Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1861
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 76)
- Language
- German
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Die erhebende Erinnerung an die vom Seminar nun zu begehende siebente Gedächtnissfeier des Stifters, die zugleich die seines eigenen Bestehens, ist umsomehr durch den Schmerz über den in diesen Tagen erfolgten Tod Sr. Majestät des Königs Friedrich Wilhelm IV. getrübt, als das Wort des Hochseligen Monarchen, durch Kabinetsordre vom 31. August 1847, dieser Anstalt die Unterlage ihres rechtlichen Bestehens gegeben. Doch fühlt das Seminar, das Andenken des frommen Königs in tiefer Verehrung bewahrend, in dem Gedanken Beschwichtigung, der das ganze preussische Vaterland erfüllt: die Vorsehung hat in unverkennbarer Gnade dem Schmerze voraus in Sr. Majestät dem König Wilhelm L, der nun den Thron Seiner Väter besteigt, Trost und Heil gespendet. Seit zwei Jahren Lenker und Leiter des Staates, kommen Ihm beim Regierungsantritte ob der an den Tag gelegten hohen Regententugenden, die verehrungsvolle Liebe Seines Volkes und die Bewunderung naher und ferner Staaten entgegen. „Im Lichte des Angesichts eines solchen Königs ist LebenEr wird huldvoll Licht verbreiten über Alles, was je Hebung des Lebens durch Förderung des Göttlichen und Sittlichen sich zum Ziele setzt. Die Wirksamkeit des Seminars erstreckte sich auch im vergangenen Jahre nach zwei Richtungen: Ausbildung von Rabbinern und Ausbildung zur Ertheilung des Religionsunterrichts befähigter Lehrer. Der Mangel an Religionslehrern macht sich mit jedem Tage fühlbarer, und es steigern sich zugleich nach den verschiedenartigen Gestaltungen der Gemeinden die Anforderungen an sie. Es vereinigt sich an manchen Orten nur eine geringe Anzahl von Familien zu einer Gemeinde, die den Drang, das Wort Gottes an Ruhe- und Feiertagen zu vernehmen, tief fühlt und dessen Befriedigung, da kein Rabbiner in ihrer Mitte, aus dem Munde des Lehrers, und sei es auch nur in kurzer Rede, verlangt. Der Lehrer muss daher, wenn auch nicht mit dem Wissen und der Beredtsamkeit des Rabbiners ausgerüstet, ein nicht unbedeutendes Mass der Kenntniss der Religionslehren und die Fähigkeit sie mitzutheilen besitzen: und die Grundlage muss eine mehr als gewöhnliche Schulbildung abgeben. Es ist nun neben dem Unterricht in den im vorjährigen 10*