Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1865
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 42)
- Language
- German
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40 widersetzt sich diesem Ansinnen (das.)- Der Weinberg, sagt -er, ist nicht als Geldcapital zu betrachten, da der Ertrag jedes Jahr zweifelhaft, die Kosten auf den Anbau bedeutend u. s. W;; wird also der Beitrag von der Lese gefordert, so kann er nicht auch auf den Weinberg gelegt werden. Wir gehen zu einer etwas späteren Zeit der spanischen und französischen Schule über. Von spanischer Seite ist zu nennen: R. Moses b. Nachman, auch unter dem Namen Nachnianides bekannt, geboren zu Gerona im J. 1204, gest. in Palästina im J. 1274. Durch Geistesschärfe wie durch Tiefe des Gemüthes gleich ausgezeichnet, ist er einer der hervorragendsten Männer dieser Epoche. Wir besitzen von ihm nur einige Responsen, wahrscheinlich sind mehrere verloren gegangen.4) Auf von einem gelehrten Zeitgenossen an ihn ergangene Anfrage über Concubinat, antwortet er (Resp. 284) mit Beziehung auf das in der Schrift vorkommende Pillegesch, der Concubinat sei nach der Schrift nicht verboten, und sucht die Worte Maimonides', nach denen der Concubinat nur dem König gestattet gewesen sei, in einer seiner Meinung nicht widersprechenden Weise zu deuten. Doch schliesst er selbst, dass man es heutigen Tages nicht zugeben dürfe.5) — In demselben Responsum beantwortet er die Frage über die Praeexistenz der Seele. Nächmanides fühlte sich nach der Tiefe seines Gemüths zur Mystik gedrängt, daher seine Neigung zu dem Piatonismus seiner Zeit — dem Neuplatonismus — und der nicht lange vorher auftauchenden Kabbala. Nachmanides hält die Praeexistenz für unbezweifelt und führt viele Belagstellen dafür an. — Auf die Frage über den Werth der Astrologie meint er,6) die Constellation habe allerdings Einfluss auf das menschliche Thun, wir sollen sie aber nicht befragen, sondern, wie die Schrift will (Deuteron. 18, 13), „ungetheilten Herzens mit Gott sein." 4) Das Werk pro p TWÜ wh mJ>W nam\ gehört bis auf einige Responsen am Ende des Werkes — von Nr. 283 bis 288 — nicht Nachmanides an. Und selbst diese letzten Responsen bedürfen der Sichtung. Resp. 285 gehört Salomon b. Aderet an, vgl. Responsen des Salomon b. Aderet 19. Dasselbe gilt von Resp. 287, vgl. b. Aderet Resp. 409. s) Vgl. Grundlinien des mos.-talmud. Eherechts S. 7. 8. 6) Resp. 283. Vgl. auch b. Aderet Resp. 413.