Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1880
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
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30 Loeb und den seines Vaters, eines Predigers, Joseph1). Wiederum sind wir, von diesem Namen abgesehen, ohne jede Nachricht über den Besitz der Handschrift, bis im Anfänge des vorigen Jahrhunderts der Oberrabbiner % von Mahren und Böhmen, David Oppenheim ' (1664—1736), ein berühmter Büchersammler2), wieder als Eigenthümer derselben auftaucht. Wir wissen jetzt3), dass es eben unsere Handschrift gewesen, die derselbe an den Buchdruckerei- Besitzer Daniel Ernst Jablonski in Berlin zur Veröffentlichung des bis dahin noch nicht gedruckten Commentars des RSBM überlassen hat. Aus der Bibliothek Jablonski's ging die Handschrift in den Besitz von Moses Mendelssohn (172g—1786) über, der von derselben bei der Bearbeitung des Pentateuch ausgiebigen Gebrauch machte4). Sie gelangte dann in die Bibliothek des reichen Gönners und Förderers jüdischer Gelehrsamkeit, Daniel Itzig (1723—1799), in Berlin5) und kam schliesslich in den Kreis der Familie Fraenckel, deren letzter Spross, der Comm.-Rath Jonas Fraenckel, Stifter des jüdisch-theologischen Seminars in Breslau, sie bei seinem Tode (27. Januar 1846) der Nachwelt zum Segen hmterliess. Im Jahre 1863 wurde sie, wie oben angegeben worden, der Bibliothek des jüdisch - theologischen Seminars einverleibt. II. Nach diesem Blicke auf die mehr äussere Geschichte der Handschrift, wovon jedoch, wie wir gesehen haben, die Erhaltung und Gestaltung des Textes eine entscheidende Einwirkung erlitt, wenden wir uns nunmehr der innern Geschichte derselben zu, d. h. der Geschichte des Wortlautes, welche die Handschrift aufweist und in der Folge bewirkt hat. 1. Die schriftliche Abfassung und erste Aufzeichnung des Pentateuch-Commentars besorgte RSBM selbst6). Sie war somit, von unwillkürlichen Verstössen der Hand7) und kleinen Gedächtniss- •נא' אריה ליב בן לא״א הרב הדרשן כמהורר יוסף יצ״ו ף 2) Näheres über ihn s. bei Graetz, Gesch. X. 347 u. Anm. I daselbst. 8) Durch A. Berliner’s Ermittelungen in Frankens Mtschr. 1864 S. 217 f.; — vgl. das Vorwort zur ersten Ausgabe. 4) S. dess. Vorwort (הקדמה) zur Pent.-Ausgabe נתיבות השלום (Ed. Wien v. 1846 p. XXVH) und Zunz, Ztschr. S. 352 Nr. 25. 5) Wie dessen Stempel auf der ersten beschriebenen Pergamentseite und an anderen Stellen zeigt. — Ausserdem ist übrigens auf der ersten wie auf der letzten Pergamentseite der Namenszug הירש לוי שפיץ zu finden. 6) Ob. S. 12 A. 5. 7) Natürlich kommen solche auch bei Abschreibern ohne Unterscheidungsmerkmal vor. Wir wollen deshalb die Beispiele später zusammen angeben.