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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1860-01-01 · 1860 · p. Seite 4

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1860
Date
1860-01-01
Page
Seite 4 (sequence 54)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720907--0317-2721559
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4 Das Seminar beging am* 27. Januar die statutenmässige Gedächtnissfeier des Stifters der Anstalt, des königl. Commerzienrathes Jonas Fränckel. Am 15. October, der auf einen Feiertag „fiel, wurde die Geburtsfeier Sr. Majestät des Königs, vereint mit der Festesfeier, im Beisein des Curatoriums, des Lehrercollegiums, der Seminaristen und einer überaus zahlreichen Versammlung begangen. Nach einem Recitativ (Ps. 41) bestieg Dr. Joel die Kanzel und wies nach, anknüpfend an den Psalmvers: „Denn der König vertraut auf den Ewigen, durch die Gnade des Herrn wankt er nimmer," wie gerade die aus dem Succothfeste fliessende Lehre des Gottvertrauens zugleich geeignet sei, uns die Feier des Allerhöchsten Geburtstages in geeigneter Weise begehen zu lassen. Denn einerseits tröstet uns die Ueberzeugung von des Königs bekanntem Gottvertrauen über das von jedem Preussen hart mitempfundene schmerzliche Geschick des Königs, andererseits gewährt uns unser eigenes vom Feste zu bewirkendes die Bürgschaft, dass der Herr Alles zum Besten des Königs und des Vaterlandes lenken werde. Der Gebethymnus für das Wohl des Königs beendigte die Feier. Die Anstalt spricht ihren Dank für manche ihr gewordene Beweise des Wohlwollens und der ehrenden Theilnahme aus. Diesen Dank ruft sie den Manen des am 12. April a. c. verstorbenen Herrn Moses Biram von hier nach, der in seinem Testamente dem Seminar ein Legat von 500 Thlr. vermacht. Andere Beweise des schätzbaren Wohlwollens legten an den Tag: Herr Oberrabbiner Ritter Dr. Wolf in Copenhagen, welcher der Seminarbibliothek das Werk „Seder Tefilat Israel" mit dänischer Uebersetzung übergab. — Herr Rabbiner E. Horwitz in Wien übergab der Bibliothek „Cheker Halacha". — Herr Professor Prediger Dr. Kaempf in Prag sein Werk „Nichtandalusische Poesie andalusischer Dichter". — Herr Religionslehrer Dr. Wolf in Wien seine Schrift „Ferdinand IL und die Juden". — Herr Dr. Rosenstein einige Tractate des babylonischen Talmuds. — Herr Monasch in Krotoschin: „Zion ledrasch" „Koss jeschuot" „Or ehadasch". — Herr Szold, Prediger in Baltimore, einen vollständigen babylonischen Talmud. — Herr Dr. Harrwitz in Berlin: „Münk, Geschichte der römischen Literatur, zweiter Band". — Herr Mandelstamm aus Petersburg: „Talmudische Studien", „Ciceronis opp. ed. Schütz, 28 Voll.", „Piatonis opp. ed. Tauchnitz", „Aristophanes opp.", „Aristoteles opp. ed. Tauchnitz", 1 Exemplar „Mischnajot". — Herr Dr. Mielziner seine Schrift „Die Verhältnisse der Sklaven bei den alten Hebräern". — Herr Prinz von hier bedachte die Anstalt, wie jedes Jahr mit einem bedeutenden Geschenke. — Herr Dr. med. Löbethal von hier lässt dem Seminar einen bedeutenden monatlichen Beitrag für mit- # tellose Studirende zukommen. — Durch freundliche Beiträge zu diesem Zwecke bezeigten ferner Herr Dr. B. Beer in Dresden, Herr S. K. Frankel in Prag, Herr S. Zuck ermann und Frau Johanna Lichtenstätt von hier ihre Theilnahme. Die israelitische Gemeinde zu Wien hat ein mehrjähriges Stipendium von je 100 Gulden für mittellose Seminaristen bestimmt. — Die israelitische Gemeinde zu Prag ertheilt ein jährliches Stipendium von 100 Gulden, das dieses Jahr abermals um 50 Gulden vermehrt wurde,

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