Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 7 (18.8.1925)
- Article
- Inhalt
- Date
- 1925-08-18
- Page
- 109 (sequence 1)
- Language
- German
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ülachrichtenblatt der Israelitischen Rultusgemeinüe in München und üeS Llerbanöes Bayerischer Israelitischer Gemeinüen DagerLsche Israelitische Gemeinöezeitung Erscheint am Anfang jeüen Monats. — Üerlag: B. Heller/ München, Bezugspreis für üie nicht öurch öie Isr.kultusgemeinöe München eingewietzerzog Marslraße4/Fernsprecher 5)0--/Postscheckkonto Nr.Z-S7 München. senen Bezieher: Mk>4.— für öas fiahr. Anzeigenpreis: Sie 4gesp.nun- Bchristleitung: Br. Lugen Bchmiöt/ Rechtsanwalt in München/ Karlstrahe 6. Zeile 4o Pfg./Zamilienanzeigen/Btellengesuche unö ähnliche Angebote I5psg. München/18. August 19Z5 Ar. 7 Inhalt: Im Monat Aw — Neue Wege der Manderarmensürsorge — Fortschritte in der Organisation der Wandersnrsorge— Religiöse Erziehung — Aus dem Reiche — Aus dem Verbände — Aus der Gemeinde — Die 3. Tagung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden zu Würzburg — Bücherschau — Vereine — Amtlicher Anzeiger: Bekanntmachungen der Gemeinde — Personalnachrichten — Kalendarium Alle Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde München, sämtliche Lehrer und Gemeindevorsteher, sowie die Delegierten des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden erhalten die Bayerische Israelitische Gemeindezeitung dauernd gratis zugestellt. Sollte in einem einzelnen Falle die Zusendung unterblieben sein oder die Adressierung nicht stimmen, so bitten wir, dies dem Verlag sofort zu melden. — Wer nach Vorstehendem nicht zum Gratisempsang berechtigt ist, kann die Gemeindezeitung gegen eine Gebühr von Mk. 4.— für das Jahr beim Verlag abonnieren. Verlag B. Heller, München, Herzog Maxstraße 4 Die Menschheit schreitet langsam fort, weil tot Erziehung nicht schnell besser wird. H. Lazarus, Erzhg. u. Geschichte 8. Im Monat flw. Von Dr. M a r E ck. Der Monar Aw ist der Schmerzensmonar unserer jüdischen Geschichte. Von den ältesten Zeiten bis in unsere Gegenwart knüpfen sich an ihn tragische Ereignisse, die das Los Hunderrransender bestimmten, darüber hinaus aber der gesamten jüdischen Geschichte ein neues Aussehen gaben. Am 9. Aw des Jahres 58<5 vor d. gew. Zeitr. ging der erste Tempel in Flammen auf, nachdem schon einen Monat vorher die Babylonier unter Nebukadnezar Jerusalem eingenommen und den König Zedekia geblendet in die Gefangenschaft geführt hatten. Im Monat Aw kam ein Feldherr des Königs nach Jerusalem zurück und vollendete das Werk der Zerstörung. Mit dem Fall des Tempels stürzte für die Juden eine Welt zusammen. Der größte Teil des Volkes wurde ins Exil verschleppt und dort saßen sie nun an den Wasserbächen Babels und weinten, da sie ihrer Heimat gedachten. In unvergänglicher Frische, nicht, als ob schon beinahe zweieinhalbtausend Jahre vorübergegangen wären, spricht jener berühmte 137. Psalm aus dem babylonischen Exil zu uns, schildert uns die Leiden, aber auch die Hoffnungen der Exilanten. 50 Jahre später schlägt die Stunde der Befreiung; CyrnS von Persien, der Eroberer Babyloniens, erlaubt ihnen die Rückkehr. 50 000 Juden ziehen zurück; sie dünken sich Träumenden gleich. Ihre erste Sorge ist, den zerstörten Tempel wieder aufzurichlen. Unter vielen Schwierigkeiten schreitet der Bau fort, schon sieht der Prophet Secharja den Tag, „da das Fasten des 4. und das Fasten des 5. Monats", der Gedenktage der Einnahme Jerusalems und der Zerstörung des Tempels, sich zu Freudentagen wandeln. Der zweite Tempel wird vollendet und nun ist für eine geraume Zeit der Monat Aw zu einem Monat des Jubels geworden. Am 15. des Monars findet das Holzfest statt, an dem eine Holzfpcnde für die Altarfeier in den Tempel gebracht wurde. Es war ein richtiges Volksfest. Die jungen Mädchen sammelten sich in den Weinbergen, alle waren in Weiß gekleidet — aber die Gewänder gehörten nickt ihnen, um die Armen nicht zu beschämen — und führten Reigentänze auf und sangen dazu Lieder in der beiligen Sprache. Die Geschichte geht ihren Gang. Auf eine Zeit relativer Selbständigkeit unter den hasmonäischen Königen folgt, nicht ohne eigene Schuld, die harte Herrschaft der römischen Landpfleger, bis im Jahre 66 nach d. gew. Zeitr. sich das Volk gegen die Fremdherrschaft erhebt. Der Kampf war aussichtslos. Langsam dringen die Römer vor und belagern im Frühjahr 70 Jerusalem. Die Stadt verteidigt sich heldenmütig, doch eine Mauer nach der andern fällt, bis nach einem vergeblichen Ausfall am Sedenket der Armen zum Jal)reswed)fel! Llückwunsch-Ablösung siehe Seite 148