Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1926 (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 101)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2720904-2721043--100-2726716- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Sie gebenn auch alle Sempttlich vor denn Rossdennst vund dass sie nicht dorftenn Hunde aufziehenn 5 Pfundtt Pfefer. Juden Zinss 2 fl. 12 gr. 5 Pfundtt Pfefer. C. Extract. aus dem Urbario und Grund-Buche auf alle und jede Einkommen der Herrschallt Zneltz. Errichtet in Bresslau anno 16601). Juden- Zinss. Ob wohl Bericht vorkommet samb die Juden nach Verstreichung ihrer Frist das Städtel Zueltz werden verlassen und sich an andere Orte begeben müssen. Demnach man Sie aber noch zur stellen gefunden und wann Sie gleich wegziehen, doch ih( re )Häuser verbleiben werden, darvon eine Nutzung gefallen wird, so sey an dieselben mit ihren Haussgenossen und alt gebrauchigen zinss wie die in der Ordnung gesessen, hernach beschrieben worden, wie folget:. Juden-Zinss von Miether Ester fsacin giebet von ihrem Hauss .... 1 Duc. Lewe Schmeyer vom Hauss.1 ״ Ascher Schlamm.1 ״ Jacob Schmeyer.1 ״ Seliger Scheuer.1 ״ Enoch heit der Adletin Hauss giebt ..... 1 ״ Sara Goldschmieden vom Hauss.1 ״ Joseph Nassei . ..1 ״ Marcus Schmer ..1 ״ Mendlon Bedzulka vom Hauss ....... 1 ״ Joachim Seliger vom Hauss ....... 1 ״ Elias Glaser.1 ״ ung. 1J Dieser Extract, in Breslau zu dem im Eingänge desselben angegebenen Zwecke niedergeschrieben, kann nicht aus dem J. 1660 herrühren. Im Datum ist dem Abschreiber ebenso ein Fehler unterlaufen wie bei der Summierung des Haiisgenossenzinses. Die ״Errichtung“ dieser Aufstellung über den Judenzins ist in das Jahr 1600 oder 1610 zu setzen. Folgende Gründe sprechen dafür: Der Extract nennt nur 5 bezw. 6 Hausbesitzer. Bei der Uebersiedlung der Juden aus dem ״Sechshäusel“ der Vorstadt in das Innere der Stadt (wohl Ausgang des 16. Jahrh.) wurden ihnen tauschweise dort 6 Häuser zugewiesen, (s. Rabin, D. Juden in Zülz, S. 17.) Hingegen zählt die Kämmereirechnung v. 1647/48 bereits 21 Häuser im Besitze von Juden* (s. ChrzaszczO. Ja. Bd. XIII., S. 74.) Unter den angeführten Namen entspricht keiner den Namen der nachfolg. Consignation aus d. J. 1680. Bei einem Abstand von nur 20 Jahren wäre dies unmöglich. Für die frühere Zeitansetzung spricht auch die Erwähnung des Elias Glaser. Ueber seine Handelsbeziehungen mit Polen wie über Prozesse, die er in Krakau und Neiße i. J. 1613 führte, sind zahlreiche Urkunden iip Diozesan- Arch. Breslau (1612—36, H. 1—4 Ortsakten Zülz) erhalten. Somit erklärt sich auch der Hinweis auf den bevorstehenden zwangsmäßigen Wegzug der Juden aus Zülz in den einleitenden Worten. Von einer Fristsetzung zum Verlassen der Stadt kann nur vor dem J. 1601 oder 1610 die Rede sein.