Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1928 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Am Sonntag, den 29. Januar 1928, wurde in herkömmlicher Weise in Anwesenheit der Vertreter der staatlichen, städtischen und Gemeindebehörden sowie der Rabbiner der Synagogengemeinde die Gedächtnisfeier für den Stifter des Seminars, den verewigten Kommerzienrat J onas Fraenckel begangen. Der Vorsitzende, Herr Seminarrabbiner Prof. Dr. Guttmann erstattete den Bericht über die Tätigkeit des Seminars im abgelaufenen Jahre und verkündete das Ergebnis der Preisausschreiben für das Jahr 1927. Von den vier Preisaufgaben hatte nur das Thema des Rosin- Preises eine Bearbeitung gefunden. Das Thema lautete: Die Midraschim, welche von hellenistischen Schriftstellern verwertet werden, sind zu sammeln und es sind von ihnen Schlüsse auf die älteste Gestalt der jüdischen Predigt abzuleiten. Die Arbeit, welche das Motto trug: יפת אלחים ליפת, erfuhr folgende Bcurteilung: Die Arbeit bringt zunächst eine Art Kommentar zu einem großen Teile der nichtallegorischen Schriften Phiions aus Talmud und Midrasch. Die Nachweise der Parallelen gehen an Umfang über die seither beigebrachten erheblich hinaus. In einem zweiten Teil wird die exegetische Methode Phiions mit derjenigen des Midrasch verglichen und durch eine umfangreiche Beispielsammlung die nahe Verwandtschaft beider Methoden erläutert. Beide Sammlungen zeigen großen Fleiß und eine sehr schätzenswerte Belesenheit im midraschischeri Schrifttum; sie schaffen für die ebenso schwierige als wichtige Frage nach Phiions Verhältnis zum rabbinischen Judentum zweifellos eine neue Unterlage. Zu einer methodischen Verarbeitung des von ihm gesammelten Stoffes ist der Verfasser allerdings noch nicht gekommen; und es bekundet sich nirgends das Bestreben, die Unterschiede zwischen philonischem und rabbinischem Denken kulturgeschichtlich und weitanschaulich zu beleuchten. Indessen zeigt sich der Verfasser auch nach der methodischen Seite durch die große Behutsamkeit, mit der er im ersten Teil der Abhandlung das AbhängigkeitsVerhältnis