Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 4 (9.5.1925)
- Article
- Perez-Gedächtnisfeier des jüdischen Kulturvereins München [Nachricht] / v. W.
- Date
- 1925-05-09
- Page
- Seite 73 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2727810-2727811-2727815--00161-2728678- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 4 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 73 Vereine. Perez-Gedächlnisfeier des jüdischen Kulturvereins München. Am 11. April hielt der Jüdische Kulturverein I. L. Perez im Museumsaal eine Gedenkfeier zum 10. Todestage des Dichters. Nach einem Klaviervortrag von Herrn Heinrich Schalit sprach Herr Josef Löwy die Gedächtnisrede. Er führte aus, daß I. L. Perez ein universeller Künstler gewesen sei. Seine Dichtungen zeigten wohl fremde Elemente, Anklänge an Heine, Dostojewski u. a. Es sei jedoch Perez gelungen, die gegensätzlichen Strömungen und Richtungen in sich zu vereinen und ein Neues aus ihnen zu schaffen. Von Perez stammen feinsinnige Gedichte; er war auch Dramatiker. Sein Bestes aber hat er in der Novelle geleistet Die Rede, welche in jiddischer Sprache gehalten wurde, lohnte reicher Beifall. Herzlichen Dank erntete auch Frau Kammersänger Else Buschhoff durch Vortrag jiddischer Volkslieder und Herr Heinrich Schalitt mit einer eigenen Komposition in Fis-moll. Zum Schluß las Herr Eisen aus einer Novelle von Perez, Herr Bruno Kluger trug Gedichte vor. Im ganzen war der Abend eine recht wohlgelungene Leistung. Dem Kulturoerein I. L. Perez ist dafür alle Anerkennung zu zollen. v. W. Jung-Jüdischer Wanderbund — Orksgruppe München. Fahrtenzettel. Sonntag, 10. Mai. Kleine Jungens: 8.30 Uhr Rotkreuzplatz; mittlere Jungens: halb 7.30 Uhr Telegraphenamt mit Billet nach Pasing; große Jungens: 8 Uhr Bogenhauser Brücke; Mädels: 8 Uhr Baldeplatz. Sonntag, 17. Mai. Kleine Jungens: 8 Uhr Großer Wirt; mittleire Jungens: 8 Uhr Hohenzollernplatz; große Jungens: 8 Uhr Rotkreuzplatz: Mädels: 8 Uhr Bavaria. Donnerstag, 21. Mai. Kleine Jungens: 8 Uhr Harras; mittlere Jungens: 7.30 Uhr Ostfriedhof; große Jungens: 8 Uhr- Bavaria: Mädels: 8 Uhr Bogenhauser Brücke. Sonntag, 24. Mai. Kleine Jungens: 8 Uhr Stiglmaierplatz; mittlere Junges: 7.30 Uhr: Bavaria; große Jungens: 7.30 Uhr: Jsartorplatz; Mädels: 8 Uhr: Ostftiedhof. Mitgliederversammlung. Am 19. April 1925 hielten die Ehewra Kadischah, der isr. Verein für Unterstützung mik Brennmaterialien und die isr. Krankenfürforge ihre ordentlichen Mitgliederversammlungen. In allen wurde festgestellt, daß die Zentralisierung der Mitgliederbeitragserhebung sich sehr gut ausgewirkt habe, daß die Inflation zwar die Vereinsvermögen vernichtet, aber doch der regelmäßige Betrieb wieder in Gang komme. Freiwillige Spenden seien dauernd nötig. In der Versammlung der Chewra wurde u. a. der Mangel einer Straßenbahnwartehalle am isr. Friedhofe Schwabing gerügt. L. O. Isr. Frauenverein München von 1830. Die ordentliche Mitgliederversammlung konnte wegen der in Arbeit befindlichen Satzungsänderung (Organisationsänderung) noch nicht abgehalten werden. O. Jüdischer Gesangverein München. Aktive und passive Mitglieder des Vereins erhalten Dauerkarten zur deutschen Verkehrsausstellung zum ermäßigten Preis von M. 10.— für Erwachsene und M. 5.