Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 1 (27.2.1925)
- Article
- Inhalt
- Date
- 1925-02-27
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
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Rachrichtenblatt öer Israelitischen Kultusgemeinöe in München unö 6es Aerbanües Hagerischer Israelitischer Gemeinüen Israelitische Gemeinöezeitung Erscheint am ersten Samstag jeöen Monats. Verlag: L. heller/ München/ Bezugspreis für öie nicht öurch Sie Ist. kultusgemeknöe München elngewie- Herzog Marstraße 4/Kernsprecher 53099/ Postscheckkonto!7r. 3938 München, jenen Lezieher: Mk.4.— für üas Aahr. Anzeigenpreis: Oie 4gesp.»un- Schristieitung: Or. Lugen Schmiöy Rechtsanwalt in München/ karlstraste 6. ^eile 40 Psg./Kamilienanzeigen/Stellengesuche unü ähnliche Angebote 15 psg. ms München/ £7. Kebruar Ht. t Inhalt: Zum Geleit — Gemeinde und Landesverband — Ein Wort der SchriftleUung — Gefallenengedenkfeier — Der Verband bayerischer israelitischer Kultusgemeinden — Mahnwort einer Frau — Aus der Gemeinde — Aus dem Verbände — Bücherschau — Amtlicher Anzeiger: Bekanntmachungen des Verbandes, Bekanntmachungen der Gemeinde, Kalendarium Auf drei Dingen ruht die Welt,- auf der Gotteslehre, dem Gottesdienst und den Liebeswerken. (Spr. d. Väter 1.2.) Mit Gesinnung und Tat gehöre jeder einzelne seiner Gemeinde an — daß ihn der Gemeinsinn beseele, der das allgemeine Beste wie das eigene beherzigt, daß es ihm nicht gleich gilt, ob, die Anstalten, Einrichtungen und Angelegenheiten des Gemeinwesens blühen oder nicht, ob die Gemeinde ihre Aufgabe löst, Trägerin des Heiligsten, zu sein, oder nicht. S- R. Hirsch, Choreb, c. 95. Zum Geleit. Von L. B. Lang ersehnt tritt mit dieser ersten Nummer unfern Gemeindemitgliedern und einem weiteren Kreise der bayerischen Judenhrit ein Blatt entgegen, dem viele aus vollem Herzen den Segensspruch„Schehechejonu" zurusen werden. Hier trifft das viel mißbrauchte Wort vom „dringenden Bedürfnis" einmal wirklich zu. Wie schmerzlich ist das Fehlen eines solchen Blattes oft empfunden worden, wie viel Mühe, Zeit und Kosten sind nicht vergeblich aufgewendet worden; wie oft sind Gemeind Mitglieder wertvollen Veranstaltungen ferngeblieben, haben wichtige Mitteilungen übersehen, nur weil das geeignete Mitteilungsorgan fehlte und die Zeitungsannonce „übersehen" wurde. Die Vielseitigkeit des Lebens in einer Großgemeinde verlangt gebieterisch, daß die Mitteilungen der Gemeindeverwaltung und ihrer Organe, der Vereine und aller sonst am Gemeindeleben beteiligten Kreise in geeigneter Form der jüdischen Öffentlichkeit zugeführt werden. Doch nicht nur ein Nachrichtenblatt soll diese Zeitung sein, wenn auch diese Aufgabe schon ihr Erscheinen gerechtfertigt hätte. Sie soll ein Band werden, das die Gemeindemitglieder untereinander und mit der Gemeinde immer inniger verbindet. In einer Großgemeinde wie der unsrigen sind die Verhältnisse für den Einzelnen unübersichtlich geworden; das Interesse am gemeindlichen Leben muh darunter leiden, wenn nicht die Aufgaben erwald. und Leistungen der Gemeinde den Mitgliedern immer wieder vorgeführt werden. Nur so kann Teilnahme am Gemeindeleben geweckt oder wiederbelebt werden, nur so können die an den Aufgaben der Gemeinde tätigen Personen den Zusammenhang mit dem großen Kreis, auf den sie sich stützen, aufrecht erhalten, nur so kann auch jeder einzelne Gemeindebürger empfinden, daß er für das Ganze, das Ganze für ihn verantwortlich ist. So kann und so wird auch in einer Großgemeinde die lebendige Kraft der alten „Kehillageister" erhalten und neu gefördert werden. Da dieser Geist aber nicht denkbar ist ohne den Zusammenhang mit dem religiösen und kulturellen Leben unserer Gesamtheit, so wird unser Blatt auch nach dieser Richtung hin Aufgaben za erfüllen haben. Es wird durch Aufklärung und Belehrung der Gleichgültigkeit und Interesselosigkeit entgegenwirken, wird von der Lehre, dem Schrifttum und der Geschichte des Judentums künden und dadurch zum Nachdenken über das alte Erbgut unserer Religion veranlassen und das stolze Bewußtsein der Zugehörigkeit zum "Judentum festigen. Es kann nicht ausbleiben, daß all das im Sinne des Ausbaus und der Einigung wirken wird. Möge unsere Gemeind ezeitung diese ihre Aufgabe erfüllen! Wir geben ihr den Wunsch des Psalmisten mit auf den Weg: „Ziehe einher für Wahrheit und Recht."