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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 4

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721055--003-2726949
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Am Sonntag, dem 27. Januar 1929, wurde in herkömmlicher - Weise in Anwesenheit der Vertreter der staatlichen, städtisehen und Gemeindebehörden sowie der Rabbiner der Synagogengemeinde die Gedächtnisfeier für den Stifter des Seminars, den verewigten Kommerzienrat Jonas Fraenckel begangen. Der Vorsitzende, Herr Dozent Dr, Eewkowitz, erstattete den Bericht über die Tätigkeit des Seminars im abgelaufenen Jahre und verkündete das Ergebnis der Preisausschreiben für das Jahr 1928. Von den vier Preisaufgaben hatte nur das Thema des Joel- Preises eine Bearbeitung gefunden. Es lautete: Mendelssohns Verhältnis zur englischen Philosophie. Die Bewerbungsarbeit trug das Kennwort: לב נבון יקנה דעת ואזן חכמים תבקש דעת. Gestützt auf gründliche Kenntnis der erkenntnistheoretischen Schriften Mendelssohns zeigt der Verfasser, daß Mendelssohn den englischen Empirismis nicht bloß kompilatorisch mit dem Rationalismus der Eeibniz-Wolffschen Philosophie verbunden hat. Auch wird die relative Selbständigkeit erwiesen, die Mendelssohn dem englischen Empirismus und dem Rationalismus gegenüber in der Charakterisierung der Quellen der Erkenntnis und des Gewißheitsgrades der Erkenntnisse besitzt. Bedauerlicherweise wird die praktische Philosophie Mendelssohns überhaupt nur anhangsweise behandelt, und zwar wird die Ethik und Aesthetik gar nicht, die Religionsphilosophie lediglich hinsichtlich des Verhältnisses von Vernunft und Offenbarung dargestellt und analysiert. Hier folgt der Verfasser im Wesentlichen den Gedankengängen, die er in der Vorlesung ״Die Religionsphilosophie der Aufklärung in ihrem Einfluß auf das Judentum“ am Seminar gehört hat, insbesondere in dem Hinweis auf die Bedeutung der Offenbarungslehre I/)ckes für Mendelssohn. Das Problem der Unsterblichkeit und das des grundsätzlichen Verhältnisses von Staat und Religion wird vom Verfasser nicht berücksichtigt. So liegt das Schwergewicht der Arbeit im erkenntnistheoretischen Teil. Dieser ist sorgfältig und fleißig ausgeführt worden und zeitigt wertvolle Resultate. Daher kann der Arbeit ein Teilpreis zuerkannt werden in der Erwartung, daß auch die praktische

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