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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1874-01-01 · 1874 · page 107

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1874
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 107)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720965--106-2722786
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Das Seminar begeht die zwanzigste, an das Andenken seines Stifters, des sei. Commerzienrathes Jonas Fränkel, anknüpfende Gedachtnissfeier. Bilden zwar zwanzig Jahre noch nicht einen zu beson« derer Betrachtung auffordernden Zeitabschnitt, so ist es doch gerechtfertigt, dass an ihrer Grenze ein prüfender Rückblick geworfen werde auf das, was sie geleistet und wie dem bei ihrem Beginne für das Seminar erfassten Plan entsprochen wurde. Das Seminar war bei seiner Entstehung eine neue Schöpfung, es fehlte an Vorbild und Leitfaden. Die früheren Akademien hatten eine den Anforderungen ihrer Zeit entsprechende Bahn eingeschlagen, die jedoch den gesteigerten Anforderungen der allgemein vorgeschrittenen Bildung nicht mehr genügte. Mit dem theologischen Wissen soll in unseren Tagen allgemeines Wissen sich verbinden, der Glaubensschätz von dem Geiste der Wissenschaft durchdrungen sein, Glaube und Wissenschaft einander tragend, sollen hier der blinden Orthodoxie, dort der boden- und herzlosen Zersetzung entgegentreten. Dieses Ziel verfolgte das Seminar seit seinem Entstehen und dass dies das Richtige, beweiset das Vertrauen, dessen es sich während dieses Zeitraumes zu erfreuen hatte, beweisen die Männer, die aus ihm hervorgegangen und die als Führer und Lehrer vieler grosser Gemeinden Deutschlands und Oesterreichs für Erhaltung und Festigung des Judenthums, für Kenntniss der Religionslehren und Gewinnung der Gemüther für sie durch Wort und That wirken. Auch in diesem Jahre sind von mehreren Gemeinden in dieser Anstalt gebildete Theologen zu ihren Rabbinern berufen worden. Herr Dr. J. Guttmann, bisher Religionslehrer und Hilfsprediger

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