Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 7 (18.8.1925)
- Article
- Tagung der württembergischen Landesversammlung [Nachricht]
- Date
- 1925-08-18
- Page
- Seite 114 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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114 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 7 schlossen, das Stuttgarter Bezirksrabbinat mit der Stelle des akademischen Religionslehrers zu verbinden. Der Antrag des Rabbineroereins, den Rabbinern nach 20 Dienstjahren das Aufsteigen in die nächsthöhere Gehaltsstufe zu gewähren, wurde abgelehnt. Die weitere Aussprache galt der Gestaltung des Etats. Erziehungskonferenz des Halberstädter Verbandes. Berlin (J.T.A.). Aus Halberstadt wird gemeldet: Auf Anregung des Preußischen Landesverbandes gesetzestreuer Synagogengemeinden (Halberstädter Verband) tagten vor kurzem in Halberstadt die Vertreter der verschiedenen gesetzestreuen Institute und Organisationen Deutschlands, um über die „künftige Ausbildung jüdischer Lehrer und Religionslehrer" zu beraten. Anwesend waren: Herr Rabb. Dr. Moses Auerbach (Berliner Rabbinerseminar), Rabb. Dr. E. Carlebach (Lehrerseminar Köln), Oberlehrer Stoll (Lehrerseminar Würzburg), Dozent I. Ehrentreu (Frankfurter Jeschiwah), Rabb. Dr. Schlesinger (Bund gesetzestreuer jüdi-r scher Gemeinden), Rabb. Dr. Frankl und Dr. med. Auerbach-Halberstadt (Landesorganisation Agudas Jisroel in Deutschland), Rabb. Dr. S. Bamberger-Köln und Bezirkssekretär Posen-Heilbronn (Jugendorganisation Agudas Jisroel), Emil H. Lehmann- Frankfurt a. M. (Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums), die Herren Wolf S. Jacobson-Hamburg und Gottfried Goldschmidt-Halberstadt (Landesdirektorium des Keren Hatorah in Deutschland). Den Vorsitz führte der Präsident des Landesverbandes Rabbiner Dr. I. Auerbach-Halberstadt. Es fand eine eingehende Aussprache über den gesamten Komplex der religiösen Erziehungsfragen statt, woraufhin entsprechende Beschlüsse gefaßt wurden. Herr Rabb. Dr. Carlebach formulierte seine Forderungen, über die Ausbildung der jüdischen Lehrer in der Zukunft und regte u. a. die Bildung einer „jüdischen Lehrerakademie" an. Oberlehrer Stoll berichtete über die Lehrerausbildung am Würzburger Seminar. Dozent Ehrentreu betonte, daß die Jeschiwah der beste Boden für die Ausbildung jüdischer Lehrer sei. Um das Resultat der Verhandlungen festzuhalten und für die praktische Ausführung geeignete Grundlagen zu schaffen, wurden die Vertreter der Lehranstalten gebeten, sich zu einer Kommission zusammenzuschließen, in mündlichem und schriftlichem Gedankenaustausch die geeignete Formulierung für die gemeinschaftlichen Thesen zu finden und alsdann mit einem fertigen Programm vor die Öffentlichkeit zu treten. Für die einheitliche jüdische Gemeinde in Litauen. K o w n o (J.T.A.). Der Rat der Kownoer jüdischen Gemeinde hielt eine Vollsitzung ab und nahm einen scharfen Protest gegen das vom Litauischen Sejm angenommene Gemeindegesetz an, wel-. ches auf die Vernichtung des jüdischen Gemeinwesens in Litauen hinzielt, indem es das Bestehen mehrerer Gemeinden in einem Orte zuläßt und den Gemeinden das Besteuerungsrecht nimmt. In der Resolution wird gefordert, daß die jüdische Gemeinde auch weiter eine einheitliche bleibt, damit sie die Zelle der jüdischen Autonomie bilden könne. Eine Kundgebung der jüdischen Handwerker zur Rhein. Jahrtausendseier. Berlin (J.T.A.). Anläßlich der Jahrtausendfeier der Rheinlande findet am Sonntag, den 6. September 1925, in Düsseldorf eine große Kundgebung der jüdischen Handwerker statt. Im Anschluß hieran veranstaltet der Zentralverband jüdischer Handwerker Deutschlands eine Hauptvorstandssitzung. Der Verband der jüdischen Lehrervereine für Errichtung einer jüdischen pädagogischen Akademie. Hamburg (J.T.A.). Das preußische Staatsministerium hat grundsätzlich beschlossen, daß die pädagogische Ausbildung der künftigen Volksschullehrer und -Lehrerinnen in einem zweijährigen Lehrgang an pädagogischen Akademien erfolgen soll. Es find drei Akademien (eine in Berlin, eine im Osten, eine im Westen), geplant; zwei sollen der Ausbildung evangelischer Lehrer, eine der Ausbildung katholischer Lehrer dienen. Die unter Leitung des Verbandes der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche herausgegebenen „Blätter für Erziehung und Unterricht" des „Israelitischen Familienblatts" nehmen zu dieser Angelegenheit in der folgenden Weise Stellung: „Damit ist, worauf wir schon vor einiger Zeit an dieser Stelle als wahrscheinlich hingewiesen haben, sestgelegt worden, daß die Lehrerausbildung der Zukunft nach Konfessionen getrennt vor sich gehen soll. Wir hoffen nun, daß sich in unseren Reihen nicht wieder die hohle Phrase breit macht, daß wir Juden keine besonderen jüdischen konfessionellen Anstalten schaffen dürfen, daß solches ins Ghetto zurückführe und wie sonst die üblichen Redensarten gewisser Überassimilanten lauten, daß vielmehr die berufene Instanz, nunmehr der preußische Landesverband, alles daran fetzt, auch eine jüdische pädagogische Akademie, die vom Staate anerkannt und zum mindesten von ihm subventioniert wird, begründet werde. Freilich ihre Notwendigkeit muß nachgewiesen werden, und darum rufen wir immer wieder unseren Großgemeinden zu: Schafft jüdische Schulen, Volks-, Mittel- und höhere Schulen! Um Religionslehrer, Kantoren und Schächter auszubilden, wird der Staat uns keine besondere jüdische Akademie ins Leben rufen." Antisemitischer Sturm im Reichstag. — Ablehnung des völkischen Antrags auf Abbau aller Juden im Reichs- und Staatsdienst. Berlin (J.T.A.). In der Abendsitzung des Reichstags vom Freitag, den 17. Juli, wurde die Debatte über Abänderung der Personalabbauverordnung sortgeführt. Dabei unternahm der völkische Abgeordnete Dr. Frick, der Oberamtmann des Münchener Polizeipräsidiums, einen Vorstoß gegen das Republikanische Beamtentum, insbesondere gegen die Beamten jüdischer Abstammung und Religion. Er nannte diese Beamten „Kreaturen Severings", was einen Sturm der Entrüstung aus der linken Seite hervorries. Er wurde vom Präsidenten zur Ordnung gerufen und erhielt dann auch eine. Rüge. Er sprach dann von „Angehörigen der jüdischen Rasse, die sich in allen Zentralstellen eingenistet haben" und führte aus: „Wir kennen diese Leute aus der Münchener Rätezeit mll HARDY & CO. HARDY & CO. Kommandit-Gesellschaft G. m. b. R. München, Briennerstrasse 56 Berlin W56, Markgrafenstrasse 56 Telegramm-Adresse: Hardybank München Telegramm-Adresse: Hardybank Berlin Erledigung aller bankmässigen Geschäfte