Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 141)
- Language
- German
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IV Das Seminar zählt einunddreissig Hörer. Naipen lind Vaterland bringt das Verzeichniss zu Ende des Berichtes. Das Seminar verzeichnet in tiefer Wehmuth den schmerzlichen Verlust, den es durch den Tod des Curators der Fränkersclien Stiftungen, Herrn Dr. med. J. Lobethal erlitten. Der Verewigte, der dem Seminar seit dessen Entstehen mit Wärme anhing, ermüdete nicht seit seinem Eintritte in das Curatorium im J. 1865, der Anstalt die lebhaftesten Beweise inniger Theilnahme zu liefern: er war den Lehrern ein Freund, den Hörern ein liebevoller Förderer. Sein Andenken wird dem Seminar unvergesslich bleiben! — Doch die Vorsehung verwundet und heilt, und es ist die Heilung vorbereitet in der Berufung des Herrn J. Haber zum Curator, dessen anerkannte Biederkeit die sichere Garantie bietet, dass er im Verein mit seinen ihm gleichgesinnten Herren Collegen zum Wohle des Seminars wirken werde. In diesem Jahre wurde zur Erlangung des Lehmann’sehen Prämienpreises folgende Preisaufgabe gestellt: Plan und Anlage des Jad Hachasaka von M. Maimonides und welche Werke liat er demselben als grundlegend vorangeschickt? Es liefen zwei Arbeiten ein, deren einer der Preis zuerkannt wurde. Der dieser Arbeit beigegebene versiegelte Zettel wird bei der am 27. Januar stattfindenden Feier eröffnet und der Name verlesen werden. — Der Autor der preisgekrönten Arbeit des vorigen Jahres ist, wie der am 27. Januar 1874 eröffnete Zettel ergab, Dr. D. Kaufmann aus Kojetein. Die Preisschrift zeichnete sich durch eine einfach würdige Darstellung, sichere Ordnung eines reichen Stoffes und umfassende Belesenheit aus. Besonderes Lob verdient die liebevolle Hingebung an die bisher viel zu wenig bearbeitete Litteratur der jüdisch-arabischen Religionsphilosophie. Die Erkenntniss des theologischen Systems Bachja’s ist in wesentlichen Punkten gefördert und durch eingehende genaue Erklärung schwieriger Stellen, sowie durch Benutzung von zum Theil noch ungedrucktem handschriftlichen Material sind neue Ergebnisse gewonnen worden, die zum grossen Theil als gesichert anzuseheu sind.