank für seine wertvolle und hoch zu schätzende Mitarbeit im Bunde.

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