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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1925-06-06 · 5 (6.6.1925) · p. Seite 83

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
1 (1925)
Issue
5 (6.6.1925)
Article
Zur Entwicklung des jüdischen Krankenheims
Date
1925-06-06
Page
Seite 83 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 5 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 83 leider zur Zeit noch nicht zur Verfügung. Sobald eine Räumung des Nachbarhauses möglich wird, soll und -muß diese Lücke ergänzt werden. So hoffen wir schon heute unseren Gemeindemitgliedern mit der Bereitstellung unserer neuen Abteilung gute Dienste leisten zu können. Aber freilich ohne große materielle Opfer war diese neue Einrichtung nicht durchzuführen — mußten doch bauliche Veränderungen und Ergänzungen unseres Inventars vorgenom-, men werden, die erhebliche Mittel erforderten, deren Deckung -uns große Sorge macht. 1 Helft uns daher, liebe Glaubensgenossen und -Genossinnen, diese^ drückende Sorge zu erleichtern. Denkt an manche Wohltat, die Ihr oder die Euren in unserer Klinik erfahren haben und ermöglicht es, weiter auf diesem beschrittenen Weg. fortzufahren. Einmalige größere Spenden erbitten wir an das Krankenheim, Hermann Schmidtstr. 5, Postscheck-Konto 7777, wobei wir ersuchen ausdrücklich zu vermerken, daß der Betrag „für die geburtshilfliche Abteilung" bestimmt ist. Wir wollen nicht mit Worten danken, die Taten sollen es beweisen und die Zukunft wird uns recht geben. Elternabend. Am 13. Mai fand der zweite Elternabend statt, der einer Aussprache über die Frage „Was erwartet das Elternhaus vom Religionsunterricht" gewidmet war. Herr Studienrat Dr. Sch aalmann, selber ein erfahrener Lehrer, gab in einem einleitenden Referat eine Reihe beachtenswerter Anregungen und Vorschläge, die die Verlebendigung des Unterrichts zum Ziele hatten. Er hat in diesem Zusammenhang auch nachdrücklichst dazu aufgefordert, daß jüdische Eltern sich mehr als bisher für die an den öffentlichen Schulen bestehenden Elternvereinigungen interessieren sollten und die Gründung einer derartigen Elternvereinigung auch für den Religionsunterricht angeregt. Frau Dr. Erna Straus gab im Anschluß an das Dingfelder'sche Referat vom ersten Elternabend manche wertvollen Anregungen, die von einem eingehenden Studium der modernen Pädagogik und von Verständnis für die Kinderseele und die Forderung des Religionsunterrichtes Zeugnis ablegten. Herr Juwelier Schöpflich sprach sich für eine Herabsetzung des hebräischen Unterrichtes, Herr Th. Harburger für feine Vermehrung aus. Oberlehrer D i n g f e l d e r und Dr. B a e r w a l d nahmen zu den Anregungen und Vorschlägen Stellung und versprachen sie soweit tunlich in die Praxis umzusetzen. Der Aussprache über das Hebräische im Religionsunterricht wird im kommenden Winter ein eigener Elternabend gewidmet werden. Die von Herrn Adolf Lang, dem Vorsitzenden der gemeindlichen Schulkommiffion, geleitete Versammlung bewies, daß die Einführung der Elternabende in der Gemeinde einem Bedürfnis entgegengekommen ist. Eltern, die sich für die Anregung des Herrn Studienrates Dr. Schaalmann betreffs'"Gründung einer Elternvereinigung interessieren, werden gebeten, sich mit dem Genannten (Tengstr. 37, Telephon 34 616) in Verbindung zu setzen. Es wird gegebenenfalls auch dieser Frage ein eigener Elternabend gewidmet werden. -ld. Personalnachrichlen. Am 17. Mai wurde in Ingolstadt Frau Fanny Nuhbaum, die Gattin des dortigen Gemeindevorstehers, unter großer Anteilnahme der Gesamtbevölkerung der Stadt zu Grabe getragen. Frau Nußbaum ist kurz nach Vollendung ihres 70. Lebensjahres einem schweren Leiden erlegen. Das Andenken der in weiten Kreisen hochgeachteten und beliebten Frau, die sich auch um das Gemeinde-, leben in Ingolstadt sehr verdient gemacht hat, wird gesegnet bleiben. -ld. Am 24. Mai hat Herr Justizrat Oppenheimer den 60. Geburtstag begangen. Herr Justizrat Oppenheimer wirkt seit vielen Jahrzehnten auf den verschiedensten Gebieten der Wohlfahrtspflege in so eifrigem Maße, daß durch seine