Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1886
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 52)
- Language
- German
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n mudischen Zeit, sah von den Gutachten der Gaonen ab, versäumte die unerlässliche Vergleichung des talmudischen Rechtes mit dem der tonangebenden Völker des Alterthums und nahm zu ihrem Nach־ theile keine Rücksicht auf die Vorarbeiten über denselben Gegen־ stand. Mit billiger Rücksicht indessen auf die begrenzte Zeit, über die der Verfasser zu verfügen hatte, und in der sicheren Er־ Wartung, er werde die gerügten Mängel bei Gelegenheit der jedenfalls nothwendigen Umarbeitung sehr wohl zu beseitigen bereit und im Stande sein, war der eingelieferten Arbeit in Anerkennung der hervorgehobenen Vorzüge und der vom Verfasser bekundeten Vertrautheit mit dem talmudischen Geiste und dem jüdischen Leben einstimmig der Joseph Lehmann’sche Preis zuerkannt worden. — Die Eröffnung des mit dem angeführten Spruche versehenen Um- Schlages zeigte, dass cand. phil. Jacob Winter aus Sandorf in Ungarn Verfasser der preisgekrönten Schrift war. Die Preisaufgabe für das abgelaufene Jahr lautet: ״Ueber die religionsphilosophischen Anschauungen des Flavius Josephus“. — Zwei Arbeiten sind eingelaufen. Das Ergebniss der Bewerbung soll am 27. Januar öffent־ lieh verkündigt werden. Am 12. Februar feierte der um die jüdische Wissenschaft als Lehrer und Schriftsteller verdiente J. H. Weiss, Lector am Bet Hamidrasch in Wien, sein siebzigstes Geburtstagsfest. Dazu sandte das Lehrercollegium an denselben einen telegraphischen Glückwunsch. Am 23. Februar beging das Seminar die Gedenkfeier für den verewigten Director Dr. Z. Frankel. Die Gedächtnissrede wurde von cand. phil. David Graubart gehalten. Am 21. März wurde im Anschluss an den Sabbat-Morgengottesdienst der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs in der Seminarsynagoge in üblicher Weise gefeiert. Am 7. April, dem letzten Tage des Pessachfestes, wurde im Anschluss an die Predigt eine Gedenkfeier für den verewigten Director Dr. L. Lazarus veranstaltet. Die Gedächtnissrede hielt cand. phil. M. Littmann. Am 19. September, dem Versöhnungsfeste, fand im An- Schluss an die Predigt eine Gedächtnissfeier für den verewigten Seminarrabbiner Dr. D. Joel statt. Die Gedächnissrede hielt Dr. L. Knoller.