Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 1 (27.2.1925)
- Article
- Nachruf [Nachricht]
- Date
- 1925-02-27
- Page
- Seite 11 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 11 ttus dem Verbände. Nachruf. Am 22. Januar verschied in München plötzlich und unerwartet Herr Rechtsanwalt Justizrat Dr. Emil Epstein-Augsburg. Wir betrauem in dem Dahingeschiedmen einen Mann, der seit Gründung unseres Verbales einer seiner eifrigsten und tätigsten Mitarbeiter war und auch an seiner Schaffung mitgewirkt hat. Als Mitglied der Tagung und ihres Ständigen Ausschusses hat er durch seine reiche Erfahmng und sein reges Interesse für das Wohl der Allgemeinheit wesentlich zur Erreichung der Aufgaben des Verbandes beigetragen. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Mandatsnachfolge. An Stelle des am 22. 1. 1925 verstorbenen Rechtsanwalts Justizrat Dr. Epstein-Augsburg wurde der Kaufmann Jakob Seligmann-Nördlingen als Mitglied der Tagung berufen. ßudierfcbau. Eine neue Zeitschrift. Anfang April erscheint im Philo-Verlag eine neue Zeitschrift „Der Morgen". Sie wird herausgegeben von Prof. Dr. Julius Goldstein, dessen Name durch eine Reihe philosophischer und politischer Schriften rühmlichst bekannt ist. Prof. Dr. Goldstein wird am 18. u. 19. März auch in München Vorträge halten, worüber an anderer Stelle dieser Nummer berichtet ist. Die Zeitschrift will ihrem Programm zufolge „dem geistigen Schicksal des deutschen Judentums dienen." Sie will in erster Linie den religiösen Gedanken fördern und „die Weltaufgabe jüdischer Religion im Konflikt des Glaubens und Unglaubens an den gegenwärtigen Fragen der Geisteskultur erweisen". Sie denkt ferner alle jene Probleme zu behandeln, die „mit der Tatsache gegeben sind, daß die deutschen Juden nach Abstammung und Religion Juden, nach Kultur und Vaterland Deutsche sind". Sowohl nach dem Aufgabenkreis, den sich die neue Zeitschrift gesteckt hat, als auch nach der Qualität ihrer Mitarbeiter (Dr. Leo Baeck, Alfons Paquet, Dr. Jsmar Elbogen, Dr. Franz Oppenheimer, Dr. I. Heinemann, Dr. Eduard von Aster, Dr. Hans Driesch u. andere) verspricht die neue Zeitschrift ein wichtiger Faktor im deutsch-jüdischen Geistesleben zu werden. Freudenthal Max. Die israelitische Kultusgemeinde Nürnberg 1874—1924. Nürnberg, I. Bulka, 172 S. Man kann die Gemeinde Nürnberg lebhaft zu dieser Geschichte, die anläßlich ihres nun 50 jährigen Bestandes erschienen ist, beglückwünschen. Rabbiner Dr. Freudenthal, dem die jüdische Geschichtsforschung schon manches wertvolle Werk verdankt, hat die Entwicklung der Nürnberger Gemeinde im abgelaufenen halben Säkulum mit liebevollem Eingehen geschildert. Das Leben der Gemeinde, ihre Einrichtungen und führende Persönlichkeiten werden plastisch vorgeführt, wobei das Einzelne in wohlabgewogenem Verhältnis zu dem allgemeinen steht, dem es sich einordnet. Diese Geschichte verdient auch in der Münchener Gemeinde, die in so vielfachen Beziehungen zur Nürnberger Schwestergemeinde steht, aufmerksame Beachtung. -Ick. Baruch I. L. Rosche perokim batalmud. Berlin, Eschhol- Verlag, 191 S. Viele, die über einige Kenntnisse im Hebräischen verfügen und leichtere Stücke der Bibel lesen können, bedauern, daß ihnen der Talmud so unzugänglich ist. Das vorliegende Buch, dem der Verlag Eschhol wie allen seinen Publikationen ein sehr ansprechendes Gewand gegeben hat, kann diesbezügliche Wünsche erfüllen; es enthält ausgewählte, leichtere talmudifche Stücke, zum größeren Teil haggadischen Inhalts mit Gleichnissen, Sentenzen, Geschichten, Deutungen u. s. w. und auch einige halachische Stücke, die für diesen Teil talmudischer Literatur bezeichnend sind, so daß ein charakteristisches Bild des Ganzen gewonnen werden kann. Der Zugang ist durch Lokalisation vieler Worte und besonders durch die Übersetzung aramäischer Worte ins Hebräische und verständliche Erläuterung schwererer Stellen bedeutend erleichtert. -Ick. Neuerschienene und empfehlenswerte Bücher: Agnon, S. I., Der Verstoßene. Gebunden 3.— Biblische Puppenspiele von Alb. Baer Figurinen von Käte Baer- Freyer. 3.— Bub er. Das verborgene Licht. Ganzleinen 5.— Denkwürdigkeiten der Glücke! v. Hameln. Neue Ausg. m. 25 Bildbeigaben nach alten Kupfern. Pappband 5.—, in Ganzleinen geb. 7.50 Goldmann, Felix, Das Wesen des Antisemitismus. 2. verb. Aufl. 2.75 Goldstein, Julius, Rasse und Politik. 3.— Gronemann, Hawdoloh und Zapfenstreich, Erinnerungen an die ostjüdische Etappe 1916—18. Gebunden 5.— Günzig, Das jüdische Schrifttum über den Wert des Lebens. Ganzleinen 4.— Heine, Heinrich, Confessio Judaica, eine Auswahl aus seinen Dichtungen, Schriften u. Briefen. Hrsg, von Dr. Hugo Bieber. Ganzleinen 7.50 Holitscher, Lebensgeschichte eines Rebellen. In Halbleinen geb. 6.50 Juden in der deutschen Literatur, Essays über zeitgenöss. Schriftsteller. Hrsg, von Gustav Krojanker. Ganzleinen 8.— Kohn, Hans, Die politische Idee des Judentums. 2.50 Lewifohn, Ludwig, Gegen den Strom, eine amerikanische Chronik. Übersetzt von Thea Wolf. In Ganzleinen gebunden 6.— Mendale Moicher Sfurim, Gesammelte Werke. Bisher erschienen: Bd. 1: Schloimale. Pappband 5.50. Bd. 2: Die Mähre. Pappband 4.50 Mückle, Der Geist der jüdischen Kultur und das Abendland. Halbleinen 10.— Rosenzweig, Sechzig Hymnen des Jehuda Halevi. Geb. 6.— Sakheim, Das jüdische Element in der Weltliteratur. Halbleinen 5.50 Segall, Die deutschen Juden als Soldaten im Kriege 1914—18. 1.50 Der Babylonische Talmud in Auswahl Hrsg. u. erläut. von Jakob Fromer. In Ganzleinen geb. 8.—, Halbleder 10.—, Uanzleder 18.— Theilhaber, Die jüdischen Flieger im Weltkrieg. Halbleinen 2.75 Theilhaber, Die Juden im Weltkriege. 1.— Wassermann, Fab er oder Die verlorenen Jahre. In Ganzleinen geb. 6.50 Weil, Die jüdische Internationale. Die Protokolle der Weisen von Zion, kritisch beleuchtet von Segel. Gebunden 5.—