Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1880
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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5 kannte Schriftstelle1), R. Tam genannt (st. 11712). Allein dieser unbestreitbaren Ueberlegenheit steht ausgleichend gegenüber eine Tüchtigkeit R. Samuel’s in Grammatik und Schrifterklärung, wie R. Tam sie nicht entfernt besass. Wohl hatte Tam im Wesentliehen die in Nordfrankreich damals erreichte Kenntniss der hebräisehen Sprachgesetze sich angeeignet3); wohl zeigte er sich als ein gewandter Verskünstler, der auch die in Spanien unter arabischem Einflüsse ausgebildete metrische Form geschickt zu handhaben verstand4); aber im Bereiche der Sprachforschung und Exegese bekunden seine in der Vermittelung zwischen Menachem und Dunasch b. Labrat auf tretenden Versuche eine bedauerliche, bei der sonstigen Grösse des Mannes peinlich auffallende Schwäche. Tam’s Parteilichkeit für den in ungebührlicher Form angegriffenen Menachem mag wohl seinem Herzen zur Ehre gereichen; was er aber und wie er Manches in Schutz nimmt5), zeigt zur Genüge, dass er hier aus Liebhaberei einen Boden betreten hat, auf dem er nicht heimisch ist6). Wie ganz anders erscheint Samuel b. Meir in seinen exegetischen Schriften! Allenthalben fühlen wir die sicher führende Hand des berufenen Fachmannes; stets folgen wir mit reger Theilnahme dem mit Ernst und aus innerem Drange die Wahrheit suchenden und feststellenden Forscher. Ueber das Geburtsjahr R. Samuel’s ist uns eine zuverlässige Nachricht nicht überliefert worden. Nur aus dem Umstande, dass er gegenüber und vor seinem Grossvater Raschi über exegetische 1 ויעקב איש תם ף. Mos. 25, 27. 2) Ueber ihn s. Zunz, Z. G. 32, 109; Literaturgesch. 265; — Luzzatto, Ker. chem. VII, 19 ff. und Rappoport das. p. 1 ff.; — Geiger, Par sch. hebr. 35 ff., deutsch 24 ff. 3) Wie seine Vermittelung (ספר ההכרעה) zwischen Menachem und Dunasch an vielen Stellen und besonders in der lesenswerthen Darlegung der Verbalklassen p. 38 des ס* תשובות דונש ed. Filipowsky zeigt. Das Tam zugeschriebene Gedicht über die Accente {Ker. chem. VII, 38) wäre ebenfalls hierher zu ziehen. 4) Luzzatto, Ker. chem. VII, 35; Zunz, Literaturgesch. 265. 5) Beispielsweise zu לבלה p. 17 ob. ed. Filipowsky, wo er die richtige Annahme des Dunasch nicht einmal prüft; zu ארעית das., wo er D. zustimmt, aber Menachem irrthümlich dieselbe Meinung unterlegen will; — über ערוגת הבשם p. 18; נא hat wohl M. nicht wie D. verstanden; — zu עחודי p. 22; zu גער p. 24. 6) Selbst der Ausdruck zeigt einzelne Mängel. So setzt er für das hypothetische «wenn» statt des allein richtigen קיף stets ילולי welches doch «wenn nicht» bedeutet.