Tätigkeit reicher Segen verbreitet worden ist. Insbesondere erfreuen sich die Chevra Kadischa, der Studien- und Arbeitsförderungsverein, der Frauenverein, das- Schwesternheim und die Krankenfürsorge seiner Tätigkeit, die von selbstloser Hingabe an die Sache und einem warmfühlenden Menschenherzen Künde gibt. Die genannten Vernne haben darum die Gelegenheit' benützt, um Herrn Justizrat Oppenheimer an dem genannten Tage durch Abordnungen ihre Glückwünsche und ihre dankbare Anerkennung für sein Wirken zum Ausdruck zu bringen. Ad. meoh fchonoh. -ld. Am 29. Mai hat Herr Siegmund R o s e n g a r t, St. Paulsplatz 1, seinen 80. Geburtstag gefeiert. Herr Siegmund Rosengart ist vor einer Reihe von Jahren von Ulm hierher gezogen und noch in großer geistiger und körperlicher Frische in seinem Geschäft tätig. Aus dem Verbände. Die Wohlfahrkskagung der pfälzischen israelitischen Frauenvereine zu Bad Dürkheim. Folgenden Bericht entnehmen wir dem lokalen Organ von Bad Dürkheim: Auf Einladung des Dürkheimer israelitischen Frauenvereins fand gestern die Tagung des Wohlfahrtsverbandes der israelitischen Frauenvereine der -Pfalz dahier statt. In geradezu vorbildlicher Weise hat der hiesige Frauenverein mit dem hiesigen Synagogenrate gewetteifert, um den zahlreich eingetroffenen Delegierten aus Neustadt, Frankenthal, Grünstadt, Speyer, Ludwigshafen, Landau, Pirmasens, Zweibrücken, Rodalben, Mußbach, Mutterstadt usw., den. Aufenthalt in Bad Dürkheim zu einem unvergeßlichen zu machen. Die Gäste wurden am Bahnhof und an der Elektrischen herzlich empfangen und zum Kurgarten geleitet. Der Speisesaal des Kolonnade-Restaurants war in einen wahren Blumengarten verwandelt, ein Werk der hiesigen Damen. Die Gäste waren entzückt von dieser Blumenpracht. Vor Beginn der. Mittagstafel, die über 70 Gedecke zählte begrüßte Frau Fridoline L o e b die Delegierten mit einem poeüschen Pro-, löge, der mit stürmischem Beifall gelohnt wurde. Die Vorsitzende der Tagung Frau Tony Michel aus Pirmasens erwiderte mit einem humoristischen Herrentoast aus die anwesenden Synagogenräte. — Im großen Stadthaussaal fanden die Verhandlungen statt, an denen etwa 130 Damen teilnahmen. Der schöne Saal mit seinem vornehmen Gewände wurde von den auswärtigen Teilnehmern bewundert. Es fanden zunächst die Begrüßungen statt, seitens der Vorsitzenden Frau Michel, seitens der Vorsteherin des hiesigen Frauenvereins Frau Klara Strauß und seitens des Synagogenvorstandes Herrn Ludwig Strauß n amens der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde und namens des Verbandes der pfälzischen israelitischen Kultusgemeinde. Während der Verhandlungen erschien Herr Bürgermeister Dr. D a h l e m in der Versammlung und entbot den Gästen namens der Stadt Bad Dürkheim ein herzliches Willkommen. Sämtliche Begrüßungsreden wurden lebhaft applaudiert. Frau Dr. K a h n - Ludwigshasen brachte das Protokoll der vorjährigen Verbandsversammlung zu. Neustadt zur Verlesung, worauf Wünsche und Anträge aus der Mitte der Versammlung enttzegengenommen und beraten wurden. Sie betrafen fast alle das Gebiet der Wohltätigkeit, der Armenpflege, der Kinderfürsorge, der eifrigen Mitwirkung der jüdischen Frauen. in den Ortsfürsorgeausschüssen und Vezirksfürsorgeausschüssen. Nach einem ausführlichen Referate der Vorsitzenden Frau Michel über die kürzlich in Würzburg stattgefundene Wohlfahrtstagung der bayerischen jüdischen Gemeinden und einem Dankworte des Herrn Stadtrates Strauß an Frau Michel für ihre vorzügliche Leitung der heutigen Verhandlungen, wurden diese nach 21/2ftünbiger Dauer geschlossen. Die Damen nahmen darauf in der Kolonade bei den Klängen des Kurorchesters den Nachmittagskaffee ein. Es war ein selten schöner Tag für unsere Gäste, die des Lobes voll waren und mit herzlichem Danke von Bad Dürkheim, schieden, — ein Ehrentag für den hiesigen israelitischen Frauenverein. BÄER & ÄUERBÄCH BANKGESCHÄFT MÄXIMILIÄNSPLÄTZ18 Ausführung aller Börsen-Äufträge GOLD-PFAND BRIEFE Sicherste und hochverzinsliche Anlage geben wir zum Geldkurs netto

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