— für Kinder bis zu 14. Jahren. Interessenten hierfür wollen Bestellungen gleichzeitig mit dem erforderlichen Geldbetrag alsbald senden an den 1. Vorsitzenden: Zahnarzt Kurt B e t t s a ck, Ottostraße Id (Tel. 58 091). Jüdischer Jugendverein München. Die im folgenden angekündigten Vorträge sollen die ersten Zeichen dafür sein, daß es gelungen ist, weitere Kreise der liin. chener jüdischen Jugend für den J.J.V. zu interessieren. Donnerstag, den 14. Mai, 8 Uhr, Bibliotheksaal: Reseratabend Hermann Salinger über Neutralität; Donnerstag, den 21. und 28. Mai: Robert Beer, Meine Eindrücke in Palästina; zwei Vorträge mit Lichtbildern, 8 Uhr Bibliotheksaal. Der bereits angekündigte Ausflug nach Grünwald wird auf Sonntag, den 17. Mai 2 Uhr Ostfriedhof verlegt. AMTLICHER ANZEIGER Hummer 4 Beilage der Bayrischen Israelitischen Berneindezeitung 9. Mai 1925 Bekanntmachungen der Israelitischen Rultusgemeinbe München Bekanntmachung über die Wahlen zur Gemeindevertretung 1925. Aus Grund der Bestimmungen der §§ 14—19 des revidierten Gemeindestatuts finden die Wahlen zur Gemeindevertretung für den bis Ende 1928 sich erstreckenden Wahlabschnitt am 7. Juni 1925, vormittags 9—12 Uhr statt. Wahllokal: Sitzungssaal Herzog Maxslr. 7/0. Die Wvhlvorschläge, die den Bestimmungen des Gemeindesiatuts und der Wahlordnung entsprechen müssen, sind bis spätestens 20. Mai 1925 beim Sekretariat der Kultusgemeinde. Herzog Maxftrahe 7/1, einzureichen. Wird nur eine Vorschlagsliste innerhalb dieser Frist abgegeben, so gelten die auf dieser Liste vorgeschlagenen Personen als gewählt. Die Wahlkartei, liegt im Sekretariat der Kultusgemeinde während der Dienskstunden (9—12 und 3—6 Uhr) zur Einsicht der Wahlberechtigten auf. Einsprüche sind bis spätestens 21. Mai 1925 beim Vorstand der Kulkusgemeinde zu erheben. München. 4. Mai 1925. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde München: Dr. Neumeyer. Bekanntmachung über die Bauumlagen juristischer Personen. Die Israelitische Kultusgemeinde München erhebt für das Jahr 1925 ebenso wie die christlichen Kirchen eine Vauumlage in Höhe von 3 Prozent. Bauumlagenpflichtig sind auch juristische Personen, wie Aktiengesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Das religionsgesellschaftliche Steuergesetz, das die Rechtsgrundlage für die Umlagenerhebung bildet, unterscheidet zwischen Bauumlagenpflichtigen ohne Bekenntnisgepräge und solchen mit Bekenntnisgepräge. Zu diesen letzteren zählen alle Gesellschaften, an denen ausschließlich Angehörige eines Bekenntnisses beteiligt sind. Während die Bauumlagen der Gesellschaften mit Bekenntnisgepräge der Religionsgemeinde des entsprechenden Bekenntnisses ganz zufließen, werden die Bauumlagen der Gesellschaften ohne Vekenntnisgepräge an die Religionsgemeinden sämtlicher Bekenntnisse verteilt und zwar nach Maßgabe des Anteils, den jedes Bekenntnis an der Gesamteinwohnerzahl der politischen Gemeinde hat. Die mit der Einhebung der Umlagen betrauten Finanzämter sind ebenso wie die Religionsgemeinden in der Regel nicht unterrichtet, wie die einzelnen Gesellschaften unter dem vorerwähnten Gesichtspunkt zu beurteilen sind. Die Fälle werden daher nicht selten sein, daß die Bauumlagen von Gesellschaften mit Bekenntnisgepräge auch den Religionsgemeinden der anderen Bekenntnisse zu Gute kommen. Das bedeutet bei Gesellschaften mit israelitischem Bekenntnisgepräge wegen des verhältnismäßig geringen Anteils unseres Bekenntnisses an der Gesamteinwohnerzahl Münchens den Verlust des größten Teils der von diesen entrichteten Bauumlagen. Dieser Mißstand kann nur beseitigt werden, wenn die Gesellschaften das einheitliche israelitische Bekenntnis ihrer Gesellschaften der Finanzbehörde bekanntgeben. Wir bitten daher alle Gesellschaften mit israelitischem Bekenntnisgepräge, uns entsprechende Mitteilung zugehen zu lassen. Die Verständigung des Finanzamtes wird alsdann durch uns erfolgen. Der Vorstand der Israelitischen kulkusgemeinde München