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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1865-01-01 · 1865 · page 100

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1865
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 100)
Language
German
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n legten und mit unausgesetzter Sorgfalt das Werk förderten, sind zwei im Laufe dieses Jahres der Anstalt durch den Tod entrissen worden. Herr Curator Sanitätsrath Dr. J. Levy verstarb plötzlich den 22. Juni, und ihm folgte den 31. August Herr Curator L. Milch in ein besseres Sein. Das Seminar, dessen Gedeihen sie mit der hingehendsten Anhänglichkeit förderten, fühlt sich umsomehr von tiefem Schmerz durchdrungen, als sie nahe dem Abschlüsse des Decenniums, dem sie mit vieler Sehnsucht entgegensahen, dem Leben entrückt wurden. Es war der Beschluss der Vorsehung, deren Wege unerforschlich sind; das Seminar wird das Andenken dieser Männer stets mit Hochachtung bewahren, sie haben sich in . ihm ein ehrendes Denkmal gesetzt. — An die Stelle der Hingeschiedenen sind die Königl. Gerichtsassessoren Herr Dr. S. Mark und Herr H. Milch als Curatoren der Commerzienrath J. Fraenekel'sehen Stiftungen getreten; die schon während der kurzen Zeit ihrer Amtsverwaltung entwickelte Thätigkeit legt Zeugniss ab, dass der Geist der Verewigten auf sie übergegangen. Der Anstalt war es auch in diesem Jähre gegönnt, den Manen des Stifters lebendige Denkmale zu errichten. Zwei Hörer, die Herren Dr. M. S. Zuckermandl aus Ungarisch- Brod, Mähren, und Dr. J. Waller stein aus Siegburg, Rhein« preussen, wurden, nachdem sie in einem rigorosen mehrtägigen " Examen ihre rabbinische Reife bekundet hatten, am 27. Januar feierlich im Beisein vieler Gönner und Freunde des Seminars als befähigt zur Uebernahme des Rabbiner- und Predigeramts entlassen. Herr Dr. Zuckermandl wurde von der israelitischen Gemeinde zu Gnesen zu ihrem Rabbiner berufen; ein solcher Ruf erging auch von der israelitischen Gemeinde zu Landsberg a. W. an den am 27. Juni 1863 als Rabbiner entlassenen Herrn Dr. W. Klemperer aus Prag. — An dem diesjährigen Stiftungstage werden die Herren Dr. J. Horowitz aus Krakau, Dr. A. Glück aus Pieschen, Grossherzogthum Posen, und Dr. A. Blüh aus Leipnik, Mähren, entlassen werden.

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