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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1925-05-09 · 4 (9.5.1925) · p. [Seite]

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
1 (1925)
Issue
4 (9.5.1925)
Article
Inhalt
Date
1925-05-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Rachrichtenblatt der Israelitischen Kultusgemeinüe in München unü ües Verbanöes Va^erischer Israelitischer Gemeinüen Vagensche Israelitische Gememöezeitung Erscheint am ersten Samstag jeöen Monats. Verlag: V. Heller/ München/ Bezugspreis für Sie nicht öurch öie Isr. kultusgemeinöe München eingewie- Herzog Marstraße 4/ Kernspeecher 5;o-p, Postscheckkonto Nr.z-ST' München, senen Bezieher: Mk. 4-— für öas Aahr. Anzeigenpreis: Die 4gesp.r»»»- Schriftleitung: vr. Lugen Schmiöt/ Rechtsanwalt ln München/ Karlstraste 6. Zeile 40 Psg./Kamilienanzeigen/Stellengesuche unö ähnliche Angebote ispfg. 192,5 München, Mai tlr.4 Inhalt: Zur Geschichte der Juden in Bayern — Gemeindliche Lehrkurse — Die neuerliche Agitation gegen das jüdisch-rituelle Schlachtoerfahren — Die 3. Tagung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden au Würzburg (Fortsetzung) — Geselliger Abend — Aus der Gemeinde — Dr Haas — Bücherschau — Vereine — Amtlicher Anzeiger: Bekanntmachungen des Verbandes, Bekanntmachungen der Gemeinde, Personalnachrichten — Kalendarium Alle Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde München, sämtliche Lehrer und Gemeindevorsteher, sowie die Delegierten des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden erhalten die Bayerische Israelitische Gemeindezeitung dauernd gratis zugestellt. .Sollte in einem einzelnen Falle die Zusendung unterblieben sein oder die Adressierung nicht sümmen, so bitten wir, dies dem Verlag sofort zu melden. — Wer nach Vorstehendem nicht zum Gratisempfang Mk. 4.— für das Jahr beim Verlag abonnieren. Zur Beschichte der Von Dr. 066. publ. Ursprünglich, als ich dieses Referat übernahm, war es meine Absicht nachzuweisen, woher die ersten Juden, die sich in Bayern ansiedelten, eigentlich kamen. Doch bald mußte ich mir sagen, 7>aß die Beantwortung dieser Frage schon für den reinen Historiker an den Lücken des zur Verfügung stehenden Quellenmaterials scheitern muß. Mir mußte meine Aufgabe um so unvollkommener gelingen, als ich, in diesem Falle als Laie an meine Aufgabe herantretend, sowohl in der Ausdeutung der spärlichen Quellen als auch bei der Kritik der über diesen Gegenstand veröffentlichten Schriften, technisch und qualitativ behindert war. Ich mußte also meine erste Absicht fallen lasten und mich damit begnügen, in einem kurzen Durchblick durch die Geschichte der Juden in Bayern von ihrem Anfang bis zur Emanzipation ein wenn auch vielen von Ihnen bekanntes, so doch wie ich hoffe, wenigstens geschloffenes Bild der grauenvollen Zustände und bewundernswerten Kämpfe zu geben, die unsere Glaubensgenossen während langer Jahrhunderte überstanden haben. *) Dieser Vortrag, der im jüdischen Frauenbund gehalten wurde, erhebt nicht den Anspruch neue Ergebnisse auf Grund von selbständiger Quellenforschung zu bringen. Er ist eine Zusammenfassung der neuesten Berichte über die bayer. Judengeschichte und vor allem von der jüngst erschienenen Schrift: Paul Sundheimer: Die jüdische Hochfinanz und der bayerische Staat im 18. Jahrhundert, erschienen im Finanzarchiv. Hrsg. v. Schanz. 1924 — beeinflußt. berechtigt ist, kann die Gemeindezeitung gegen eine Gebühr von Verlag B. Heller, München, Herzog Maxstraße 4 Der Maßstab des Lebens ist die Seele, die schönste Musik der Seele ist die Güte. Rom. Rolland. Joh. Christophe III, 205. Juden in Bayern. Thea Strauß. Die Geschichte der Juden in Bayern beginnt im frühen Mittelalter. Allerdings die Märe von ihrer Seßhaftigkeit in Regensburg schon vor Christi Geburt ist eine phantastische Schöpfung aus der Zeit der Kreuzzüge?) Dagegen ist der Nachweis erbracht worden, daß zur Zeit der Entstehung der leges baiuvaxorum, also etwa um das 6. und 7. Jahrhundert, noch keine jüdischen Ansiedlungen in Bayern aufzufinden waren?) Unter der Regierung der Karolinger wurden die ersten Juden in Bayern seßhaft. Dieses Herrschergeschlecht, vor allen Dingen Karl der Große, hat eine intensive Handelspolitik getrieben, was für die Richtigkeit obiger Annahme spricht. Denn der hauptsächliche Berufszweig der Juden war damals schon der Handel. GotthelfH stellt fest, daß wo uns in den Quellen das Wort „Jude" begegnet, es in Beziehung zu einem Handelsgeschäft gebraucht wird. Das liegt aber nicht im Wesen des Juden begründet, es folgt mit Naturnotwendigkeit aus den mittelalterlichen Theorien über den Zins und die Dienstverhältnisse zwischen Christen und Juden. Th. v. Aquino, Oresmius -) v. Kreittmayer: Anmerkungen über üeb eoäieem Maximb lianeum Bavaricum eivilem. München 1759 — 68. c. 20 § 2. — I. Gotthelf: Historisch-dogmatische Darstellung der rechtlichen Stellung der Juden in Bayern. München 1851. p. 5. *0 Gotthelf: a. a. O. H Gotthelf: a. a. O. p. 7.

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